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Nationalmannschaft Jugend lernt

Woche der Entschleunigung: Bundestrainer Joachim Löw setzt gegen Italien auf die Arrivierten und lässt die Dortmunder Jugend auf der Bank. Die Nationalmannschaft kann von der gewachsenen Konkurrenz indes nur profitieren.

© dpa Vergrößern Gebremst, aber nicht ausgebremst: Für die Dortmunder Überflieger wie Mats Hummels ist im Nationalteam noch kein (Stamm)-Platz

Götze, Hummels, Großkreutz, Schmelzer, Bender - die versammelte Dortmunder Jugend musste am Mittwochabend eine ungewohnte Erfahrung machen: Anstatt sofort und im Sturm die heimische Fußballbühne zu erobern, mussten sich die fünf Borussen beim Länderspiel gegen Italien mit Nebenrollen begnügen. Götze kam erst nach 45 Minuten ins Spiel, Hummels und Großkreutz noch später, Schmelzer und Bender überhaupt nicht. Wirklich in Szene setzen konnte sich keiner von ihnen. Dabei hatte man in den Tagen davor noch den Eindruck gewinnen können, die nächste Welle der Veränderung in der deutschen Eliteauswahl stehe unmittelbar bevor.

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Nicht, weil Joachim Löw das angedeutet oder gar angekündigt hatte. Aber weil Jugend und Tempo eben die Faktoren sind, die dem deutschen Fußball zuletzt zu seinem bemerkenswerten Aufschwung verholfen haben und die Dortmunder mit genau diesen Tugenden der Bundesliga-Konkurrenz enteilt sind, lag es nahe, auf die nächsten Turbokarrieren zu spekulieren.

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Kein Freibrief für die Jugend

Es wurde aber eher eine Woche der Entschleunigung. Das betraf den 17 Jahre alten Julian Draxler von Schalke 04, der nun doch seinen Schulabschluss machen muss, ebenso wie die (vorübergehend) ausgebremsten Dortmunder Talente im Team von Joachim Löw. Mit seiner Personalpolitik gegen Italien demonstrierte der Bundestrainer, dass man seinen in der vergangenen Woche oft gehörten Satz - „es geht um Qualität, nicht um Erfahrung“ - nicht zwangsläufig als Freibrief für die nächste Generation verstehen muss.

Über welch hohe Qualität einige der arrivierten und zum Teil selbst fast noch jugendlichen Kräfte im Team verfügen, ließ sich gegen Italien bestens studieren: an Mesut Özil zum Beispiel, dem Löw zu Recht bescheinigte, sich in Madrid noch einmal weiterentwickelt zu haben. Oder an Manuel Neuer, der gerade dabei ist, sich einen Namen in der ganz großen Fußballwelt zu machen (eine feine Pointe am Rande, dass zwei gebürtige Gelsenkirchener in Dortmund für das Beste im deutschen Fußball standen). Und natürlich haben auch Schweinsteiger, Khedira und Müller längst bewiesen, dass auf sie auf höchstem Niveau ebenso Verlass ist wie auf manchen Älteren.

Neuer Konkurrenzkampf

Das alles bedeutet keineswegs, dass die Jugend fortan außen vor bleibt. Es ist aber anzunehmen, dass sie es etwas schwerer haben wird als noch vor der WM im vergangenen Jahr. Schlecht ist das nicht: Das Team kann von der gewachsenen Konkurrenz nur profitieren.

Und wer es schafft, sich in diesem Umfeld durchzusetzen, ist allemal reif für eine große Karriere. Löws Aufgabe wird es sein, diesen Prozess mit einem Gespür für das richtige Tempo zu moderieren - selbst wenn das für den einen oder anderen eine schwere Geduldsprobe bedeuten mag.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 10.02.2011, 16:32 Uhr

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