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Nationalmannschaft Löw sieht „goldene Generation“

11.12.2006 ·  Bundestrainer Jochim Löw spricht von traumhaften Perspektiven für das deutsche Fußball-Nationalteam: „Mit jungen Spielern wie Lahm, Schweinsteiger, Podolski, Mertesacker wächst eine goldene Generation heran.“

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Bundestrainer Jochim Löw sieht für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft eine traumhafte Zukunft. „Da wächst eine goldene Generation heran, die sehr gute Perspektiven für die kommenden Jahre hat“, schwärmte Joachim Löw am Montag in Frankfurt bei seiner Bilanz des WM-Jahres fast schon euphorisch.

Im kommenden Jahr will der frühere Klinsmann-Assistent frühzeitig die Qualifikation für die EM 2008 perfekt machen, die er als „allerwichtigstes Ziel“ ausgab und als „Selbstverständlichkeit“ bezeichnete. Zudem will Löw weitere junge Spieler an die Nationalelf heranführen. Team-Manager Oliver Bierhoff hob besonders den Imagegewinn durch die WM im eigenen Land hervor: „Die Nationalmannschaft ist wieder Deutschlands liebstes Kind.“

Nahtloser Übergang geschafft

Seine Zuversicht für die kommenden Jahre nimmt Löw nicht nur aus der erfolgreichen WM 2006, sondern vor allem auch aus den nachfolgenden Spielen des WM-Dritten in der EM-Qualifikation, von denen drei gewonnen wurden und eines unentschieden endete: „Wir haben eine nahtlosen Übergang geschafft, während sich andere Nationen wie Italien, Frankreich oder England nach der WM sehr schwer getan haben.“

Zudem habe der Trainerstab konsequent an der von Jürgen Klinsmann eingeführten Philosophie festgehalten, und auch in Notsituationen weiter auf junge und hungrige Spieler gesetzt, wie z.B. Alexander Madlung, Clemens Fritz oder Malik Fathi. Löw ist ebenso wie Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff davon überzeugt, daß für „Deutschland liebstes Kind“ in Zukunft ein riesiges Reservoir an talentierten Kräften zur Verfügung steht. „Wir haben sehr viele Perspektivspieler, die wir gezielt, aber mit Vorsicht in die Mannschaft einbauen werden“, meinte Löw, der in Mario Gomez, Stefan Kießling, Eugen Polanski, Gonzalo Castro oder Kevin Boateng nur einige aufzählte.

Spielphilosophie auf alle Mannschaften übertragen

Dazu kämen noch Akteure aus der U20 bzw. U21, die alle im Januar über ihre Aussichten in der A-Nationalmannschaft informiert würden und sich bei ihrer tagtäglichen Arbeit danach richten sollen. „Ich glaube, daß es für einen Spieler eine zusätzliche Motivation ist, wenn er weiß, daß er bei uns für 2008 oder auch erst 2010 im Fokus steht“, berichtete Löw, der zudem davon ausgeht, daß alte Hasen wie Michael Ballack, Torsten Frings oder auch WM-Torschützenkönig Miroslav Klose noch zwei bis vier Jahre auf höchstem Niveau spielen können.

Ferner verspricht sich der Bundestrainer von den Arbeit des neu gegründeten Kompetenzteams einiges. „Wir werden nach und nach unsere Spielphilosophie auf alle Mannschaften übertragen. Zudem soll den jungen Spielern für ihre Entwicklung vermehrt in allen Bereichen Hilfestellung gegeben werden.“ Die Werte aus den dann regelmäßigen Überprüfungen sollen künftig in einer Datenbank erfaßt werden, deren Aufbau und Verwaltung dem Löw-Assistenten Hansi Flick obliegt.

Produkt harter Arbeit, längst nicht am Ziel

Die Auswahlkriterien, die für die Feldspieler gelten, sind auch für die Beurteilungen der Torhüter der Maßstab, wie Bundestorwarttrainer Andreas Köpke hinzufügte: „In Jens Lehmann haben wir bis zur 2008 unsere Nummer eins, wer dann beim Turnier die anderen beiden Torhüter sind, werden wir nach akribischer Prüfung zu gegebener Zeit festlegen.“ Akribie war auch ein Stichwort bei der Beurteilung des abgelaufenen Spieljahres. „Der Erfolg bei der WM war kein Märchen, sondern das Produkt harter Arbeit“, sagte Löw in Anspielung auf den Kinohit „Deutschland ein Sommermärchen.“

Bierhoff betonte zustimmend, der Erfolg bei der WM im eigenen Land und anschließend auch in der EM-Quali sei „kein Zufall und keine Zauberei“. Auch seien die starken Leistungen beim WM-Turnier nicht nur den Motivations-Künsten von Klinsmann zuzuschreiben. „In der Weltrangliste sind wir vom 17. auf den 6. Platz geklettert. Das spricht für Kontinuität und legt die Meßlatte für das kommende Jahr sehr hoch“, bemerkte Löw.

2,6 Millionen Trikots verkauft

„Unser Ziel muß sein, uns wieder auf Jahre hinaus in der Weltspitze zu etablieren“, erklärte der Bundestrainer. „Wir sind in allen Bereichen steigerungsfähig und noch längst nicht am Ziel.“

Das positive Image der Nationalmannschaft, das 2,6 Millionen verkaufte Trikots (2002 bei der Vize-Weltmeisterschaft waren es 220.000) sowie bislang vier Millionen Zuschauer in den Kinos und 10,5 Millionen an den TV-Geräten bei der WM-Dokumentation von Sönke Wortmann belegen, müsse laut Löw und Bierhoff auch in den kommenden Jahren gepflegt werden.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, sid
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