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Nationalmannschaft „Wir scheuen uns nicht vor Härtefällen“

Bundestrainer Löw vertraut bei der EM in der Schweiz und Österreich bewährten Kräften im „Team ums Team“. Bei den Spielern für den Kader der 23 Auserwählten könnte es dagegen noch Überraschungen geben.

© AP Vergrößern Löw: „Es gibt schon einen Masterplan für die EM”

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sich für das neue Jahr höchste Ziele gesetzt. Präsident Theo Zwanziger erhofft sich bei der Europameisterschaft der Männer in Österreich und der Schweiz den Titel sowie bei den Olympischen Spielen in Peking die Goldmedaille für die Frauen-Nationalmannschaft.

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„Ich bin Optimist: Wir wollen 2008 bei den Männern Europameister und bei den Frauen in China Olympiasieger werden, denn diesen Titel haben die Frauen noch nicht errungen“, sagte Zwanziger in einem Interview mit dem „Kicker“.

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„Werden minutiös den Ablauf festlegen“

Unterdessen beginnt mit dem Start ins Jahr 2008 für Bundestrainer Joachim Löw die Vorbereitung auf sein erstes großes Turnier in der Chefrolle. „Es gibt schon einen Masterplan für die EM. Wir haben durch den Confederations Cup 2005 und die Weltmeisterschaft 2006 die Erfahrung, wie man eine Mannschaft auf den Tag X vorbereitet“, sagte der Bundestrainer gegenüber der Deutschen Presseagentur.

Seit der Gruppenauslosung bei der Europameisterschaft Anfang Dezember hat bei der Nationalmannschaft die letzte Planungsphase begonnen. Dabei greift der Bundestrainer zusammen mit Manager Oliver Bierhoff nicht zuletzt auf die Erfahrungen vor der Weltmeisterschaft 2006 mit Jürgen Klinsmann zurück. Wie damals will Löw im Januar mit seinen wichtigsten Helfern wie Bierhoff, Assistenztrainer Hans-Dieter Flick, Torwarttrainer Andreas Köpke, dem Schweizer Chefscout Urs Siegenthaler, dem Psychologen Hans-Dieter Hermann und den deutsch-amerikanischen Fitnesscoaches den Zeit- und Ablaufplan der unmittelbaren Vorbereitung auf die Europameisterschaft exakt festlegen. „Was passiert an Tag zwei, was an Tag vier? Es bedarf Gefühl, wann man welche Reize setzt. Wir werden minutiös den Ablauf festlegen“, sagte Löw.

„Wollen die Qual der Wahl“

Der Bundestrainer vertraut für die Europameisterschaft seinen bei der WM 2006 erprobten Spitzenkräften. Dazu zählt nicht zuletzt der amerikanische Fitnesstrainer Mark Verstegen von Athletes’ Performance aus Arizona, der zusammen mit Shad Forsythe und Oliver Schmidtlein den Fitnesszustand der deutschen Spieler deutlich verbesserte. „Auf ihn können wir uns im individuellen Fitnessbereich der Spieler absolut verlassen“, sagte Löw mit Blick auf die EM. „Beim Team ums Team wird es keine Veränderungen geben“, sagte der Bundestrainer über den Stab von rund zwanzig Helfern der Nationalmannschaft.

Bei den Spielern für den Kader der 23 Auserwählten könnte es dagegen noch Überraschungen geben. Denn vor schwierigen und unbequemen Personalentscheidungen will der Bundestrainer nicht zurückschrecken: „Wir wollen die Qual der Wahl haben. Wir scheuen uns nicht vor Entscheidungen und Härtefällen.“

Bierhoff: „Glückstreffer gelandet“

Bis zur Europameisterschaft stehen nur noch vier Vorbereitungsspiele auf dem Programm: gegen Österreich am 6. Februar in Wien, gegen die Schweiz am 26. März in Basel, gegen Weißrussland am 27. Mai in Kaiserslautern und zum Abschluss gegen Serbien am 31. Mai in Gelsenkirchen. Die beiden letzten Tests sind eingebettet in das Trainingslager auf Mallorca vom 19. bis 30. Mai. In das Basisquartier in Ascona im Schweizer Kanton Tessin wird die Nationalmannschaft am 3. Juni einziehen, genau fünf Tage vor dem ersten Gruppenspiel, was exakt der Minimumvorgabe der Europäischen Fußball-Union entspricht.

Manager Bierhoff, der schon für die sehr erfolgreiche Organisation des WM-Quartiers im Berliner Schlosshotel Grunewald verantwortlich zeichnete, hält den deutschen EM-Standort in der Schweiz für das „Nonplusultra“ – obwohl alle drei Gruppenspiele in Österreich stattfinden. Im Trainingszentrum in Tenero stehen der Nationalmannschaft drei der sechs Fußballplätze alleine zur Verfügung. „Wir haben einen Glückstreffer gelandet“, sagt Bierhoff.

Quelle: F.A.Z.

 
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