Home
http://www.faz.net/-gtm-75zdu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Nürnbergs Israeli Cohen „Ich spüre keinen Antisemitismus“

„Club“-Spieler Almog Cohen nahm am Gedenkabend für die in der NS-Zeit ausgeschlossenen Mitglieder teil. Der Israeli spricht über seine Empfindungen in der Stadt der Reichsparteitage.

© imago sportfotodienst Vergrößern Almog Cohen spielt als Israeli in Deutschland: „Ich habe schon in der Schule die Nürnberger Gesetze als ein Thema gehabt - so wie jeder in Israel“

Hatte dieser Abend für Sie eine besondere Bedeutung?

Ja, es war schon ein besonderes Gefühl, bevor es losgegangen ist. Es ist schön, dass der Verein das für den jüdischen Trainer Jenö Konrad tut. Und dass die Fans ihn so sehr respektieren.

Nicht weit vom „Club“-Gelände ist auch das Dokumentationszentrum zur NS-Zeit. Haben Sie das auch besucht?

Drei- oder viermal. Einmal gab es einen speziellen Abend über israelische Fußballer in Deutschland, da war ich auch dabei.

FC Augsburg - 1. FC Nuernberg © dapd Vergrößern Cohen (r.) in Aktion: „Jetzt bin ich einfach stolz, hier zu spielen“

Ist es noch einmal eine spezielle Situation, dass Sie nicht nur in Deutschland, sondern in Nürnberg spielen, der Stadt der Reichsparteitage mit all der Nazi-Architektur in der Nähe?

Ich habe schon in der Schule die Nürnberger Gesetze als ein Thema gehabt - so wie jeder in Israel. Als ich dann den ersten Tag hier war und vor dem Stadion diese alten Tribünen gesehen habe, das hat mich schon berührt. Aber das hat sich geändert, als ich mit den Menschen hier zu tun bekommen habe. Der Verein hat sich toll gekümmert. Jetzt bin ich einfach stolz, hier zu spielen.

Mehr zum Thema

War Ihre Familie von der Nazi-Herrschaft in Deutschland betroffen?

Nein, meine Familie kommt aus Marokko. Aber ich habe viele Freunde in Israel, und schon als ich klein war, war ich damit oft konfrontiert. Es ist natürlich ein spezielles Thema dort, und jeder Fußballspieler, der nach Deutschland geht, wird danach gefragt. Die Leute wissen einfach nicht genau, wie es hier ist. Aber ich versuche die Wahrheit zu sagen: Ich spüre keinen Antisemitismus. Ich bin wirklich gerne hier.

Die Fragen stellte Christian Kamp.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Julianne Moore im Gespräch Die Welt hat an mir gezweifelt

Julianne Moore gehört zu den markantesten Frauen Hollywoods – wegen ihres roten Haarschopfs und ihres Talents. Ein Gespräch über Zwänge und Passionen, Fast Food in den Ferien und deutsche Türklinken. Mehr

20.11.2014, 12:08 Uhr | Gesellschaft
Österreich im Film Ein Wiener auf der Baustelle ersetzt das Radio

Österreicher trauen sich im Fernsehen viel mehr als Deutsche. Sie kennen einfach keine Geschmacksgrenzen. Ein Gespräch mit den Schauspielern Nicholas Ofczarek und Robert Palfrader über Österreich. Mehr

20.11.2014, 23:03 Uhr | Feuilleton
Auschwitz-Prozess Das waren Überzeugungstäter

Ein Kinofilm erzählt jetzt die Geschichte des Auschwitz-Prozesses aus den frühen Sechzigern. Peter Kalb, geboren 1941, betreute damals die Zeugen; Alexander Fehling, Jahrgang 1981, spielt im Film einen Staatsanwalt. Ein Gespräch über den Umgang mit der Hölle. Mehr

10.11.2014, 10:25 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 23.01.2013, 17:30 Uhr

Umfrage

Wer ist Ihr Weltfußballer 2014?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Überall Zerstörungswut

Von Michael Horeni

Seit Marco Reus in Dortmund spielt, sammelt er keine Titel, sondern Einträge in der Krankenakte. Ein Wechsel zu Bayern könnte ihm zu einer besseren und längeren Karriere verhelfen in einer Branche, die Raubbau mit der Gesundheit treibt. Mehr 2 3