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Nationalmannschaft Nur ein kleiner Ausrutscher

03.09.2010 ·  Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist ein Qualifikationsteam. Egal, ob nach einer erfolgreichen oder weniger glorreichen Meisterschaft: Der anschließende Aufbruch zu neuen Zielen gelang fast immer mit einem Sieg. Das verheiß Gutes für das Auftaktspiel am Freitagabend in Belgien.

Von Daniel Schmitt
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Die deutsche Nationalmannschaft ist eine Turniermannschaft. Schon seit Jahren wird diese Aussage immer wieder ausgegraben. Aber die deutsche Nationalmannschaft ist noch einiges mehr. Sie ist eine Mannschaft für das erste Qualifikationsspiel nach einem großen Turnier.

Zwar spielten die Kicker des Deutschen Fußball-Bundes in den vergangenen Jahren nicht immer schönsten Zauberfußball im Anschluss an eine Großveranstaltung, gewonnen haben sie aber fast immer. Seit dem WM-Titel 1990 in Italien hat die deutsche Elf von acht Auftaktspielen sieben Paarungen gewonnen. Nur ein Spiel ging verloren.

Ob bei der EM-Qualifikation 1992, als der damalige Weltmeister - wenn auch nicht gerade berauschend - mit 3:2 in Luxemburg gewann, bei der WM-Qualifikation 1998, als das deutsche Team in Armenien 5:1 siegte, oder bei der WM-Qualifikation 2002, als unter dem neuen Heilsbringer Rudi Völler ein lockeres 2:0 zum Auftakt gegen Griechenland gelang - fast immer hat die deutsche Mannschaft schnell wieder in den Alltag gefunden.

Beim 0:1 in der Türkei legte sich Kahn den Ball ins Netz

Auch diesen Freitag (20.45 Uhr) sollte also nichts passieren, wenn die deutsche Mannschaft in der EM-Qualifikation gegen Belgien antritt. Bundestrainer Joachim Löw warnt trotzdem, weil Belgien besser vorbereitet sei, während der belgische Co-Trainer Marc Wilmots, einst ein Idol bei Schalke 04, sagt: „Es ist ein guter Moment, um auf Deutschland zu treffen. Nach der WM und nur vier Wochen Vorbereitung können sie noch gar nicht fit sein.“ Die Hoffnungen der Gastgeber sind logisch, aber doch zeigt die Vergangenheit, dass dies aus deutscher Sicht kein Grund zur Panik ist. Nur einmal leistete sich die DFB-Elf einen Ausrutscher.

Nachdem bei der WM 1998 in Frankreich bereits im Viertelfinale gegen Kroatien (0:3) Schluss war, trat Trainer Berti Vogts zurück und beendete eine erfolgreiche Ära. Vogts hatte zuvor bei der EM 1996 in England dank Oliver Bierhoffs „Golden Goal“ im Finale gegen Tschechien den EM-Titel gewonnen. Der letzte große Triumph einer deutschen Nationalmannschaft hatte übrigens mit einem quälenden 2:1 im ersten Qualifikationsspiel in Albanien begonnen.

Ein fast makelloses Bild

Vogts wurde von Erich Ribbeck beerbt und dieser hatte einen bitteren Einstand. Mit 0:1 verlor die deutsche Mannschaft in Bursa gegen die Türkei. Ribbeck hatte damals Oliver Kahn zum Nachfolger von Andreas Köpke bestimmt. Und die neue Nummer 1 legte sich prompt den einzigen Gegentreffer ins eigene Netz. Die Medien sorgten sich empört um den deutschen Fußball, die Mannschaft aber fand bald zu gewohnter Stärke zurück. Es war nur ein kleiner Ausrutscher in einem fast makellosen Bild der Qualifikationsgeschichte. Nur vier Tage später gelang ein lockerer 4:1-Erfolg über Moldawien. Die Qualifikation für die EM 2000 wurde ohne weitere Fehltritte erreicht - die EM selbst endete allerdings mit einem Debakel.

Auch in der Ära von Joachim Löw hat sich die DFB-Auswahl bislang schadlos gehalten. Für die WM 2006 im eigenen Land, damals war Löw noch Assistenz-Trainer von Jürgen Klinsmann, musste die Elf sich gar nicht erst qualifizieren - wie auch zur WM 1994, als auch der Titelverteidiger noch gesetzt war.

Lahm will den Schwung aus Südafrika mitnehmen

Nach dem dritten Platz bei der Heim-WM folgte nur wenig später das erste offizielle Spiel von Löw als Cheftrainer. Das Team gewann mühsam, aber doch verdient mit 1:0 gegen Irland und einige Tage später überdeutlich mit 13:0 in San Marino. Auch zwei Jahre später nach der Finalniederlage bei der EM in Österreich und der Schweiz (0:1 gegen Spanien) waren die Köpfe zwar noch etwas gesenkt, aber doch stimmte das Ergebnis - 6:0 in Liechtenstein.

So ähnlich soll es auch gegen Belgien laufen. Die deutsche Mannschaft will den Schwung aus Südafrika mitnehmen und zum Auftakt drei Punkte entführen. Auch wenn Kapitän Philipp Lahm bremst: „Man kann nicht erwarten, dass die Spiele so werden wie gegen Argentinien und England.“ Dennoch ist zu erwarten, dass das deutsche Team gewinnt. So wie immer.

Deutsche Qualifikations-Auftaktspiele
Zur EM 1992 am 31.10.1990: Luxemburg - Deutschland 2:3
Zur EM 1996 am 16.11.1994: Albanien - Deutschland 1:2
Zur WM 1998 am 9.10.1996: Armenien - Deutschland 1:5
Zur EM 2000 am 10.10.1998: Türkei - Deutschland 1:0
Zur WM 2002 am 2.9.2000: Deutschland - Griechenland 2:0
Zur EM 2004 am 7.9.2002: Litauen - Deutschland 0:2
Zur EM 2008 am 2.9.2006: Deutschland - Irland 1:0
Zur WM 2010 am 6.9.2008: Liechtenstein - Deutschland 0:6

Quelle: FAZ.NET
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