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Porträt Härteposten FC Bayern

12.01.2008 ·  Der Trainerposten beim FC Bayern ist der zweite Anlauf von Jürgen Klinsmann in München. Seine Zeit als Spieler beim Rekordmeister war trotz Meisterschale und Uefa-Cup-Sieg von Missverständnissen geprägt und endete mit einem wütenden Tritt in die Tonne.

Von Christian Kamp
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Man kann sicher sein, dass Jürgen Klinsmann als Trainer des FC Bayern München ohne die Erfolgsgeschichte der Fußball-WM 2006 nicht vorstellbar gewesen wäre. Es waren sehr gemischte Erfahrungen, die Klinsmann und die Bayern bei ihrer ersten Zusammenarbeit vor über zehn Jahren machten.

Von 1995 bis 1997 trug Klinsmann das Trikot des deutschen Spitzenklubs, mit ihm wurden die Bayern deutscher Meister und Uefa-Pokal-Sieger. Doch das Projekt entpuppte sich zugleich auch als Missverständnis: Die Bayern erkannten hinter Klinsmanns Image des Sonnyboys auch einen kühl kalkulierenden Machtmenschen. Klinsmann wiederum konnte mit den Seilschaften beim seinerzeit als „FC Hollywood“ verspotteten Klub nichts anfangen. So blieb von Klinsmanns erstem Wirken in München vor allem ein Bild: der wütende Tritt in eine Werbetonne.

Zweiter Anlauf

Am 1. Juli dieses Jahres beginnt nun, als Nachfolger von Ottmar Hitzfeld, Klinsmanns zweiter Anlauf in München – zugleich eine Premiere für den 43 Jahre alten Schwaben. Es ist Klinsmanns erstes Engagement als Cheftrainer einer Klubmannschaft. Erfahrung in der Führung von Profis hat er bislang nur mit der deutschen Nationalmannschaft gesammelt.

Im Juli 2004 übernahm er den Posten des Bundestrainers von Rudi Völler und schlug, zunächst von großer Skepsis gerade auch aus München begleitet, einen radikalen Modernisierungskurs ein. Trainingsmethoden auf dem neuesten Stand der Sportwissenschaft, die Erweiterung und Spezialisierung des Trainerteams, die Arbeit mit Psychologen – Klinsmann versuchte vor der Heim-WM, jedes denkbare Potential zu nutzen, um das deutsche Team zurück in die Weltspitze zu führen.

Eine außergewöhnliche Karriere

Das Experiment gelang – auch wenn das eigentliche Ziel, der Titel, mit dem dritten Platz verpasst wurde. Danach betrachtete Klinsmann seine Aufgabe als Projektmanager als beendet und ging freiwillig. Dass er überhaupt die Gelegenheit bekam, die deutsche Auswahl zu trainieren, ist einer außergewöhnlichen Karriere als Spieler geschuldet, die den Schwaben durch halb Europa führte.

Als Profistationen stehen neben den Bayern die Stuttgarter Kickers (1981 bis 1984), der VfB Stuttgart (1984 bis 1989), Inter Mailand (1989 bis 1992), AS Monaco (1992 bis 1994), Tottenham Hotspur (1994 bis 1995 und 1998) und Sampdoria Genua (1997) in seiner Vita. Die größten Erfolge allerdings feierte Klinsmann mit der Nationalelf, für die er 108 Mal antrat und 47 Tore erzielte. Der Angreifer gehörte zum Weltmeister-Team von 1990; beim Gewinn der Europameisterschaft 1996 nahm er als Kapitän den Pokal entgegen.

Von einem Leben im Rampenlicht hatte Klinsmann nach der aktiven Laufbahn zunächst genug: Mit seiner Familie – Ehefrau Debbie und die Kinder Jonathan und Leila – zog er in die Vereinigten Staaten. An seinem neuen Lebensmittelpunkt nahe Los Angeles war er dem Fußball eher lose verbunden. Nun geht er nach seiner Arbeit als Bundestrainer das zweite Wagnis ein. Der FC Bayern könnte seine größte Herausforderung werden.

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Jahrgang 1974, Sportredakteur.

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