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Nationalmannschaft „Querdenker“ Peters soll den DFB beraten

28.09.2006 ·  Das neue Kompetenzteam des Deutschen Fußball-Bundes soll durch den ehemaligen Hockey-Bundestrainer Peters ergänzt werden. „Ein Rat von einem Außenstehenden kann immer hilfreich sein“, begründete Manager Bierhoff den Wunsch des DFB.

Von Bernhard Böth, Frankfurt
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Es gab offenbar viel Redebedarf. Lange, nachdem die ersten Journalisten bereits entnervt das Feld geräumt hatten, trat Oliver Bierhoff vor die Presse. Der Manager der Fußball-Nationalmannschaft fungiert nun auch als Sprecher des neuen „Sport-Kompetenz-Gremiums“, so die offizielle Bezeichnung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). „In der Vergangenheit gab es in meinen Augen viele Einzelkämpfer beim DFB, das soll sich mit dem neuen Gremium ändern“, sagte Bierhoff, der allerdings alleine auf dem Podium saß.

Die eigentliche Nachricht des Tages hatte die wartende Reporterschar schon vorab von Medienchef Harald Stenger erhalten. Bernhard Peters, ehemaliger Hockey-Nationaltrainer, soll externer Berater des neuen DFB-Gremiums werden. „Ein Rat von einem Außenstehenden kann immer hilfreich sein“, begründete Bierhoff den Schritt. Peters soll als „Querdenker“ neue Impulse einbringen und sich projektbezogener Arbeiten wie der Durchführung von Trainertagungen widmen.

Weitere externe Berater?

Jürgen Klinsmann wollte während seiner Zeit als Bundestrainer den Hockey-Experten bereits zum Sportdirektor machen, Matthias Sammer erhielt damals jedoch den Vorzug. „Bernhard Peters hat sich bereiterklärt, den Job zu machen“, sagte Bierhoff. Er müsse allerdings noch besprochen werden, wieviel Zeit und Energie er aufbringen könne. Peters arbeitet nach dem diesjährigen Gewinn der Hockey-WM für den Fußball-Regionalligaklub TSG Hoffenheim als hauptamtlicher Sportdirektor. „Es ist angedacht, zukünftig Experten auch aus anderen Sportarten zu Rate zu ziehen“, ergänzte der DFB-Manager. (Siehe auch: Kommentar: Achtung, Strategen!).

Bierhoff sprach von einem „konzentrierten Gedankenaustausch“ und einer „lockeren Atmosphäre“ innerhalb des Gremiums, weitere konkrete Ergebnisse des ersten Treffens des Kompetenzteams konnte der ehemalige Nationalstürmer allerdings nicht präsentieren. „Matthias Sammer hat umfangreiches Konzept verfaßt und uns Teile daraus vorgestellt“, sagte Bierhoff. „Dies sind eher langfristige Maßnahmen und betreffen die Nachwuchsarbeit, kurz- und mittelfristig machen sich die Trainer der A- und U21-Nationalmannschaft, Joachim Löw, Hans Flick und Dieter Eilts, um ihre Teams Gedanken.“

Individuelle Trainingsarbeit soll verstärkt werden

Bierhoff betonte, daß sich die Vorstellungen von Löw/Flick auf der einen und die von Sammer auf der anderen Seite nicht widersprechen. „Es sind zwei Modelle, die in der Zukunft überlappen und zusammenfließen sollen.“ Keine unterschiedlichen Fußballphilosophien also. Sammer, der unter anderem mit seiner Rückholaktion von Erich Rutemöller als Trainer-Chefausbilder für Wirbel gesorgt hatte, darf sein Konzept Mitte Oktober, womöglich dann in aller Vollständigkeit, dem DFB-Präsidium erörtern.

„In der Zukunft wollen wir noch mehr auf individuelle Trainingsarbeit setzen und dazu eine Datenbank anlegen, die über unsere Jugend- und Perspektivspieler Auskunft gibt“, erläuterte Bierhoff. Ihm gehe es dabei vor allem um die Spielanalyse und die Weiterentwicklung einzelner (Perspektiv-)Spieler. Video-Analysen sowie Leistungs- und medizinische Tests sollen dabei von der U16- bis zur A-Nationalmannschaft nach einem einheitlichen Muster abgewickelt werden. „Wer als Spieler zum DFB kommt, muß in allen Mannschaften ein einheitliches Grundmuster vorfinden“, so Bierhoffs Vision.

Verhältnis zu Sammer „hervorragend“

Das Verhältnis zu Sportdirektor Sammer, der wie die anderen Tagungsteilnehmer das anschließende Pressegespräch nicht wahrgenommen hatte, bezeichnete Bierhoff als „hervorragend“, denn schließlich habe er mit dem ehemaligen Abwehrchef der Nationalmannschaft die Gespräche geführt, die letztlich zum Engagement Sammers beigetragen haben. Wenn der Stratege Sammer sein Konzept innerhalb des Vorstands vorgestellt hat, soll auch die Öffentlichkeit unterrichtet werden. Denn „es besteht eine Berichterstattungspflicht des Gremiums“ (Bierhoff). Dieser Pflicht kam Einzelkämpfer Bierhoff an diesem Donnerstag jedenfalls nach.

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