Home
http://www.faz.net/-gtm-ut5f
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Pressekonferenz auf dem Platz Volksfest nach Romarios tausendstem Tor

21.05.2007 ·  Als Brasiliens Fußball-Idol Romario am Sonntag einen Strafstoß verwandelte, stürmten Freunde, Verwandte und Journalisten das Spielfeld. Die Partie wurde für 17 Minuten unterbrochen. Romario gab auf dem Platz eine Pressekonferenz zu seinem 1000. Tor.

Artikel Bilder (11) Lesermeinungen (1)

Als Brasiliens Fernsehgigant Globo um 19.17 Uhr sein sonntägliches Familienprogramm unterbrach, bahnte sich Historisches an: Ein Millionen-Publikum am TV-Bildschirm und knapp 30.000 Fans im Stadion Sao Januario von Rio de Janeiro erlebten das 1000. Tor von Fußball-Idol Romario.

Der 41-Jährige erzielte seinen Jubiläumstreffer beim 3:1 seines Klubs Vasco da Gama im Erstligaspiel gegen Sport Recife per Handelfmeter zum 3:0-Zwischenstand und hat damit ein Volksfest ausgelöst. Während der Stürmer nach dem heiß ersehnten Tor hemmungslos weinte, schossen Bewohner der Favela-Slums Böller ab. „Das ist ein historischer Augenblick für mich und für den Weltfußball“, jubelte Romario. „Ich habe dieses Ziel wirklich mit großer Anstrengung verfolgt und manchmal dachte ich, daß ich es nicht schaffen würde.“ Der Weltverband Fifa erkennt Romarios Rechnung allerdings nicht an.

Die Partie wurde für 17 Minuten unterbrochen

Wie Brasiliens Fußball-Legende Pelé vor knapp vier Jahrzehnten traf auch Romario per Elfmeter zum tausendsten Mal. Romario trat in der 47. Minute an, verlud Torwart Magrao - und das Chaos brach aus. Freunde und Verwandte des Torjägers sowie dutzende Journalisten stürmten auf das Spielfeld, um dem Weltmeister von 1994 zu gratulieren. Die Partie wurde für 17 Minuten unterbrochen.

Romario schloss seine Töchter und Mutter Lita in die Arme und improvisierte auf dem Rasen eine Pressekonferenz. Unter dem Jubel von 30.000 Zuschauern lief der Weltfußballer des Jahres 1994 eine Ehrenrunde, bei der ihn die Polizei mehrfach aus der Menschentraube befreien mußte. Zu den ersten Gratulanten gehörte Brasiliens Staatspräsident Luiz Inacio Lula da Silva, den der Jubilar im allgemeinen Trubel am Telefon kaum verstand. „Ich glaube, er hat gesagt, ich wäre ein Kämpfertyp“, berichtete der Stürmer.

Improvisierte Pressekonferenz auf dem Rasen

Zwei Monate hatte er nach seinem 999. Treffer auf die runde Zahl warten müssen. „Nun weiß die ganze Welt, daß ein weiterer Brasilianer 1000 Tore geschossen hat“, schrie der Kommentator des TV-Senders SporTV ins Mikrofon. „Das ist der wichtigste Augenblick meines Lebens“, sagte Romario mit zittriger Stimme und Tränen in den Augen. Den Spielball schenkte er seinem 13- jährigen Sohn Romarinho, der in die Fußstapfen des berühmten Vaters treten will.

„Ich war nervöser als vor dem Elfer bei der WM“, beschrieb der Stürmer den Moment und dachte an den Höhepunkt seiner Karriere vor nun schon 13 Jahren zurück, als er im WM-Finale 1994 in den USA gegen Italien im Elfmeterschießen den ersten Versuch der am Ende mit 3:2 siegreichen Selecao verwandelt hatte.

Noch kein Karriere-Ende in Sicht

Allerdings zweifelt nicht nur die Fifa Romarios Zählung an. Viele Kenner des brasilianischen Fußballs kritisieren, daß der Angreifer Tore berücksichtigt habe, die er in der Jugend oder bei inoffiziellen Spielen erzielte. Romario hat 324 Mal für seinen Stammverein Vasco da Gama ins Schwarze getroffen. Außerdem hat er 204 Treffer für den Lokalrivalen Flamengo, 165 für den niederländischen Erstligisten PSV Eindhoven, 71 für die Nationalmannschaft, 53 für den FC Barcelona, 48 für Fluminense Rio, 22 für Miami und 14 für Valencia erzielt. Einen Treffer schoss er in Australien für Adelaide. Macht 902 Treffer in Begegnungen mit offiziellem Charakter. Der Brasilianer zählt aber auch 77 Tore in Jugendbegegnungen und 21 Treffer in Benefizspielen dazu.

Romario sieht sich als fünfter Spieler im 1000er Club. Diese Marke haben nach den meisten Statistiken zuvor nur der Österreicher Franz Binder, Pelé, Gerd Müller sowie Arthur Friedenreich, ein Brasilianer mit Hamburger Wurzeln, erreicht. Trotz des ersehnten Treffers will Romario seine Karriere noch nicht beenden. „In den vergangenen fünf oder sechs Jahren ist in Brasilien kein Spieler herausgekommen, der mir das Wasser reichen kann“, prahlte Romario, der mit bürgerlichem Namen Romario de Souza Faria heißt. Von der Nationalelf hatte er sich im April 2005 beim 3:0 über Guatemala verabschiedet - knapp 18 Jahre nach seinem Debüt in der „Seleção“.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel
Fußball
 Bundesliga 
 2. Bundesliga 
  Verein Sp Diff Pkt.  
1.  Logo: Borussia Dortmund
Borussia Dortmund   34  55   81 Gleichheit zur Vorwoche
2.  Logo: Bayern München
Bayern München   34  55   73 Gleichheit zur Vorwoche
3.  Logo: FC Schalke 04
FC Schalke 04   34  30   64 Gleichheit zur Vorwoche
4.  Logo: Bor. Mönchengladbach
Bor. Mönchengladbach   34  25   60 Gleichheit zur Vorwoche
5.  Logo: Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen   34  8   54 Gleichheit zur Vorwoche
6.  Logo: VfB Stuttgart
VfB Stuttgart   34  17   53 Gleichheit zur Vorwoche
7.  Logo: Hannover 96
Hannover 96   34  -4   48 Gleichheit zur Vorwoche
8.  Logo: VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg   34  -13   44 Gleichheit zur Vorwoche
9.  Logo: Werder Bremen
Werder Bremen   34  -9   42 Gleichheit zur Vorwoche
10.  Logo: 1. FC Nürnberg
1. FC Nürnberg   34  -11   42 Gleichheit zur Vorwoche
11.  Logo: 1899 Hoffenheim
1899 Hoffenheim   34  -6   41 Gleichheit zur Vorwoche
12.  Logo: SC Freiburg
SC Freiburg   34  -16   40 Gleichheit zur Vorwoche
13.  Logo: FSV Mainz 05
FSV Mainz 05   34  -4   39 Gleichheit zur Vorwoche
14.  Logo: FC Augsburg
FC Augsburg   34  -13   38 Verbesserung zur Vorwoche
15.  Logo: Hamburger SV
Hamburger SV   34  -22   36 Verschlechterung zur Vorwoche
16.  Logo: Hertha BSC
Hertha BSC   34  -26   31 Verbesserung zur Vorwoche
17.  Logo: 1. FC Köln
1. FC Köln   34  -36   30 Verschlechterung zur Vorwoche
18.  Logo: 1. FC Kaiserslautern
1. FC Kaiserslautern   34  -30   23 Gleichheit zur Vorwoche

Nicht gewonnen, nicht verloren

Von Peter Heß

Im Formel-1-Tempo sollte in der durch Korruptionsvorwürfe durchgeschüttelten Fifa aufgeräumt werden. Im Moment bewegt sie sich mit der Geschwindigkeit eines Motorrollers. Mehr 1

Ergebnisse, Tabellen und Statistik