07.02.2013 · Mesut Özil beeindruckt beim 2:1 in Frankreich wie lange nicht mehr - und wird nahezu perfekt unterstützt von Ilkay Gündogan. Das sollte den Platzhirsch Schweinsteiger wachsam werden lassen.
Von Christian Kamp, ParisRichtlinien für Lesermeinungen
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...nicht mehr, viele Wort zu verlieren. Schöner kann man Fussball
fast nicht spielen. Aber das grossartige Spiel von Ilkay Gündogan
war zweifellos ein Ausrufezeichen: Ich bin angekommen!
Jeder starke Herausforderer setzt Platzhirsche unter Druck, so will es
eine funktionierende Evolution. Aber im Moment sind Schweinsteiger und
der Dortmunder eigentlich nicht zu vergleichen. Die beiden
Liga-Konkurrenten verfügen über ähnlich starke
Viererketten und Torhüter, aber gegen die Bayern wurden erst
sieben(!) Tore erzielt in der laufenden Meisterschaft - gegen den BVB zweiundzwanzig.
Schweinsteiger spielt - von Heynckes verordnet - einen sehr defensiven
Part in Bayerns Aufarbeitung des Titeldramas von letzter Saison.
Gündogan ist der offensivste Spieler im BVB-Defensivverbund. Beide
lösen ihre Aufgaben bislang vorzüglich, dank überragender
Ballsicherheit. Von solchen Konkurrenzsituationen träumt doch jeder
Trainer. Löw muss man zugute halten, dass er das Potential
Gündogans früh erfasste.
Die DFB-Mannschaft besitzt ein gradioses Mittelfeld. Das ist ihr Goldstück. Und kann als das beste der Welt bezeichnet werden. Die Archillesferse ist die Abwehr und teilweise leider auch der Sturm. Dies sind die eigentlichen Baustellen im deutschen Spiel. Erst wenn hier Stabilität einkehrt, besteht eine reale Chance, den Titel in Brasilien zu holen. Aber dafür spielen Mertesacker und Hummels in zu unterschiedlichen Fußballwelten. Hier fallen die meisten Gegentore.
Habe leider nur die 2. halbzeit gesehen..
aber da war für mich Gündogan mit der beste Spieler. Fast immer kam was gescheites dabei raus, wenn er den Ball bekam, und er war immer anspielbereit. Klasse Leistung!
Titel müssen her, denn ein Aufstellen von formschwachen Spielern wie gegen Italien, MUSS KÜNFTIG, OB DIESER FANTASTISCHEN BREITE - leider entfallen ....!!
Mit diesem Kader, der auch in der zweiten Reihe immer stärker wird, muss Löw jetzt allerdings den Titel holen. Erlaubt wäre allenfalls eine extrem enge Niederlage in einem Finalrundenspiel gegen einen Top-Gegner, also nur gegen Spanien, Argentinien oder - z. Zt. nur wegen des Heimvorteils - Brasilien. Ein ´überflüssiges´Ausscheiden wie gegen Italien wäre nicht mehr akzeptabel. Sieht Löw das auch so?
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.02.2013 17:29 UhrFortune
Es ehrt Löw, das verstanden zu haben. Es geht anscheinend im
Fussball zu wie in jedem anderen Bereich der Welt auch, wo die
Umstände manchmal gegen das Bessere und manchmal dafür
sprechen.
Aber wie schon Friedrich II. wusste, als er einen General entließ,
der keinen wirklichen Fehler gemacht hatte: "Er hat keine
Fortune." Und was den Ball kümmert, das interessiert wirklich
niemand sonst. Chef zu sein, heisst eben auch dann die Verantwortung zu
übernehmen, wenn man nichts dafür kann.
Vermutlich nicht.
Denn im Gegensatz zu Ihnen hat Löw wohl verstanden, dass in einem Fußballspiel nicht automatisch die bessere Mannschaft gewinnt. Das Spiel wird von diversen Zufallsfaktoren beeinflusst, die nicht alle kontrollierbar sind. Es gibt also keine Garantien. Und ob eine Niederlage "erlaubt" ist oder nicht, kümmert den Ball der aus 40 m genau in den Winkel fliegt oder den Schiedsrichter der fälschlich auf 11 m entscheidet oder den Spieler der genau im falschen Moment ausrutscht einfach nicht...
Deutschland kann stolz auf solche Talente sein.
S. Khedira, M. Özil sind Superspieler und mit I. Gündogan
haben Heck und Klopp einen weiteren Topspieler geformt. Wenn ich einen
von diesen drei spielen sehe, freue ich mich dass sie sich beide
für die deutsche Nationalmannschaft entschieden haben. Schade nur
das man Özil und Khedira so selten sieht, obschon sich beide bei
Real weiterentwickelt haben.
Das Einzige was mir gestern nicht gefiel, war die heftige Kritik an B.
Höwedes und M. Gomes. Eine Mannschaft hat 11 Spieler, die nicht
immer ihr bestes Spielniveau erreichen [können].