Nach den Worten von Bundesligamanagern, Fernsehintendanten und Politikern sind die Fans die großen Gewinner der Entscheidung über die TV-Übertragungsrechte. Bei der Vergabe der Fernsehrechte für die Bundesliga ist der bisherige Partner Premiere leer ausgegangen. Die Pay-TV-Rechte erhält ein Konsortium von Kabelnetzbetreibern mit dem Namen Arena. Die Premiere-Aktie brach daraufhin um mehr fast 40 Prozent ein.
Georg Kofler (Premiere-Chef): „Mir ist schon klar, daß das dramatische Auswirkungen auf den Aktienkurs und den psychotherapeutischen Zustand mancher Leute hier im Hause hat.“
Rainer Hüther (DSF-Geschäftsführer): „Ein großer Tag für das DSF. Wir sichern damit das Kernrecht des Senders für die nächsten Jahre. In dem damit verbundenen hoch kompetitiven Bieterverfahren haben wir alle unsere Ziele erreicht. Mit der erneuten Rechtevergabe an das DSF honoriert die DFL unsere hohe Kompetenz in der Bundesliga-Berichterstattung. Wir werden dieses Vertrauen auch in den nächsten Jahren bestätigen und den Fans die Fußball-Bundesliga gewohnt hochklassig präsentieren.“
Michael Meier (DFL-Vorstandsmitglied): „Es ist der richtige Beschluß. Nach den Kriterien, die wir heranziehen mußten, war es die richtige Entscheidung.“
Harald Strutz (DFL-Vorstandsmitglied): „Mit dem wirtschaftlichen Ergebnis kann jeder zufrieden sein. Der Abschluß ist auch unter perspektivischen Gesichtspunkten zu sehen.“
Andreas Rettig (DFL-Vorstandsmitglied): „Ich bin traurig, daß wir einen langjährigen Partner verloren haben. Daß man Fußball-Kompetenz von A nach B verteilen kann, ist nicht zum ersten Mal vorgekommen.“
Wolfgang Holzhäuser (Geschäftsführer Bayer Leverkusen und Vizepräsident des Liga-Verbandes): „Ich bin mit der Entscheidung zufrieden, weil kein Verein wird weniger bekommen soll, sondern seine Einnahmen steigern wird. Ich gehe davon aus, daß in den kommenden zwei Wochen weitere Details bekannt werden.“
Nikolaus Brender (ZDF-Chefredakteur): „Unser Ziel war es, daß das 'aktuelle sportstudio' die Topadresse für Spitzensport am Samstag abend bleibt. Dafür haben wir gekämpft. Mit dem Erhalt der Zweitrechte, können wir die begonnene Formatarbeit an der Sendung konsequent fortsetzen. Die Redaktion ist bestens aufgestellt. Im Sommer wurde die Sendung auf den angestammten Platz um 22 Uhr zurückverlegt.“
Helmut Reize (Intendant Hessischer Rundfunk): „Ich sehe in der Entscheidung für die ARD auch eine große Anerkennung durch die DFL und die Vereine - sie wissen die Leistung des ARD-Sportschau-Teams sehr zu schätzen. Die Liga hat klar gemacht, daß Geld allein nicht entscheidend ist. Die zeitnahe Sportschau- Berichterstattung nach den Samstagspielen - vor allem für die jugendlichen Fußball-Fans - haben die Vereine höher bewertet als ein paar Millionen Euro mehr. Für eines der attraktivsten Sportrechtepakete Deutschlands hat die ARD einen angemessenen Preis bezahlt. Er ist höher als bisher, aber als Investition für das Programm der ARD ist er es wert.“
Werner E. Klatten (Vorstandsvorsitzender EM.TV AG): „Mit dem Erwerb der umfangreichen Bundesliga-Rechte ist dem DSF nach der Akquisition der Uefa-Cup-Rechte im Mai diesen Jahres ein weiterer wichtiger Schritt bei der langfristigen Sicherung von attraktivem Spitzenfußball gelungen. Bei diesem Bieterwettbewerb war für uns von Anfang an Maßstab, daß der Sender nur kaufmännisch vertretbare Angebote abgeben wird. Daran haben wir uns gehalten. Der Erwerb unterstreicht einmal mehr die zentrale Bedeutung des DSF und des Segments Sport insgesamt für den EM.TV-Konzern.“
Manfred Bodner (stellvertretender Chef betandwin.com): „Die Entscheidung der DFL ist ein Meilenstein in der Geschichte von betandwin. Erstmals werden wir als größter Sportwettenanbieter in Kontinentaleuropa eigenständig die Rechte an einer nationalen Liga erwerben und begründen damit eine Partnerschaft mit der DFL, die wir in verschiedenen Themenbereichen intensivieren und ausbauen möchten. Die Bundesliga wird mit ihrer Entscheidung weltweiter Vorreiter im Bereich internationale cross-mediale Vermarktung sein. Wir freuen uns sehr über das entgegengebrachte Vertrauen der Liga.“
Jürgen Rüttgers (Ministerpräsident Nordrhein-Westfalen): „Das ist ein guter Tag für die Fußballfans in Deutschland. Die DFL hat eine kluge und zukunftsweisende Entscheidung getroffen. Wie bisher ist eine umfassende Berichterstattung über die Bundesliga im frei empfangbaren Fernsehen gewährleistet. Das ist für mich ein Stück Grundversorgung. Gleichzeitig hat die DFL mit ihrer Entscheidung die Chance eröffnet, daß künftig die gesamte Palette der möglichen Übertragungswege für die Berichterstattung genutzt werden kann.“
Heribert Bruchhagen (Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt): „Daß die Sportschau weiter um diese Uhrzeit am Samstag im Free-TV zu sehen ist, ist ein Erfolg für die Fans. Bei einem Gespräch mit Herrn Mahr habe ich gesagt, daß ich als Kind mit meinem Bruder immer zwischen 18.00 und 20.00 Uhr zu Hause die Sportschau gesehen habe. Das war der Kristallisationspunkt unserer Familie. Mama hat gekocht und wir haben Fußball gesehen.“
Gerhard Mayer-Vorfelder (Präsident des Deutschen Fußball-Bundes): „Es gab nur Informationsfragen einzelner Vereinsvertreter, aber es war von vornherein feststehend, daß das Vorgetragene auch abgesegnet wird. Es war so, daß Premiere auf die Karte alles oder nichts gesetzt hat. Da war es klar, daß man beim Bezahlfernsehen auf einen neuen Anbieter ausweicht. Für Premiere ist das natürlich eine schwierige Situation. Die Freitagsspiele waren immer sehr beliebt, die Sonntagsspiele weniger. Ich glaube, wir haben eine gute Lösung gefunden, alle können zufrieden sein.“
Thomas Gruber (ARD-Vorsitzender): „Wir freuen uns über den Zuschlag der DFL. Mit dem Zuschlag für die ARD wird nicht nur der große Erfolg der Sportschau gewürdigt, sondern auch dem Wunsch der Fans und unserer Zuschauer Rechnung getragen. Somit kann jeder in Deutschland, und insbesondere auch die Jugend, zu einer zuschauerfreundlichen Zeit am Bundesliga-Geschehen teilhaben.“
Günter Struve (ARD-Programmdirektor): „Der Zuschlag für die ARD ist die Anerkennung der Qualität und des Publikumserfolges der Sportschau. Nun wird die Erfolgsgeschichte der Sportschau fortgeschrieben. Die Sportschau wird nach wie vor über sieben Spiele berichten - die 6 Samstags-Spiele sowie - als Erster im frei empfangbaren Fernsehen - über das Freitagsspiel. Hinzu kommen wie bisher die 2 Livespiele pro Saison.“
Fritz Pleitgen (WDR-Intendant): „Die Sportschau ist die beste Werbung für die Bundesliga. Die Entscheidung der DFL bestätigt unsere Leistung. Wir werden auch in Zukunft alle Register ziehen, um den deutschen Spitzenfußball so attraktiv wie möglich zu präsentieren. Daß die Highlights der Bundesliga möglichst zeitnah nach Spielschluß - also deutlich vor 20 Uhr - gezeigt werden, ist ein ständig geäußerter Wunsch der Fans. Auch von den Vereinen wissen wir, daß sie die Bundesliga am besten in der Sportschau aufgehoben sehen. Was die DFL heute verkündet hat, ist gut für den Fußball und gut für das Publikum.“
Jobst Plog (stellvertretender ARD-Vorsitzender): „Mit der erneuten Vergabe an die ARD hat die DFL das Verdienst der Sportschau gewürdigt, die die Bundesliga wieder zu einem breiten Publikums-Magneten im Fernsehen gemacht hat. Damit bleibt die Bundesliga das was sie ist und sein sollte, ein Produkt für alle Menschen.“
Fußball-Premiere mit fachlichen Analphabeten nach dem Exodus von PREMIERE
Paul H. Peiseler (paolo5)
- 22.12.2005, 13:36 Uhr
Euphemismus
gisbert heimes (gisbert4)
- 22.12.2005, 17:11 Uhr