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Rasen Ball Leipzig : Versprechen einer blühenden Fußball-Landschaft

Bisher ist es nur bei Länderspielen voll im Leipziger Zentralstadion - das soll sich bald ändern Bild: picture-alliance/ dpa

Der Getränke-Gigant „Red Bull“ will in der Region Leipzig einen schlafenden Riesen erwecken. So wurde aus dem SSV Makranstädt nun Rasen Ball Leipzig. Vorbild ist Salzburg, aber auch Hoffenheim. Eines ist klar: Die Ziele sind ziemlich hoch gesetzt.

          Der Pressesprecher von Red Bull Salzburg hat in diesen Tagen einiges zu tun. Ständig kommen die Deutschen. Sie wollen alles wissen. Wie das mit dem Stadion läuft. Wie es mit der Jugendarbeit klappt. Wie das mit der Meisterschaft geht. Und über allem steht die Frage: Wie funktioniert Red Bull? Seit am vergangenen Wochenende der Nordostdeutsche Fußball-Verband erlaubt hat, das Oberliga-Spielrecht des SSV Markranstädt auf den neuen kurios klingenden „Rasen Ball Leipzig e.V.“ zu übertragen, lockt der österreichische Meister RB Salzburg als Anschauungsobjekt für deutsche Fußballbeobachter.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Mehr als dreißig Anfragen hat der Pressesprecher seitdem erhalten. Was sie alle in diesen Tagen vom Pressesprecher in Salzburg zu hören und zu sehen bekommen, ist nicht weniger als das Versprechen auf eine blühende Fußball-Landschaft im Osten nach zwanzig Jahren der Dürre. „Die Erwartungshaltung ist sehr hoch. In Leipzig können wir noch nicht viel herzeigen. Deswegen kommen sie jetzt zu uns nach Salzburg und sind sehr beeindruckt. Wir wissen, dass die Leute in Leipzig wollen, dass nachhaltig gearbeitet wird und wir einen schlafenden Riesen erwecken. Das wollen wir auch“, sagt ein Sprecher von Red Bull.

          Der Sprecher will nicht mit Namen genannt werden. Das ist Teil der Firmenpolitik des Getränke-Giganten. Die Aufgaben und die Ziele sollen im Mittelpunkt stehen. Nicht die Personen, die im Osten Deutschlands die nächste Erfolgsgeschichte auf dem Weg zu einem weltweiten Sportimperium des Firmengründers Dietrich Mateschitz planen. Konkrete Ziele zu nennen, die bei RB Leipzig am Ende eines langen Weges stehen sollen, fällt dem namenlosen Sprecher nicht schwer: die Champions League.

          Leipziger Zukunft - bei Red Bull Salzburg ist der Konzern schon omnipräsent

          „Wir nennen keine Jahreszahl für die Bundesliga“

          „Das Modell Hoffenheim lässt uns hoffen“, sagt er. „Aber wir wollen es nicht kopieren, sondern es als Red Bull machen.“ Und das Modell Red Bull – das offiziell nicht so heißen darf, weil Firmennamen für Klubs bis auf Ausnahmen wie Bayer Leverkusen oder Carl Zeiss Jena unzulässig sind – geht in Deutschland so: In der Abschlusstabelle der Oberliga Nordost liegt der SSV Markranstädt auf Platz sechs zwischen Halberstadt und Zwickau. Das ist fußballerisches Niemandsland. Aber die geographische Lage von Markranstädt, das stolz vermerkt, dass Napoleon vor gut zweihundert Jahren einmal in dem Örtchen nächtigte, ist zum entscheidenden Standortvorteil geworden.

          Markranstädt liegt nur dreizehn Kilometer von Leipzig entfernt – und damit mitten in einer fußballbegeisterten Region mit einem erstklassigen Stadion. Perfekte Vorraussetzungen, wie Red Bull findet, um von der fünften Klasse aus den deutschen Profifußball zu erobern. „Wir nennen keine Jahreszahl für die Bundesliga“, sagt der Sprecher. Ob fünf oder zehn Jahre, das sei nicht entscheidend. Acht Jahre bis in die Bundesliga, so verlautet aus dem Unternehmen, wären aber nicht schlecht. Es ist die Rede von langfristigen Investitionen von rund 100 Millionen Euro. Aber das Unternehmen, das keine Namen nennen mag, schweigt auch bei den Zahlen.

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