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Rekord-Ablösesumme : Neymar und das Financial Foul Play

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Der katarische Präsident von Paris Saint-Germain, Nasser Al-Khelaifi, und sein Rekord-Transfer Neymar Bild: AFP

Neymars Transfer zu Paris Saint-Germain spaltet die europäische Klubgemeinschaft. Experten halten das Financial Fair Play endgültig für gescheitert.

          Zweihundertzweiundzwanzig Millionen Euro. Der spanische Ligaverband LFP lehnte sie ab. Ohne Angaben von Gründen, ohne rechtliche Grundlage. Der Wechsel von Neymar vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain ist zu einem Politikum geworden, das die europäische Klubgemeinschaft zu spalten droht. Javier Tebas, der LFP-Präsident, beruft sich auf die Regularien des Financial Fair Play (FFP) der Europäischen Fußball-Union (Uefa). Die Unterlagen des Transfers übermittelte die LFP nicht rechtzeitig nach Paris, am Samstag, beim Heimspiel gegen Amiens musste der neue Star zuschauen. Schon vor Vollzug des Wechsels hatte Tebas angekündigt, dass er bei der Uefa klagen werde. Nachdem das Geld an den FC Barcelona überwiesen war, kündigten die Katalanen an, die Details des Transfers an die Uefa zu übermitteln, um ihn prüfen zu lassen.

          Experten halten das FFP im Neymar-Zeitalter endgültig für gescheitert. „Vor dem Hintergrund der von Platini (dem früheren Uefa-Präsidenten, d. Red.) genannten Begriffe war das Financial Fair Play schon vor der Einführung gescheitert, denn es gewährleistet strukturell, dass die großen Vereine groß bleiben und die kleinen Vereine klein“, behauptet Frank Koch, Leiter des Sportrechteteams bei Taylor Wessing in Hamburg. Die internationale Wirtschaftssozietät berät Investoren beim Einstieg in den Fußball. „An der finanziellen Dominanz der Top-Klubs hat sich nichts verändert, von externen Investoren unterstützte Mannschaften wie Manchester City oder PSG haben lediglich Wege gefunden, die Regularien zu umgehen.“ Die Spielergewerkschaft Fifpro sieht es ähnlich: „Eskalierende Summen“ hätten die Balance zerstört. Uefa-Präsident Aleksander Ceferin erklärte, der Verband prüfe „verschiedene konkrete Maßnahmen“, die für größere sportliche Balance sorgen könnten.

          Die französische Sportzeitung „L’Équipe“ berichtet, der FC Barcelona habe Kontakt zu anderen europäischen Klubs gesucht. Das Ziel: eine Allianz gegen Paris Saint-Germain, ein gemeinsamer Zug zur Uefa. Bayern München und Juventus Turin sollen zugesagt haben. Ihre Unterstützung ausgeschlossen hätten dagegen Real Madrid, der Erzrivale der Katalanen, sowie Manchester City, auf das wegen der finanziellen Unterstützung aus Abu Dhabi wohl auch Probleme zukommen würden, wenn der Neymar-Transfer Sanktionen für PSG nach sich zieht.

          Dabei war das Ziel des im Jahre 2015 eingeführten Financial Fair Play, dem großen Prestigeprojekt des mittlerweile wegen Korruption geschassten Platini, die europäischen Klubs zu einen und die Ausgaben auf dem Transfermarkt zu drosseln. Mehr Transparenz, mehr Chancengleichheit und ein fairer Wettbewerb sollten erreicht werden. Maßgebend ist die „Break-Even-Rule“, nach der ein Klub nicht mehr ausgeben darf, als er einnimmt. Defizite in den Bilanzen dürfen nicht durch externe Zuwendungen, etwa durch Investoren, ausgeglichen werden – Einnahmen müssen aus dem operativen Geschäft generiert werden. Klubverantwortliche verstehen es aber, das FFP zu umgehen. In der Praxis scheinen die Regeln längst nicht für alle in gleicher Weise zu gelten. So wie beim Transfer von Neymar. „Wenn ihn jemand verpflichten möchte, dann muss derjenige seine Ausstiegsklausel bezahlen, und momentan ist dies unmöglich, weil man ansonsten das Financial Fair Play nicht einhält“, bekräftigte Josep Bartomeu, der Präsident des FC Barcelona, noch Ende Juli.

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