Home
http://www.faz.net/-gtm-75l6y
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Rassismus im italienischen Fußball Erste Stadionverbote ausgesprochen

Nachdem Fans beim Spiel zwischen dem AC Mailaind und dem Amateurklub Pro Patria Mailänder Spieler rassistisch beleidigt hatten, werden Stadionverbote von fünf Jahren ausgesprochen. Es ist die erste konsequente Maßnahme im italienischen Fußball, um dagegen vorzugehen.

© AFP Vergrößern Klares Signal: Boateng (Foto) und seine Kollegen des AC Milan sprechen sich gegen Rassismus aus

Nach dem Rassismus-Eklat beim Testspiel des AC Mailand beim italienischen Fußball-Viertligaklub Pro Patria sind die ersten Fans zu einem Stadionverbot von fünf Jahren verurteilt worden. Unter den sechs Männern befindet sich auch ein Lokalpolitiker der norditalienischen Regionalpartei Lega Nord. Der Jugend- und Sportassessor der Gemeinde Corbetta bestritt jedoch einen rassistischen Hintergrund, wie die „Gazzetta dello Sport“ an diesem Dienstag berichtete. Er habe vor allem Milans Kapitän Massimo Ambrosini und weniger den farbigen Kevin-Prince Boateng ausgebuht, behauptete der 21-Jährige, der sein politisches Amt am Montag an den Bürgermeister des Ortes übergab.

Video-Aufzeichnungen enttarnen die Übeltäter

In Busto Arsizio hatte Boateng nach 26 Minuten den Platz verlassen, weil gegnerische Fans ihn und die übrigen dunkelhäutigen Milan-Spieler fortwährend verhöhnten. Erstmals wurde daraufhin ein Fußballspiel in Italien wegen Rassismus abgebrochen. Die Entscheidung des gebürtigen Berliners mit ghanaischen Wurzeln wurde im In- und Ausland gelobt. Der Präsident des italienischen Fußballverbands Giancarlo Abete begrüßte die schnelle Verurteilung der auf Video-Aufzeichnungen identifizierten Personen am Montagabend. „Ich hoffe, dass noch tausende Stadionverbote auch von fünf Jahren kommen“, sagt Abete. „Lasst sie uns aus den Stadien werfen.“ Der Verbandschef hatte für Dienstag um ein Treffen mit dem italienischen Polizeichef Antonio Manganelli und Innenministerin Annamaria Cancellieri in Rom gebeten, um über ein konsequentes Vorgehen gegen Rassismus im Fußball zu beraten.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Al-Nusra-Geiseln In Syrien freigekommene Italienerinnen wieder in der Heimat

Seit Juli vergangenen Jahres waren zwei junge Italienerinnen in der Gewalt der radikal-islamischen Al-Nusra-Front. Nun sind beide wieder in Rom, doch nicht in ganz Italien wird ihre Freilassung begrüßt. Mehr

16.01.2015, 06:43 Uhr | Politik
Rassismus als Tradition? Holländer protestieren gegen schwarze Nikolaus-Helfer

Beim Nikolausfest in den Niederlanden ist er Tradition: Der Zwarte Piet, zu Deutsch der Schwarze Peter, der schwarz geschminkte Helfer des Nikolaus. Doch gibt es nun Proteste gegen die Helfer. Gegner sehen in den Helfern rassistische Stereotype. Mehr

17.11.2014, 10:30 Uhr | Gesellschaft
Pegida in Dresden Potential für eine rechtspopulistische Partei

In Dresden offenbart sich, dass in der deutschen Parteienlandschaft eine Position unbesetzt ist. Einen Anwärter darauf gibt es schon. Mehr Von Nikolas Busse

21.01.2015, 17:20 Uhr | Politik
Videoaufnahmen Polizei holt Mafiaboss aus Smart

Die italienische Polizei hat ein Video veröffentlicht, in dem gezeigt wird, wie der als zentrale Figur geltende Massimo Carminati aus seinem Smart heraus verhaftet wird. Wegen des Korruptionsskandals laufen auch Ermittlungen gegen den früheren Bürgermeister von Rom, Gianni Alemanno. Mehr

08.12.2014, 09:37 Uhr | Gesellschaft
Italienischer Fußball König Klose trifft

Der König bleibt immer er. Er geht nie unter, und er ersteht immer wieder auf, schreibt der Corriere dello Sport über den 36 Jahre alten Angreifer, der Lazio Rom zum Sieg gegen den AC Mailand führt. Mehr

25.01.2015, 15:04 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 08.01.2013, 12:06 Uhr

Nichts gelernt

Von Michael Horeni

Nach dem Bayern-Spiel in Saudi-Arabien geht es den Herren des Fußballs nur darum, die Diskussion möglichst schnell zu beenden. Die Münchner lassen den „Säbener Sigi“ für sich sprechen. Mehr 43 37