14.11.2011 · Mark van Bommel kehrt am Dienstag (20.45 Uhr) mit der niederländischen Nationalmannschaft nach Deutschland zurück. Der ehemalige Bayern-Profi hofft bei der EM auf die Schlusspointe seiner langen internationalen Karriere
Von Frank Heike, HamburgWenn er mit dem FC Bayern zum Hamburger SV kam, war er immer einer der Lieblingsfeinde der HSV-Fans - schon bei der Nennung seines Namens pfiffen die Anhänger. Das wiederholte sich erst recht beim ersten typischen Foul im Niemandsland des Mittelfeldes mit anschließender Unschuldsgeste. Mark van Bommel hat seine Spielweise nicht verändert, und insofern werden die deutschen Nationalspieler auch an diesem Dienstag im Testspiel gegen die Niederlande (20.45 Uhr/ live im ZDF und F.A.Z.-Liveticker) wohl einige Male unliebsame Bekanntschaft mit ihm machen. Anschließende Pfiffe von den Rängen inbegriffen.
Dass die Partie zwischen Deutschland und den Niederlanden kein gemütlicher Jahresausklang voller Nettigkeiten wird, kann man allein aus van Bommels Aussagen zum Länderspiel-Abschluss 2011 herauslesen: "Ein Match gegen Deutschland kann schon aus historischen Gründen kein Freundschaftsspiel sein. Für mich ist die Partie ein Klassiker - auch deshalb, weil einige unserer Spieler schon in der Bundesliga waren oder sind", sagte van Bommel dem "Kicker". Van Bommel mit seiner Vergangenheit beim FC Bayern (2006 bis Januar 2011), Joris Mathijsen (bis zum Sommer beim HSV), der Schalker Klaas Jan Huntelaar sowie Edson Braafheid und Ryan Babel von der TSG Hoffenheim spielten oder spielen in Deutschland und könnten an diesem Dienstag in Nationaltrainer Bert van Marwijks Startelf stehen.
Zudem stehen Khalid Boulahrouz vom VfB Stuttgart und der ehemalige HSV-Profi Nigel de Jong, zwei weitere deutschlanderfahrene Spieler, im Kader. Aus dieser Fraktion fehlt allein Rafael van der Vaart (Tottenham): Eine Oberschenkelverletzung verhindert die Rückkehr des ehemaligen Hamburger Spielers.
Der Charakter des Spiels werde ganz gewiss von Rivalität geprägt sein, fügte van Bommel hinzu. Eine pikante Note in der Partie, die ihm schmeckt. Beweisen muss er dabei niemandem etwas. In der Bundesliga kennt man seine Qualitäten zur Genüge: Zweikampfstärke, taktisches Verständnis, Spieleröffnung, Führungskraft. Vor allem Letztere haben sie bei den Bayern an ihm geschätzt und recht schnell vermisst, nachdem van Bommel Anfang 2011 vor dem ehemaligen Trainer Louis van Gaal aus München geflohen war. Van Gaal sah damals Schweinsteiger und Kroos auf den Positionen vor der Abwehr als gesetzt an, auch Timoschtschuk und Luiz Gustavo hätte er van Bommel vorgezogen.
Nach einer frustrierenden Halbserie und noch schlechteren Aussichten zog van Bommel die Reißleine und wechselte quasi über Nacht zum nächsten Spitzenklub (er hat ja auch schon zwei Jahren für den FC Barcelona gespielt). In der Altherrenriege des AC Mailand feierte van Bommel im Sommer den nächsten Erfolg seiner langen Laufbahn und wurde italienischer Meister.
Auch in dieser Spielzeit gehört van Bommel zum Stamm der Mailänder. Doch 2012 läuft der Vertrag aus, und van Bommel plant die Rückkehr nach Eindhoven. "Ich möchte meine Karriere dort beenden, doch den Zeitpunkt weiß ich noch nicht", sagt er. Auch in der Nationalmannschaft soll es für den Kapitän noch etwas weitergehen. Endlich soll der erste Titel seit der Europameisterschaft 1988 in Deutschland her; zu gern gehörte van Bommel zur Generation der neuen Sieger. Er zählt - wenig überraschend - sein Team neben Spanien und Deutschland zu den größten Favoriten auf den Titel im nächsten Jahr in der Ukraine und Polen. "Unsere Tendenz zeigt seit 2008, als van Marwijk die Elf übernahm, kontinuierlich nach oben. Wir haben uns seit der Weltmeisterschaft in Südafrika noch einmal verbessert, weil wir Details verändern und verbessern", sagt van Bommel.
Dazu gehöre, dass die Positionen vor der Abwehr sehr variabel besetzt seien - einer von beiden "Sechsern" schiebe sich situationsbezogen immer nach vorn und sorge für eine Überzahl in Ballnähe. Neben van Bommel wird das am Dienstag wohl Kevin Strootmann vom PSV Eindhoven sein, 13 Jahre jünger als van Bommel. Überhaupt hat die Mannschaft des Weltmeisterschaftszweiten eine sehr gute Mischung aus Alt und Jung im Team. Und noch eine andere Mixtur macht die Qualität dieses niederländischen Jahrgangs aus. Mark van Bommel sagt: "Unsere Spieler sind bei den besten Klubs Europas aktiv. Sie bringen Dinge aus anderen Fußballkulturen mit. Wir nehmen das auf und verfeinern es auf holländische Weise." Dieser Mix soll im nächsten Sommer zu mehr als nur einem Sieg gegen den großen Rivalen in diesem Winter führen.
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |