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Nationalmannschaft Neue Power aus dem Pott

 ·  Die Dortmunder kehren in halber Mannschaftsstärke zur Nationalelf zurück. Gelingt es Bundestrainer Löw gegen die Niederlande, den mitreißenden BVB-Faktor ins schwankende DFB-Team zu integrieren?

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© dpa Vergrößern Dortmunder Tatkraft: Kommen Götze und Reus nun auch im Nationalteam mehr zum Zug?

Wenn sich das Fußballjahr dem Ende entgegenneigt und Joachim Löw Bilanz zieht, ist das bisher immer eine leichte Übung für den Bundestrainer gewesen. Eine rhetorische Standardsituation sozusagen. Der Bundestrainer lieferte fundierte Analysen über die Nationalmannschaft sowie über den deutschen Klubfußball, und was er seit 2006 dabei zur Lage des deutschen Fußballs zur Sprache brachte, verlief stets nach demselben Muster - und immer mit demselben Ergebnis.

Joachim Löw erinnert die deutschen Fußballfans seit 2006 regelmäßig daran, dass der Abstand der Bundesliga zu den europäischen Spitzenligen zu groß sei, dass die deutschen Spieler zu wenig Einsätze und Erfolge in der Champions League vorweisen könnten und dass noch hart gearbeitet werden müsse, bis sich daran etwas ändern werde. Und was viele Klubs, die an ihr international mittelmäßiges Dasein in der schönen Bundesligawelt nur ungern erinnert werden wollten, dabei am meisten ärgerte, war die Tatsache, dass die Nationalmannschaft trotz der schlechteren Voraussetzungen international weit bessere Ergebnisse lieferte - und sich scheinbar schnurgerade immer weiter in die richtige Richtung entwickelte.

Löw achtete dabei sehr genau auf seine Worte, um die Klubs nicht über Gebühr zu reizen, und meistens schwiegen die Bundesliga-Größen auch, aber nur, weil die Ergebnisse dies verlangten. Also ballten sie nur die Faust in der Tasche.

Bundesliga ist das neue Kraftzentrum

Zum Jahresende 2012 aber ist alles anders. Die Nationalmannschaft hat in diesem Jahr ihren Führungsanspruch weitgehend eingebüßt, die Bundesliga hat sich zum Kraftzentrum des deutschen Fußballs entwickelt.

In der Amtszeit von Löw (und seines Vorgängers Jürgen Klinsmann) hatte es so etwas noch nicht gegeben: Vor dem letzten Länderspiel des Jahres an diesem Mittwoch in Amsterdam gegen die Niederlande steckt der Nationalmannschaft noch das lachhafte 4:4 aus der WM-Qualifikation gegen Schweden in den Knochen. Jener kollektive Kollaps, der in Berlin in einer halben Stunde einen Vorsprung von vier Toren kostete, der Enttäuschung aus dem EM-Halbfinale gegen Italien neue Nahrung gab und als Ballast bis zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien nicht verschwinden wird.

Erfolge in Europa

Die Bundesliga indes strahlt im November in Europa wie noch nie in der Geschichte der Champions League - und wie kein anderer Klub steht Borussia Dortmund für diese nachholende Entwicklung. „Wir haben dramatisch aufgeholt, brauchen uns vor keiner Liga der Welt zu verstecken“, sagte Hans-Joachim Watzke, der Vorsitzende der Geschäftsführung von Borussia Dortmund, nach dem 2:2 des deutschen Meisters am Dienstag bei Real Madrid. Den unmittelbaren Vergleich gegen den spanischen Meister hat der BVB in der Gruppenphase nach dem 2:1 im Hinspiel sogar gewonnen, dem Tabellenführer fehlt nur noch ein Unentschieden gegen Ajax Amsterdam, um in der stärksten Gruppe vorzeitig das Achtelfinale zu erreichen.

„Natürlich haben unsere Spieler international einen Schritt nach vorn gemacht. Sie können jetzt härtesten Prüfungen standhalten. Das hat sicher auch den Bundestrainer beeindruckt“, sagt Watzke: „Joachim Löw weiß, was er will, und muss die Entscheidungen treffen. Aber es gibt keinen Grund mehr, mangelnde internationale Erfahrung als Argument anzuführen.“

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