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Public Viewing Sommermärchen, das nächste Kapitel

27.06.2010 ·  Ein Klassiker am Sonntagnachmittag, dazu Traumwetter: Das WM-Achtelfinale zwischen Deutschland und England hat für einen riesigen Andrang auf den Fanmeilen gesorgt. Schwarz-rot-gold war wie gewohnt die Farbkombination des Tages.

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Die deutsche WM-Sause geht weiter. Hunderttausende haben sich auf den prallvollen Fan-Partys im ganzen Land am emotional aufgeladenen WM- Klassiker Deutschland gegen England in Südafrika begeistert. Das größte Fanfest in Deutschland war auf der Straße des 17. Juni in Berlin schon 30 Minuten vor dem Anpfiff mit rund 350.000 Menschen dicht. Auch Frankfurt und Dortmund schlossen vorzeitig.

Das Spiel bot durchaus eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Wildfremde Menschen lagen sich jubelnd in den Armen, als Klose (20.) und Podolski (32.) früh zuschlugen. Erstmals nachdenkliche Gesichter, als Upson (37.) zum 1:2 traf. Erster echter Schock, als der Ball kurz darauf nach Lampards „Wembley-Tor“ klar hinter der Linie des deutschen Tores aufschlug, Torhüter Neuer aber reaktionsschnell einfach weitermachte und die Pfeife des Schiedsrichters tatsächlich stumm blieb.

Überall schlugen sich die Menschen zuerst erschrocken und dann freudig erregt die Hände vors Gesicht. Viele dachten an das berühmte Wembley-Tor im WM-Finale von 1966. Daran erinnerten sich blitzschnell auch die in der klaren Minderheit tapferen britischen Fans. Gemäß der Tradition bei Spielen der „Three Lions“ standen sie auf den Fan-Meilen, auch in Berliner Pubs wie dem „Belushi“ und im Oscar Wilde Pub in der Friedrichstraße genau in der 66. Minute auf und sangen die inoffizielle Hymne „Rule Britannia“. Und - welches Drama - nur eine Minute später, als alle wieder saßen, schockte Müller die Engländer mit dem gnadenlosen 3:1 und ganz kurz danach per Doppelschlag noch einmal. Auf der Berliner Meile sangen sie „Auf Wiedersehen, auf Wiedersehen“ und die alte Fußball-Häme „Ihr könnt nach Hause fahrn, nach Hause fahrn...“.

Public Viewing: Sommermärchen, das nächste Kapitel

„England is going home“

Für das Fußballfest war alles früh angerichtet worden: Aus Sorge, in die prallvollen Fanmeilen und -partys nicht mehr eingelassen zu werden, begann eine wahre Völkerwanderung Richtung England-Spiel schon kurz nach dem vorgezogenen Mittagessen gut drei Stunden vor dem Anpfiff. Mitten im Grünen im Berliner Tiergarten nahmen die ersten Fans schon um 12.00 Uhr unmittelbar mit Öffnung die besten Plätze vor den acht Großleinwänden ein.

Auch die hessischen Fußballfans füllten lange vor Spielbeginn die Public-Viewing-Arenen in Frankfurt, Wiesbaden und Gießen. Die Meilen und Partys überall im Land von Hamburg bis München boten ein farbiges Bild. Mehr als 60.000 auch in Hamburg. Zu Verbrüderungen vor dem Spiel kam es in Dortmund, wo in einem Irish Pub englische und deutsche Fans gemeinsam auf den Anpfiff warteten und schon einmal kräftig anstießen. Viel Betrieb von immer mehr Fans auch in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen, der Esprit-Arena in Düsseldorf und auf dem Dortmunder Friedensplatz. Tausende Menschen hatten in München schon Stunden vor dem Anpfiff auf den Einlass ins Olympiastadion gewartet. Zum größten Public Viewing in der bayerischen Landeshauptstadt wurden zehntausende Fans erwartet. Die bisherige Kapazität von 35.000 Zuschauern haben die Veranstalter auf 60.000 aufgestockt. In der Münchner Innenstadt kamen auf die Feiermeile Leopoldstraße in Schwabing gut 50.000 Zuschauer. Die bayerischen Fans skandierten „Deutschland, Deutschland“ und riefen „England is going home“.

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