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Nationalmannschaft Kapitän ohne Schiff

01.09.2010 ·  Bundestrainer Löw hat lange nachgedacht, um dann alles beim Alten zu lassen: Ballack bleibt Kapitän der Nationalmannschaft, spielt aber nicht. Lahm wird die Mannschaft anführen. Neuer ist Torwart Nummer 1. Und die Uefa verbietet Vuvuzelas.

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Bundestrainer Joachim Löw hat nach langer Bedenkzeit Antworten auf die drängenden Fragen der Nationalmannschaft gefunden: Michael Ballack bleibt offiziell Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, WM-Spielführer Philipp Lahm wird sein erster Stellvertreter. Manuel Neuer ist und bleibt Torwart Nummer 1. Diese Personalentscheidungen gab Löw am Mittwoch bei der ersten Pressekonferenz vor dem Auftakt der EM-Qualifikation am Freitag in Brüssel gegen Belgien (20.45 Uhr) bekannt.

Da Ballack aufgrund mangelnder Fitness nicht für die Spiele in Belgien und gegen Aserbaidschan am kommenden Dienstag in Köln (20.45 Uhr) nominiert wurde, wird Lahm die DFB-Auswahl auf das Feld führen. Der Bayern-Profi hatte bereits bei der Weltmeisterschaft in Südafrika die Binde getragen, da Ballack verletzt fehlte. Stellvertreter wird Bastian Schweinsteiger sein. Löw erklärte, er habe ein persönliches Gespräch mit Ballack geführt. „Ich habe ihm in aller Offenheit gesagt, dass ich ihn noch nicht in der Verfassung sehe, dass er uns weiterhilft“, sagte Löw.

Löw erwartet sechs Punkte aus den beiden Spielen

Der in der Vergangenheit stets gesetzte Kapitän ist sportlich in die Rolle des Herausforderers geraten. „Im Moment“ sehe er das WM-Duo Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira im defensiven Mittelfeld vorne, sagte Löw. Er habe Ballack unter vier Augen gesagt, „was ich von ihm in den nächsten Wochen sehen will“. Zunächst muss der 33-Jährige, der laut Löw einsichtig reagiert habe, mit Leistung bei Bayer Leverkusen überzeugen: „Ich hoffe und glaube, dass Michael wieder in die Verfassung kommt, in der wir ihn alle kennen. Und dann kann er die Mannschaft wieder verstärken“. Ob der 98-malige Nationalspieler schon im Oktober in den Punktspielen gegen die Türkei und in Kasachstan wieder nominiert wird, ließ der Bundestrainer offen.

Lahm bekam von Löw zwar den Wunsch erfüllt, die Binde nach der WM nicht freiwillig zurückgeben zu müssen. Mit seinem Anspruch, Ballack schon jetzt dauerhaft als Kapitän abzulösen, scheiterte der Münchner dagegen. „Philipp hat die Entscheidung absolut akzeptiert“, berichtete Löw, der die Mannschaft am Dienstagabend unterrichtet und zuvor mit Lahm ein persönliches Gespräch geführt hatte.

Vuvuzelas im europäischen Fußball verboten

Mit Blick auf die EM 2012 in Polen und der Ukraine bleibt Neuer die Nummer eins im Tor. Der Schalker erhält den Vorzug gegenüber dem wieder genesenen René Adler, der das Turnier in Südafrika wie Ballack wegen einer Verletzung verpasst hatte. „Manuel Neuer hat ein hervorragendes Turnier gespielt, wo wir mit seinen Leistungen sehr zufrieden waren“, sagte Löw und ergänzte, dass Adler und der Bremer Tim Wiese gemeinsam die Nummer zwei seien. Die Neuer-Konkurrenten sollen in Testspielen neue Bewährungschancen erhalten.

Löw geht mit dem „Maximalziel von sechs Punkten“ in die ersten zwei EM-Qualifikationsspiele: „Ich zähle Belgien mit den Türken und Österreich zu unseren Mitstreitern auf dem Weg zum Gruppensieg.“ Nur der Gruppen-Erste qualifiziert sich direkt für die EM-Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine. „Für die Spieler heißt es, sich neu zu beweisen“, sagte der Bundestrainer. Zum Auftakt gegen Belgien seien alle Spieler einsatzfähig, auch der an Rückenproblemen laborierende Stürmer Stefan Kießling.

Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hat unterdessen die Vuvuzelas bei den Europacup- und EM-Qualifikationsspielen aus den Stadien verbannt. Begründet wird diese Entscheidung mit „der Fußball-Kultur und Tradition in Europa“. Die Atmosphäre könnte sich durch den lautstarken Einsatz der Vuvuzela verändern. Die Weltmeisterschaft in Südafrika sei durch den dauerhaften und permanenten Vuvuzela-Einsatz stark beeinflusst worden, teilte die Uefa am Mittwoch mit.

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