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Nationalmannschaft Gefährliche Schönspielerei

04.09.2010 ·  Die deutsche Nationalmannschaft ist mit einem 1:0-Sieg in Belgien erfolgreich in die EM-Qualifikation gestartet. Das ist gut. Aber es ist noch ein langer Weg für das Löw-Team, um jene Dominanz zu entwickeln, die ihr spielerisches Talent verheißt.

Von Peter Heß
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Der WM-Lack ist nicht ab. Die junge deutsche Nationalmannschaft hat auch in ihrem ersten ernsthaften Auftritt nach ihrer zauberhaften südafrikanischen Kampagne ihre glanzvollen Momente gehabt. Als Thomas Müller den Ball Mesut Özil mit der Hacke auflegte oder endlose Mittelfeld-Stafetten in gefährliche Flanken oder Steilpässe in die Spitze mündeten.

Dennoch machte das erste EM-Qualifikationsspiel in Brüssel gegen Belgien deutlich, dass die Mannschaft zulegen muss, um jene Dominanz in Europa zu entwickeln, die ihr spielerisches Talent verheißt.

Mit Schönspielerei allein ist es nicht getan. Es war kein Zufall, dass die deutsche Elf in dem Moment die haarige Partie gegen Belgien zu ihren Gunsten wendete, als sie mit der Aggressivität des Gegners zu Werke ging. Schweinsteigers Pressschlag im gegnerischen Strafraum führte zum Ballgewinn, der Klose das 1:0 ermöglichte. Bis dahin hätten die Belgier längst in Führung liegen können, weil auch die deutsche Defensive in zu vielen Momenten auf spielerische Lösungen wartete. Mehr Härte und Konsequenz im Zweikampf hätten so manche brenzlige Situation erst gar nicht entstehen lassen.

Bundestrainer Löw würde am liebsten die sportlichen Erfolge mit Eleganz erringen. Aber dies wird ihm die Konkurrenz nicht gestatten. Mit jedem weiteren Sieg der DFB-Auswahl werden die Gegner zu unangenehmeren Gegenmitteln greifen. Die Spanier können davon ein Lied singen. Sie mussten sich bei der Weltmeisterschaft mit destruktiven rigorosen Defensivtaktiken (Schweiz) oder gar mit gesundheitsgefährdenden Attacken (Niederlande) auseinandersetzen.

Darauf muss die deutsche Mannschaft eingestellt sein. Der Sieg gegen Belgien fiel nicht leicht, es wird jedoch nicht der schwerste bleiben. Die Nationalspieler müssen im Qualifikations-Alltag immer wieder ihre Widerstandskraft mobilisieren und sich nicht allein auf ihre Spielkunst verlassen. Wenn ihnen das gelingt, stehen ihnen alle Türen offen.

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