Rainer Bonhof (54) leistet künftig Basisarbeit für den englischen Fußball-Klub FC Chelsea. Der ehemalige Nationalspieler wird zum 1. September Scout beim englischen Meister, der sich im Besitz des russischen Öl-Milliardärs Roman Abramowitsch befindet und sich für diese Saison unter anderem mit Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack von Bayern München verstärkt hat.
„Endlich wieder im Geschäft“, sagte Bonhof. Zuletzt war der langjährige Gladbacher Bundesliga-Profi bis 2005 Trainer der schottischen U21-Nationalmannschaft. Vielleicht auch deswegen wurde der Londoner Verein auf Bonhof aufmerksam. Der Weltmeister von 1974 sagte: „Die suchten natürlich auch einen bekannten Namen.“ Den hat er immer noch.
„Alles von oben bis unten“
Bonhof wird für Deutschland und Österreich zuständig sein. Vorrangig geht es darum, talentierte Jugendspieler zu entdecken. „Ich muß auch Bundesliga-, Champions-League- und Länderspiele beobachten“ - nicht nur, um geeignete Spieler zu finden, sondern auch, um potentielle Gegner in Spielen der Königsklasse zu beobachten. „Alles von oben bis unten“, wie der gebürtige Holländer das formuliert. Der Vertrag mit Chelsea ist unbefristet; er gilt, „so lange es beiden Spaß macht“.
Der viermalige Deutsche Meister, DFB-Pokalsieger und UEFA-Cup-Gewinner bestritt in seiner 14-jährigen aktiven Laufbahn 311 Bundesligaspiele (49 Tore) für Borussia Mönchengladbach, Hertha BSC Berlin und den 1. FC Köln. Er stand außerdem in Spanien beim FC Valencia unter Vertrag. 1989 verdingte Bonhof sich als Assistenztrainer bei Bayer Uerdingen, ehe er 1990 Assistent des neuen Bundestrainers Berti Vogts wurde. Beide erklärten nach der WM 1998 in Frankreich ihren Rücktritt.
Engagements bei Borussia Mönchengladbach und Sporting Club Kuwait brachten nicht den erhofften Erfolg. 2002 heuerte Bonhof als U21-Trainer in Schottland an, wo Berti Vogts gerade einen Vertrag als Nationaltrainer unterzeichnet hatte, was den beiden aufgrund ihrer gemeinsamen DFB-Vergangenheit den Spitznamen „Pat und Patachon“ einbrachte. Bonhof, eigentlich mit einem Vertrag bis 2006 ausgestattet, blieb dort bis 2005, um nach dem Scheitern in der WM-Qualifikation dem Nachfolger Zeit zum Eingewöhnen zu geben.