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Niere nicht angenommen Klasnic sucht neuen Spender

 ·  Fußballprofi Ivan Klasnic steht vor einer weiteren Nierentransplantation. Das am Donnerstag implantierte Organ, eine Spende seiner Mutter, ist von seinem Körper nicht angenommen worden. Klasnic sei „seelisch stark mitgenommen“, hieß es in Bremen.

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Schon am Montagmorgen sprach in Bremen kaum noch jemand vom Sieg gegen Hannover 96. Das lag nicht daran, dass der 3:0-Sieg von Werder am Sonntagabend ein am Ende zu deutlicher Arbeitssieg gewesen war, der den Bremern zwar die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga zurückbrachte. Es lag an neuen Informationen über den Gesundheitszustand des an einer Niereninsuffizienz leidenden Stürmers Ivan Klasnic.

Werder veröffentlichte auf seiner Internetseite eine Pressemitteilung von Klasnics Anwalt Klaus-Peter Horndasch. Der Vertraute des Profis berichtete, dass Klasnic sich einer weiteren Nierentransplantation unterziehen müsse, weil das am Donnerstag in Bremen implantierte Organ, eine Spende seiner Mutter, von Klasnics Körper nicht angenommen worden sei.

Neue Transplantation in acht Wochen

Klasnic sei zunächst „seelisch stark mitgenommen“ gewesen, sagte Horndasch der Deutschen Presse-Agentur. Inzwischen gehe es ihm besser. Die Umstände seien nicht lebensbedrohlich. Eine neue Transplantation soll in voraussichtlich acht Wochen versucht werden.

Dazu muss aber zunächst ein neuer Spender aus dem persönlichen Umfeld Klasnics gefunden werden. Die Gründe für das Abstoßen des Organs würden von den behandelnden Ärzten gesucht, sagte Horndasch. Durch die Komplikationen wird sich die Rückkehr des Stürmers auf den Rasen verzögern. „Wir gehen davon aus, dass Ivan Klasnic seinem Verein frühestens in sechs Monaten wieder zur Verfügung steht“, sagte der Anwalt.

Chancenausbeute schwach, Mittelfeld blass

Die Krankheit Klasnics ließ ein Spiel in den Hintergrund rücken, das für Werder ohnehin nicht mehr als einen erfolgreichen Start in die Rückrunde bedeutete. Die Bremer sind ja mit dem Ziel in die Rückserie gegangen, den Titel zu gewinnen, und auf diesem Weg ist ein Heimsieg gegen Hannover schlichtweg Pflicht.

Zufrieden waren Trainer Thomas Schaaf und Manager Klaus Allofs dann aber schon mit der Leistung der Mannschaft, nur nicht über die gesamte Spielzeit. „Es ist ja normal, dass nach einer Pause nicht alles glatt läuft“, sagte Allofs, „wir haben drei Tore geschossen, hatten viele Möglichkeiten, da muss man zufrieden sein. Aber es gibt vieles, was wir besser machen können.“ Die Chancenausbeute war schwach, und das Mittelfeld spielte mit dem blassen Diego dieses Mal nur mäßig.

Fünf von sechs Elfmetern verschossen

Die Tore schossen Tim Borowski in der fünften Minute, Hugo Almeida in der 67. Minute und Per Mertesacker in der 74. Minute. Die besten Möglichkeiten vergab Miroslav Klose. Zweimal lief er in der ersten Halbzeit allein auf das von Robert Enke bestens bewachte Tor zu, beide Male blieb Enke der Sieger. Und auch den Freischuss aus elf Metern ließ Klose ungenutzt, als er den Elfmeter vergab, nachdem er selbst zuvor im Strafraum gefoult worden war (70. Minute). Klose zeigte sich später selbstkritisch: „Ich wollte das Tor erzwingen, das ging nach hinten los.“

Von den letzten sechs Elfmetern hat Werder nur einen verwandelt, Klose selbst verschoss fünf seiner letzten zehn - zum Glück hat er andere Qualitäten und zeigte sich in dieser Kategorie von seiner besten Seite: Er bereitete alle drei Treffer vor. Die Spieler waren nach der Partie deutlich kritischer als die Verantwortlichen. Per Mertesacker etwa monierte, man habe zu viele Chancen der Hannoveraner zugelassen.

Rosenberg durfte sich zeigen

Manager Allofs wollte sich schon eine Stunde nach der Partie nur noch mit dem Erfreulichen des verregneten Abends vor 42 000 Zuschauern im Weserstadion befassen. Das war für ihn die im Winter weiter verstärkte Ersatzbank. „Unsere Bank macht mir Mut. Wir haben viele Möglichkeiten. Was unseren Kader angeht, sind wir gut gerüstet“, sagte Allofs. Der neue schwedische Stürmer Markus Rosenberg durfte sich den Fans schon ein paar Minuten zeigen, in Schulz, Pasanen, Vranjes stehen Alternativen für alle Mannschaftsteile bereit; der eingewechselte Almeida traf sofort.

Werder fühlt sich gut vorbereitet für die schweren Partien in Leverkusen, gegen Schalke und in Stuttgart. „Es geht jetzt Woche für Woche um entscheidende Punkte“, sagte der Manager, „für uns ist wichtig, dass wir nicht auf die anderen gucken, sondern unser Ding machen. Damit sind wir 2004 gut gefahren.“ Es sprach auch ein gutes Maß Kampfeslust mit, als Allofs schloss: „Wir sind ganz oben, die andere müssen uns einholen.“

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