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Nationalmannschaft Basketball in der EM-Vorbereitung

21.05.2008 ·  Körbe statt Tore: Im Trainingslager auf Mallorca üben sich die Nationalspieler derzeit in Würfen und Rebounds. Bundestrainer Joachim Löw erhofft sich von den ungewöhnlichen Einheiten Fortschritte im Defensivverhalten.

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Basketball fürs Zweikampfverhalten, Krafttraining für die Fitness und Sonderschichten für Miroslav Klose und Christoph Metzelder: Bundestrainer Joachim Löw zieht im Trainingslager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf Mallorca bereits nach drei Tagen die Zügel an und bringt die Kandidaten für die EM in Österreich und der Schweiz (7. bis 29. Juni) mit ungewöhnlichen Maßnahmen gehörig ins Schwitzen.
„Wir haben den ehemaligen Nationalspieler Denis Wucherer als Basketball-Trainer mitgenommen, um unser Defensivverhalten weiter zu verbessern“, sagte der 48-Jährige bei der 55-minütigen Pressekonferenz im Stadion San Moix. „Mir hat schon immer das Zweikampfverhalten beim Basketball imponiert. Wir wollen den Fußball nicht neu erfinden, aber das Basketballtraining ist eine große Bereicherung.“

Sowohl am Dienstag als auch am Mittwoch ließen die 24 bereits auf der Urlaubsinsel weilenden Nationalspieler den Fußball beiseite und absolvierten im Teamhotel jeweils eine 75 Minuten lange Basketball-Einheit, bei der sich laut Löw insbesondere Tim Borowski, Piotr Trochowski und Per Mertesacker in den Vordergrund spielten. „Ich bin schon der Meinung, dass in Deutschland noch immer zu viel Foul gespielt wird“, meinte Löw, der am Mittwoch einen unheimlich gelösten Eindruck machte. „Im Zweikampf den Gegner zur Seite zu drängen, ohne permanenten Körperkontakt, das ist unser Ziel.“

Blutwerte überwiegend in Ordnung

Zufrieden berichtete Löw, der bei der EURO sein erstes Turnier als Chefcoach der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bestreitet, dass die am Montag abgenommenen Blutwerte der Nationalspieler überwiegend gute Werte ergeben hätten. Um vor allem im Kraftbereich weiter zuzulegen, ging es auch am Mittwochmorgen zunächst wieder für knapp zwei Stunden in den Kraftraum, um die Rücken- und Oberkörpermuskulatur weiter zu stabilisieren. „Auch wenn bei der Europameisterschaft bis zum Finale eine Partie weniger ausgetragen wird als bei einer Weltmeisterschaft, geht dieser Vorteil verloren, weil der Spielplan enger und damit die Zeit zur Regeneration zwischen den Spielen reduziert ist“, erklärte Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer, warum die Fitnesseinheiten zu Beginn der EM-Vorbereitung eine derart große Rolle spielen.

Allerdings gibt es auch Spieler mit massivem Nachholbedarf. Sondereinheiten müssen insbesondere WM-Torschützenkönig Klose und der lange Zeit verletzte Metzelder absolvieren, der am Mittwochmittag zum Team stieß. Während Metzelder bis zum vorletzten EM-Test gegen Weißrussland am kommenden Dienstag in Kaiserslautern aus Verletzungsgründen Extraschichten einlegen muss, sucht Klose nach einer enttäuschenden Rückrunde beim deutschen Meister Bayern München derzeit seine Form. „Einige Spieler waren zuletzt nicht ganz in Form. Miro gehört dazu. Deshalb werden wir mit ihm auch individuell arbeiten“, meinte Löw, der aber sicher ist, alle Spieler bis zum EM-Auftakt am 8. Juni in Klagenfurt gegen Polen in topfittem Zustand zu haben.

Gerüchte um Lehmanns Karriereende

Noch keine endgültige Aussage wollte Löw zur Zukunft von Jens Lehmann treffen. Zwar ist der 38-Jährige für die EM so gut wie gesetzt, danach könnte laut Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff aber das Ende der Ära Lehmann eingeläutet werden. „Ich gehe davon aus, dass nach der EM ein Schnitt gemacht und ohne Jens Lehmann geplant wird“, sagte der 40-Jährige der Sport Bild. Löw konterte die Aussage von Bierhoff trocken. „Oliver Bierhoff hat ja bei sportlichen Fragen relativ wenig Einfluss“, sagte Löw, der sich noch nicht festgelegt hat, ob Robert Enke oder Rene Adler bei der EM die offizielle Nummer zwei wird.

Marko Marin von Bundesliga-Aufsteiger Borussia Mönchengladbach scheint erweil seine Fahrkarte für die Europameisterschaft in der Tasche zu haben. Zwar nennt ihn Löw immer wieder „Markus“, doch die fußballerischen Fähigkeiten von Marin kennt Löw dennoch ganz genau. „Der Kleine ist schon wahnsinnig positiv aufgefallen“, lobte Löw den wieselflinken Mittelfeldspieler. „Ich traue ihm zu, so frech und beherzt wie er auftritt, dass er bei uns wie in Gladbach seine Stärken voll ausspielt.“

Die Spannung im Trainingslager steigt bei den Spielern ohnehin von Tag zu Tag. In knapp einer Woche muss Löw am 28. Mai bei der UEFA sein endgültiges, dann nur noch 23 Mann umfassendes Aufgebot einreichen. Drei Spieler werden die EM also nur vor dem Fernseher verfolgen. „Dann ist das Casting abgeschlossen. Zur Entscheidungsfindung gehört der körperliche Eindruck. Ob die Entscheidung bereits am Montag oder erst am Dienstag fällt, muss ich mir noch überlegen“, sagte Löw.

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