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Nürnbergs Israeli Cohen „Ich spüre keinen Antisemitismus“

„Club“-Spieler Almog Cohen nahm am Gedenkabend für die in der NS-Zeit ausgeschlossenen Mitglieder teil. Der Israeli spricht über seine Empfindungen in der Stadt der Reichsparteitage.

© imago sportfotodienst Almog Cohen spielt als Israeli in Deutschland: „Ich habe schon in der Schule die Nürnberger Gesetze als ein Thema gehabt - so wie jeder in Israel“

Hatte dieser Abend für Sie eine besondere Bedeutung?

Ja, es war schon ein besonderes Gefühl, bevor es losgegangen ist. Es ist schön, dass der Verein das für den jüdischen Trainer Jenö Konrad tut. Und dass die Fans ihn so sehr respektieren.

Nicht weit vom „Club“-Gelände ist auch das Dokumentationszentrum zur NS-Zeit. Haben Sie das auch besucht?

Drei- oder viermal. Einmal gab es einen speziellen Abend über israelische Fußballer in Deutschland, da war ich auch dabei.

FC Augsburg - 1. FC Nuernberg © dapd Vergrößern Cohen (r.) in Aktion: „Jetzt bin ich einfach stolz, hier zu spielen“

Ist es noch einmal eine spezielle Situation, dass Sie nicht nur in Deutschland, sondern in Nürnberg spielen, der Stadt der Reichsparteitage mit all der Nazi-Architektur in der Nähe?

Ich habe schon in der Schule die Nürnberger Gesetze als ein Thema gehabt - so wie jeder in Israel. Als ich dann den ersten Tag hier war und vor dem Stadion diese alten Tribünen gesehen habe, das hat mich schon berührt. Aber das hat sich geändert, als ich mit den Menschen hier zu tun bekommen habe. Der Verein hat sich toll gekümmert. Jetzt bin ich einfach stolz, hier zu spielen.

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War Ihre Familie von der Nazi-Herrschaft in Deutschland betroffen?

Nein, meine Familie kommt aus Marokko. Aber ich habe viele Freunde in Israel, und schon als ich klein war, war ich damit oft konfrontiert. Es ist natürlich ein spezielles Thema dort, und jeder Fußballspieler, der nach Deutschland geht, wird danach gefragt. Die Leute wissen einfach nicht genau, wie es hier ist. Aber ich versuche die Wahrheit zu sagen: Ich spüre keinen Antisemitismus. Ich bin wirklich gerne hier.

Die Fragen stellte Christian Kamp.

Quelle: F.A.Z.

 
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