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Nach WM-Relegation Tote in Algier und Randale in Kairo

20.11.2009 ·  Bei Jubelfeiern in Algier ist es zu zahlreichen Unfällen mit insgesamt 14 Toten gekommen. Im Kairo randalierten dagegen wütende Fans vor der algerischen Botschaft. Die diplomatischen Spannungen zwischen beiden Staaten halten an.

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Nach der Niederlage der ägyptischen Fußball-Nationalmannschaft im WM-Qualifikationsspiel gegen Algerien haben in der Nacht zum Freitag rund 2500 wütende Fans vor der algerischen Botschaft in Kairo randaliert. Sie verbrannten algerische Fahnen und riefen „algerische Diplomaten raus aus Ägypten“. Die Fußballfans warfen mit Steinen und brennenden Flaschen nach den Polizisten, als diese ihnen den Weg zu der Botschaft im Stadtteil Zamalek versperrten. Die Polizei schlug mit Knüppeln auf die Randalierer ein.

Nach Angaben des Innenministeriums wurden elf Polizeioffiziere und 24 Zivilisten verletzt. Die Schaufenster mehrerer umliegender Geschäfte gingen zu Bruch. Erst im Morgengrauen kehrte in dem Viertel wieder Ruhe ein, nachdem Anwohner die vorwiegend jungen Randalierer davon überzeugt hatten, „dass es doch nicht richtig ist, wenn sich die Ägypter untereinander prügeln“. Am Freitagnachmittag versuchten erneut kleinere Gruppen von Demonstranten mit ägyptischen Fahnen, bis zu der algerischen Botschaft vorzudringen. Doch nach Angaben von Augenzeugen konnten sie den Ring, den die Polizei um das Gebiet gebildet hatte, nicht durchbrechen.

Übertriebene Jubelfeiern forderten 14 Tote

Auch die Jubelfeiern in Algerien wurden von tragischen Zwischenfällen überschattet. Die Feiernden trieben es auf den Straßen so wild, dass sich an vielen Orten Verkehrsunfälle ereigneten, bei denen insgesamt 14 Menschen starben. Mehr als 250 Menschen seien verletzt worden, teilten die Behörden mit.

Algerien hatte Ägypten am Mittwoch im Relegationsspiel, das im Sudan ausgetragen wurde, mit 1:0 besiegt und sich damit für die Fußball-WM 2010 qualifiziert. Nach Spielende schlugen algerische Fans in Khartum auf ägyptische Zuschauer ein. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Kairo wurden dabei 21 Ägypter verletzt. Ein Demonstrant trug am Donnerstagabend vor der algerischen Botschaft in Kairo ein Schild mit der Aufschrift: „Wo ist das Recht und wo ist der Stolz der Ägypter?“

Diplomatische Verwicklungen

Am vergangenen Wochenende war es bereits vor und nach dem Heimspiel Ägyptens gegen Algerien in Kairo zu Ausschreitungen gekommen, in deren Verlauf neben vielen Fußballfans auch einige algerische Spieler verletzt wurden. Mit dem 2:0 im letzten Gruppen- Spiel hatte Ägypten am Samstag das Entscheidungsmatch im Sudan erzwungen.

Der Streit der Fußballfans, der von einigen Medien in beiden Staaten angeheizt worden war, hat inzwischen auch die Politik erfasst. Nach den Krawallen in Khartum berief das ägyptische Außenministerium am Donnerstag seinen Botschafter aus Algerien zu Konsultationen nach Kairo zurück. Algerien bedauerte diesen Schritt. Die Vorwürfe gegen algerische Fans beruhten auf falschen Informationen, hieß es bei der offiziellen algerischen Nachrichtenagentur APS. Sie dienten lediglich dazu, den verdienten Sieg zu schmälern.

Die Kairoer Tageszeitung „Al-Masry Al-Yom“ berichtete am Freitag, der ägyptische Fußballverband wolle sich bei der Fifa über die Attacken gegen die Zuschauer in Khartum beschweren. Ägyptische Fußballfans riefen diejenigen Anhänger, die zu dem Spiel nach Khartum gereist waren auf, dem Verband Beweise vorzulegen. „Lasst uns dafür sorgen, dass Algerien disqualifiziert wird!“, schrieb die Fangruppe der ägyptischen Nationalelf im sozialen Netzwerk Facebook.

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