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Nationalmannschaft „Jedes Training ist ein Projekt“

24.08.2006 ·  Hans Flick, neuer Mann im Trainerstab der Fußball-Nationalmannschaft, war überrascht über den Anruf des DFB. Nach „harmonischen“ Gesprächen war seine Entscheidung aber schnell klar: „Ich möchte mich voll einbringen“, sagt Flick.

Von Bernhard Böth, Frankfurt
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Für Fußball-Bundestrainer Joachim Löw ist die Marschroute für sein Pflichtspieldebüt am 2. September gegen Irland eine ganz einfache: „Wir müssen in Stuttgart da anknüpfen, wo wir gegen Portugal im Spiel um Platz drei aufgehört haben.“ Dabei will Löw wie gewohnt „attraktiven“ und „offensiven“ Fußball bieten. Bei der Nominierung seines Spielerkaders für die anstehenden Qualifikationsspiele sorgte der Nachfolger von Jürgen Klinsmann für keine Überraschungen (Siehe auch Keine Experimente von Löw und Flick).

Es gibt jedoch eine Neuerung, die nach Tagen voller Spekulationen am Mittwoch offiziell bekannt wurde. Gegen die Iren wird erstmals sein neuer Assistenztrainer Hans Flick neben ihm auf der Bank Platz nehmen. „Wir freuen uns, daß wir das gesamte Trainerteam nun zusammen haben“, sagte Oliver Bierhoff, der neben Franz Beckenbauer maßgeblich dazu beigetragen hat, daß die Verpflichtung des neuen Co-Trainers so „geräuschlos“ und „professionell“ (Löw) über die Bühne ging.

Salzburg erteilte die Freigabe

„Wir haben ihn am letzten Freitag mit einem Telefonat überfallen“, erläuterte Bierhoff die erste Kontaktaufnahme mit Flick. Dieser war „überrascht“, die Entscheidung für ihn aber letztlich kein großes Thema. „Jeder Trainer wäre stolz, im Trainerteam, das Deutschlands liebstes Kind betreut, dabei zu sein.“ Flick dankte auch seinem ehemaligen Verein Red Bull Salzburg für die Freigabe. „Giovanni Trapattoni und Lothar Matthäus waren sehr positiv gestimmt, sie unterstützten mich in mein Vorhaben voll und ganz.“

Bierhoff sprach von „harmonischen“ Gesprächen mit Flick und Löw. „Er verfügt über Loyalität, Ehrlichkeit und Fachwissen“, sagte Bierhoff und ergänzte, daß er mit diesen Eigenschaften absolut in das Trainerteam passe. Das DFB-Präsidium stimmte dem Vorschlag von Bierhoff und Löw schnell zu, dennoch wollten Flick und Verband mit der Veröffentlichung der Verpflichtung noch warten, bis sein ehemaliger Klub das entscheidende Qualifikationsspiel zur Champions League am Dienstag bestritten hatte.

Flick schon einmal im Gespräch

„Moderne Trainingslehre ist mir kein Fremdwort“, sagte Flick und versprach seinem neuen Cheftrainer volle Unterstützung. „Ich sehe jedes Training als Projekt, möchte mich voll einbringen und dem Bundestrainer die Arbeit so einfach wie möglich machen.“ Für Löw war der „akribische Arbeiter“ (Bierhoff) der absolute Wunschkandidat. „Er paßte am besten in unser Anforderungsprofil und war von Anfang an unsere Nummer eins.“ Bierhoff gab bekannt, daß Flick auch unter den Kandidaten für den Posten des neuen Sportdirektors war. „Schon damals haben wir ihn beobachtet, uns aber letztlich für Matthias Sammer entschieden.“

Löw spricht von einer „veränderten Situation, da es das erste Qualifikationsspiel nach langer Zeit ist“. Dennoch bleibe das Grundkonzept bestehen. „Wichtig ist, daß die Mannschaft wieder begeistert und motiviert wird“, sagte Bierhoff. „Das hat Joachim unter Jürgen Klinsmann auch schon bestens hinbekommen.“ Daß einige Spieler in ihrem Verein noch nicht die Leistung bringen, die sie bringen könnten, ist für Löw derzeit kein Problem. „Wir waren uns der Situation bewußt, daß nicht alle gleich in die Saison reinkommen.“ Aktuell sei das „kein Problem“, denn die Spieler „genießen unser Vertrauen“ (Löw). Dennoch seien in Zukunft weiterhin die Leistungen in der Bundesliga entscheidend, stellte der Bundestrainer abschließend klar.

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