Home
http://www.faz.net/-gtm-75l6y
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Rassismus im italienischen Fußball Erste Stadionverbote ausgesprochen

 ·  Nachdem Fans beim Spiel zwischen dem AC Mailaind und dem Amateurklub Pro Patria Mailänder Spieler rassistisch beleidigt hatten, werden Stadionverbote von fünf Jahren ausgesprochen. Es ist die erste konsequente Maßnahme im italienischen Fußball, um dagegen vorzugehen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (4)
© AFP Vergrößern Klares Signal: Boateng (Foto) und seine Kollegen des AC Milan sprechen sich gegen Rassismus aus

Nach dem Rassismus-Eklat beim Testspiel des AC Mailand beim italienischen Fußball-Viertligaklub Pro Patria sind die ersten Fans zu einem Stadionverbot von fünf Jahren verurteilt worden. Unter den sechs Männern befindet sich auch ein Lokalpolitiker der norditalienischen Regionalpartei Lega Nord. Der Jugend- und Sportassessor der Gemeinde Corbetta bestritt jedoch einen rassistischen Hintergrund, wie die „Gazzetta dello Sport“ an diesem Dienstag berichtete. Er habe vor allem Milans Kapitän Massimo Ambrosini und weniger den farbigen Kevin-Prince Boateng ausgebuht, behauptete der 21-Jährige, der sein politisches Amt am Montag an den Bürgermeister des Ortes übergab.

Video-Aufzeichnungen enttarnen die Übeltäter

In Busto Arsizio hatte Boateng nach 26 Minuten den Platz verlassen, weil gegnerische Fans ihn und die übrigen dunkelhäutigen Milan-Spieler fortwährend verhöhnten. Erstmals wurde daraufhin ein Fußballspiel in Italien wegen Rassismus abgebrochen. Die Entscheidung des gebürtigen Berliners mit ghanaischen Wurzeln wurde im In- und Ausland gelobt. Der Präsident des italienischen Fußballverbands Giancarlo Abete begrüßte die schnelle Verurteilung der auf Video-Aufzeichnungen identifizierten Personen am Montagabend. „Ich hoffe, dass noch tausende Stadionverbote auch von fünf Jahren kommen“, sagt Abete. „Lasst sie uns aus den Stadien werfen.“ Der Verbandschef hatte für Dienstag um ein Treffen mit dem italienischen Polizeichef Antonio Manganelli und Innenministerin Annamaria Cancellieri in Rom gebeten, um über ein konsequentes Vorgehen gegen Rassismus im Fußball zu beraten.

  Weitersagen Kommentieren (4) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
Anschlag von Kansas Mutmaßlicher Todesschütze wegen Mordes angeklagt

Wollte der Antisemit Frazier Glen Cross bei Kansas gezielt Juden töten? Fest steht, dass ihn ein schwieriger Prozess erwartet. Im Falle einer Verurteilung droht lebenslange Haft - oder die Todesstrafe. Mehr

15.04.2014, 20:52 Uhr | Gesellschaft
Italien Berlusconi darf ins Altenheim

Italiens früherer Ministerpräsident Silvio Berlusconi kann seine Strafe wegen Steuerbetrugs in Form von Sozialdienst ableisten - in einer sozialen Einrichtung für ältere Menschen. Hausarrest bleibt ihm erspart. Mehr

15.04.2014, 11:43 Uhr | Politik
Fußball-Wettskandal Haftstrafe für Ante Sapina verkürzt

Einst wurde Ante Sapina im Fußball-Wettskandal zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. In der Neuauflage des Verfahrens wird seine Strafe nun vom Bochumer Landgericht reduziert. Mehr

14.04.2014, 12:57 Uhr | Sport

08.01.2013, 12:06 Uhr

Weitersagen
 
Umfrage

Wer wird Champions-League-Sieger 2014?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Arroganz und Wirklichkeit

Von Michael Ashelm

Der Tote bei einem Protestmarsch in Rio de Janeiro belegt: Die Fifa, die während der WM am Ort des Protestes an der Copacabana im besten Hotel residiert, hat noch immer keinen richtigen Umgang mit den Problemen im Gastgeberland. Mehr 1