24.03.2005 · Michael Ballack hat sich im Prämien-Poker durchgesetzt: 300.000 Euro soll jeder Nationalspieler beim Gewinn der Fußball-WM 2006 erhalten, insgesamt müßte der DFB beim Titelgewinn 10 Millionen Euro auf den Tisch legen.
Kapitän Michael Ballack war nach dem erfolgreichen Prämien-Poker „sehr zufrieden“, aber auch DFB-Chef Gerhard Mayer-Vorfelder verteidigte die Rekordsumme von 300.000 Euro für den WM-Titel 2006.
„Wenn jemand meint, das ist zu viel, muß ich sagen, daß die Mannschaft beim Titelgewinn auch in ihrem Marktwert einen gewaltigen Sprung nach vorne macht“, sagte der DFB-Präsident am Donnerstag in Frankfurt rund 16 Stunden nach der Einigung.
„Außergewöhnlicher Betrag“
Zumindest beim Aushandeln der WM-Prämien haben sich die deutschen Nationalspieler schon 15 Monate vor dem Turnierbeginn als Weltmeister erwiesen. 300.000 Euro seien „ein außergewöhnlicher Betrag“, räumte Ballack ein: „Aber es wäre auch ein absoluter Glücksfall, wenn wir 2006 Weltmeister werden“, betonte der Mannschaftskapitän.
Die ersten deutschen WM-Helden um Fritz Walter mußten sich 1954 nach dem „Wunder von Bern“ noch mit umgerechnet 1280 Euro und einem Fernseher zufrieden geben. Beim zweiten Triumph 1974 gab es für Franz Beckenbauer und Co. jeweils 35.900 Euro sowie einen VW-Käfer. Und beim bislang letzten Erfolg 1990 überwies der DFB an das Siegerteam um Kapitän Lothar Matthäus 74.360 Euro pro Mann.
Keine Bescheidenheit mehr
Die Zeiten der relativen Bescheidenheit sind seit Mittwoch abend für den DFB vorbei. Mit der Rückendeckung von Bundestrainer Jürgen Klinsmann und im Wissen, daß nur bei Topleistung von ihnen auch für den Verband der WM-Rubel richtig rollt, reizte Ballack bei der zweiten Verhandlungsrunde mit der DFB-Spitze seine Position voll aus.
„Die Spieler wissen genau, daß die Fifa die Prämien für die Verbände gewaltig erhöht hat“, gestand Mayer-Vorfelder. Insgesamt 220 Millionen Euro an Prämien schüttet der Weltverband bei der WM an die 32 teilnehmenden Nationen aus, das sind 39 Prozent mehr als 2002. 9,9 Millionen Euro kassierte Brasilien nach dem 2:0 gegen Deutschland im letzten WM-Finale, der Weltmeister 2006 wird einen zweistelligen Millionen-Betrag erhalten, der aber noch nicht festgelegt ist.
Fifa-Rekordprämie
Mit der Fifa-Rekordprämie könnte sich der DFB die 6,9 Millionen Euro an die Spieler durchaus leisten. Hinzu kämen aber noch Zahlungen an Trainer und Betreuer, die teilweise „Extra-Vereinbarungen“ haben, wie Mayer-Vorfelder bestätigte. Der Titelgewinn dürfte den Verband demnach rund 10 Millionen Euro kosten.
Allein bei Klinsmann wird über eine Titelprämie in Millionen-Höhe spekuliert. „Ich denke, Leistung muß auch belohnt werden. Ein Titel im eigenen Land ist ein hoch gestecktes Ziel“, erklärte Teammanager Oliver Bierhoff, der die Verhandlungen zwischen Ballack und dem DFB moderiert hatte.
„Leistung muß belohnt werden“
Nach 75 Minuten war das Thema vom Tisch: Der Einzug ins Finale (150.000 Euro) und sogar eine Halbfinal-Teilnahme (100.000 Euro) würden immer noch besser entlohnt werden als der verpaßte Titelgewinn 2002, als 92.000 Euro ausgehandelt worden waren. Für das Viertelfinale würden Ballack und seine Mitspieler immerhin noch 50.000 Euro erhalten.
Erstmals würde dagegen keine Prämie für den Einzug ins Achtelfinale ausbezahlt. Auch bei einem Ausscheiden nach der Vorrunde gehen die Spieler leer aus.
60.000 Euro für den Sieg beim Confederations Cup
Eine Einigung wurde auch für den Confederations Cup vom 15. bis 29. Juni dieses Jahres erzielt. Ein Erfolg bei der WM-Generalprobe würde der DFB mit 60.000 Euro pro Spieler honorieren, das Finale mit 20.000 Euro, das Halbfinale mit 10.000 Euro.
Dazu zahlt der DFB - rückwirkend seit Beginn der Ära Klinsmann - bis zur WM-Endrunde 7500 Euro pro berufenem Spieler für jedes Freundschaftsspiel. Das sei ein Ausgleich für die entgangenen Qualifikationsprämien bis 2006, erläuterte Mayer-Vorfelder. Darüber hinaus werden die Spieler an den Werbeeinnahmen des DFB beteiligt; 2005 mit insgesamt 4,3 Millionen Euro und 2006 mit 5,15 Millionen Euro.
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |