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Nationalmannschaft Keine Experimente von Löw und Flick

24.08.2006 ·  Bundestrainer Löw und sein neuer Assistent verzichten für die EM-Qualifikationsspiele gegen Irland und San Marino trotz akuter Personalprobleme in der Abwehr auf weitere Neulinge.

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Mit den Rückkehrern Michael Ballack und Christoph Metzelder, dem neuen Co-Trainer Hansi Flick, aber auch mit großen Personalsorgen startet die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in das Projekt Euro 2008. Trotz der akuten Probleme in der Hintermannschaft verzichtete Bundestrainer Joachim Löw für die anstehenden EM-Qualifikationsspiele gegen Irland am 2. September in Stuttgart (20.45 Uhr) und in San Marino am 6. September (20.45 Uhr, beide im FAZ.NET-Liveticker) aber auf weitere Neulinge in seiner noch jungen Amtszeit.

„Zum jetzigen Zeitpunkt der Saison genießen die Spieler mein Vertrauen, die auch schon gegen Schweden dabei waren. Diejenigen, die zum erweiterten Kreis gehören, müssen sich noch beweisen“, erklärte der 46jährige in der DFB-Zeantrale in Frankfurt bei der Bekanntgabe seines 20köpfigen Aufgebotes. Löw nominierte für die ersten beiden Pflichtspiele unter seiner Leitung dafür wieder die Defensivspezialisten Manuel Friedrich vom FSV Mainz und Malik Fathi von Hertha BSC Berlin, die beim Saisonauftakt des DFB-Teams am 16. August gegen die Tre Kronor (3:0) jeweils ihr Länderspieldebüt gefeiert hatten.

Metzelder kehrt zurück

Mit Jens Nowotny von Dinamo Zagreb (Meniskus-OP), dem Bremer Per Mertesacker (Fersenspann-OP), England-Legionär Robert Huth (Sprunggelenk-OP) fehlen Löw drei der vier bei der WM eingesetzten Innenverteidiger. Mit Sebastian Kehl (Rißwunde am Knie) muß zudem ein weiterer WM-Teilnehmer passen. „Schade, daß Nowotny ausfällt, dadurch haben wir in der Innenverteidigung sicherlich einige Probleme. Aber ich hoffe, daß uns zumindest Christoph Metzelder wieder zur Verfügung steht, wenn nicht im ersten, dann wenigstens im zweiten Spiel“, sagte der Bundestrainer (Siehe auch: Nationalmannschaft: Flick möchte sich „voll einbringen“).

Der Dortmunder, der zuletzt wegen einer Sehnenreizung im Knie kürzer treten mußte, zählt ebenso wieder zum Kader wie Kapitän Ballack, der verletzungsbedingt ebenfalls gegen Schweden gefehlt hatte und bei seinem neuen Arbeitgeber FC Chelsea auch am Mittwoch beim Punktspiel in Middlesbrough (1:2) nicht im Aufgebot stand. „Ich gehe davon aus, daß Michael schnell wieder ins Training einsteigt und er auch am Wochenende spielt. Von seiner Präsenz erhoffen wir uns natürlich einiges“, meinte Löw, der trotz der diversen Schwierigkeiten von einem erfolgreichen Start in die EM-Qualifaktion überzeugt ist.

Flick im Scheinwerferlicht

Genauso siegessicher, wenn auch noch etwas scheu im gleißenden Scheinwerferlicht der vielen TV-Kameras, präsentierte sich der neue Löw-Assistent Hansi Flick, der am Vormittag zunächst seinen Antrittsbesuch beim DFB-Präsidium gemacht hatte und sich bei dieser Gelegenheit auch noch mal persönlich bei Franz Beckenbauer bedanken konnte. Der deutsche WM-OK-Chef war in seiner Funktion als Berater des österreichischen Klubs Red Bull Salzburg neben Teammanager Oliver Bierhoff maßgeblich daran beteiligt, daß der frühere Bundesligaprofi trotz laufenden Vertrages als Assistenztrainer und sportlicher Koordinator vom österreichischen Klub die sofortige Freigabe erhielt (Siehe auch: Nationalmannschaft: Flick wird Löws Assistent).

„Man kann ihm zu dieser Wahl eigentlich nur gratulieren. Denn Hansi Flick hat als Spieler einen Namen gehabt. Und auch als Trainer hat er doch sehr viel geleistet. Er ist fleißig. Er ist loyal, was ja unglaublich wichtig ist, daß er sich nicht als erster Mann aufspielt, sondern der zweite Mann bleibt. Ich denke, das wird ein gutes Gespann werden“, meinte denn auch der „Kaiser“ zu den Perspektiven des neuen Duos. Auch Löw und Bierhoff strichen neben den sportlichen Fähigkeiten den starken Charakter Flicks heraus, was ein wesentlicher Faktor im Anforderungsprofil gewesen sei.

„Jeder Trainer wäre stolz, wenn er im Team von Deutschlands liebstem Kind dabei sein kann. Deshalb habe ich nicht lange überlegen müssen, denn das ist eine Ehre für mich“, berichtete Flick, dem auch das Salzburger Trainergespann Giovanni Trapattoni und Lothar Matthäus zu diesem Schritt geraten hatte. Der frühere Kölner und Bayern-Profi machte zudem deutlich, daß er das Trainerhandwerk von der Pike auf gelernt habe und für ihn das Wort „moderne Trainingslehre kein Fremdwort“ sei. „Der moderne Fußball der Nationalmannschaft entspricht auch meiner Philosophie“, sagte Flick, der versprach, sich „tausendprozentig“ einzubringen und für seinen neuen Chef ein „guter Zuarbeiter“ zu sein.

Nationalmannschaftssprüche
„Drei von uns sind Badener. In Zukunft will ich nichts mehr von einer Schwaben-Connection hören.“
(Bundestrainer Joachim Löw zu der landsmannschaftlichen Zusammensetzung des DFB-Trainerteams. Löw selbst, der neue Co-Trainer Hans-Dieter Flick und Teammanager Oliver Bierhoff sind gebürtige Badener)

„Am Anfang habe ich Jürgen schon vermißt. Der Stuhl ist leer und der Espresso stehen geblieben.“
(Bundestorwarttrainer Andreas Köpke über die Zeit nach dem Abschied von Jürgen Klinsmann)

„In Salzburg habe ich zuletzt auch mit Stars wie Zickler, Kovac und Linke gearbeitet. Das macht keinen Unterschied.“

(Der neue Co-Trainer Hans-Dieter Flick auf die Frage, ob er sich nach seinem langjährigen Engagement beim Regionalligaklub TSG Hoffenheim erst auf den Umgang mit Stars wie Michael Ballack einstellen müsse)

Der Kader der deutschen Nationalmannschaft im Überblick:
Tor: 1 Jens Lehmann (FC Arsenal), 23 Timo Hildebrand (VfB Stuttgart)
Abwehr: 3 Arne Friedrich, 25 Malik Fathi (beide Hertha BSC Berlin), 24 Manuel Friedrich (FSV Mainz 05), 2 Marcell Jansen (Borussia Mönchengladbach), 16 Philipp Lahm (Bayern München), 21 Christoph Metzelder (Borussia Dortmund)
Mittelfeld: 13 Michael Ballack (FC Chelsea), 7 Bastian Schweinsteiger (Bayern München), 18 Tim Borowski, 8 Torsten Frings (beide Werder Bremen), 19 Bernd Schneider (Bayer Leverkusen), 22 David Odonkor (Borussia Dortmund), 15 Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart)
Angriff: 14 Gerald Asamoah (Schalke 04), 9 Mike Hanke (VfL Wolfsburg), 11 Miroslav Klose (Werder Bremen), 20 Lukas Podolski (Bayern München), 10 Oliver Neuville (Borussia Möchengladbach)

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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