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Nationalmannschaft schlägt Uruguay Mit Rückenwind in die EM-Qualifikation

29.05.2011 ·  Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft besteht den Test vor den EM-Qualifikationsspielen gegen Österreich und Aserbaidschan. Beim 2:1-Sieg gegen Uruguay erlebt Stürmer Gomez einen rundum gelungenen Abend. Auch Schürrle trifft.

Von Michael Horeni, Sinsheim
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Wenn es einen Moment gegeben hat, der Mario Gomez in der Nationalmannschaft aus der Bahn geworfen hat, dann war es die Szene vor drei Jahren, als er gegen Österreich den Ball unmittelbar vor der Linie nicht ins Tor brachte. Danach verfiel der Torjäger in eine Krise, die für ihn in der Nationalelf bittere Züge annahm. Bis zuletzt, als er in der Bundesliga schon wieder zu alter Klasse zurückgefunden hatte, pfiffen ihn die Fans im Nationaltrikot aus.

Am Sonntag beim 2:1-Sieg gegen Uruguay war nach zwanzig Minuten aber der Augenblick gekommen, in dem sich Gomez mit der Nationalmannschaft und die Fans mit Gomez endgültig miteinander versöhnten. Der Torschützenkönig der Bundesliga jagte dem unaufmerksamen Diego Lugano dreißig Meter vor dem Tor den Ball ab, zog dynamisch in Richtung Tor, ließ einen weiteren Verteidiger ins Leere laufen und auch für Torwart Muslera hatte er noch eine Täuschung parat. Der Lohn war der deutsche Führungstreffer und für ihn persönlich ein dreifach donnerndes „Gomez“ von den Rängen.

Als der Torjäger fünf Minuten später bei einer guten Gelegenheit kurz vor der Linie scheiterte, bedachte ihn das Publikum nicht mehr wie sonst mit Pfiffen, sondern spendete aufmunternden Applaus. Die lange Integration von Gomez im Nationaltrikot, sie vollzog sich in Sinsheim nach drei schier endlosen Jahren für einen auch von der Körpersprache endlich wieder selbstbewussten Gomez. Dies war der größte individuelle Gewinn in einem nur anfänglich munteren Testspiel, zu dem Andre Schürrle (35.) und Walter Gargano (48.) für Uruguay die weiteren Treffer beisteuerten.

Klose muss zunächst die Bank drücken

In der zweiten Halbzeit kehrte dann aber wieder Miroslav Klose zurück, den der Bundestrainer im Duell des WM-Dritten gegen den Vierten von Südafrika diesmal zu Beginn nur den Platz zugewiesen hatte, den er vom FC Bayern zur Genüge kennt. Aber als Klose von der Bank kam, musste diesmal nicht Gomez gehen, sondern Mesut Özil, und dass mit Klose und Gomez nun zwei Stürmer auf dem Platz waren, markierte den Versuch eines Systemwechsels zu einem sehr flexibel interpretierten 4-4-2. Die Variante, es wieder mit zwei Stürmern zu versuchen, diente als Testlauf für die EM-Qualifikationsspiele am Freitag in Österreich, aber mehr noch am darauffolgenden Dienstag in Aserbaidschan.

Der Erkenntnisgewinn eines Testspiels mit insgesamt sechs Auswechslungen nach der Pause blieb ansonsten weitgehend gering. Schürrle hatte in der ersten Halbzeit neben seinem schönen Tor nach Zuspiel von Özil noch ein paar andere Szenen, in denen er seine Fähigkeiten mehr als nur andeute. In der Innenverteidigung machte Mats Hummels beim Aufbauspiel vieles schnell und richtig. Der Dortmunder zeigte, dass er vor allem in der flotten Spieleröffnung die etablierte Konkurrenz Friedrich und Mertesacker nicht mehr fürchten muss. Nachdem die im defensiven Mittelfeld neben den Stammkräften Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira auch Sven Bender wegen Verletzung fehlte, vertraute der Bundestrainer auf Simon Rolfes und Toni Kroos, die ihre Sache solide machten. Rolfes gab gegen Uruguay nach 19 Monaten sein Comeback, sein letzter Einsatz lag noch länger zurück als der letzte Auftritt von Michael Ballack.

Unachtsamkeiten im Defensivverbund

Die deutsche Mannschaft machte in der ersten Halbzeit bei einigen zielstrebigen Offensivaktionen ihrem Publikum Freude. Es hätten dabei leicht mehr als die beiden Treffer herauskommen können als von Gomez und Schürrle. Aber Özil, Kroos und Gomez verpassten aussichtsreich. Im defensiven Mittelfeld zeigte sich die Deutschen dagegen immer wieder anfällig, vor allem Diego Forlan fand immer wieder Gelegenheit, für die besten Momente im Spiel von Uruguay zu sorgen. „Wir haben viel Tempo gehabt im Spiel nach vorne und zwei schöne Tore gemacht. Es hätten ein paar mehr sein können. Alles in allem haben wir ein gutes Spiel gemacht“, sagte Gomez, der an diesem Tag mit sich und auch allem anderen zufrieden war.

Nach dem Wechsel glückte Gargano schnell das 2:1. Es war nicht die erste Unachtsamkeit im Defensivverbund. Und auch Manuel Neuer, der mindestens als bester Torwarts Deutschland gehandelte Rückhalt, leistete sich Unkonzentriertheiten, was aber ohne Konsequenzen blieb, weil der Schiedsrichter einmal eine Abseitsposition und ein Stürmerfoul erkannte. Aber diesmal war insgesamt die deutsche Widerstandskraft im Testfall doch etwas stärker als zuletzt.

Gegen Italien hatte es in diesem Jahr nach einer Führung nur zu einem 1:1 gereicht, gegen Australien verlor die Mannschaft von Bundestrainer Löw im März sogar noch 1:2. Der Erfolg gegen Uruguay nahmen die Deutschen daher gerne mit als letzte Stärkung ihres ohnehin ordentlichen Selbstbewusstseins auf dem Weg zu einem erfolgreichen Saisonabschluss in Wien und Baku, an dessen Ende die fast schon sichere Qualifikation zur Europameisterschaft 2012 stehen soll.

Deutschland - Uruguay 2:1 (2:0)
Deutschland: Neuer - Lahm (66. Höwedes), Friedrich (66. Badstuber), Hummels, Schmelzer - Kroos (79. Träsch), Rolfes - Müller (79. Götze), Özil (46. Klose), Schürrle (58. Podolski) - Gomez
Uruguay: Muslera - Maxi Pereira, Lugano, Godín, Cáceres - Arévalo (76. Eguren), Gargano (87. Abreu) - Cavani, Forlán, Alvaro Pereira (55. Ramirez) - Suárez
Tore: 1:0 Gomez (20.), 2:0 Schürrle (35.), 2:1 Gargano (48.)
Schiedsrichter: Benquerença (Portugal)
Zuschauer: 25.655 (ausverkauft)
Gelbe Karten: - / Suárez

Quelle: F.A.Z.
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Jahrgang 1965, Korrespondent für Sport in Berlin.

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