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Nach den Krawallen „Ich werde Namen nennen, alle“

15.02.2007 ·  Nach den schweren Fußball-Krawallen in Leipzig ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen schweren Landfriedensbruchs gegen sieben Verdächtige. Nach acht bisher noch nicht identifizierten Personen wird nun mit Fahndungsfotos gesucht.

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Mit einem umfangreichen Sicherheitspaket hat Leipzig auf die Krawalle mit 39 verletzten Polizisten beim Fußball- Landespokalspiel zwischen dem 1. FC Lok Leipzig und dem FC Erzgebirge Aue II am vergangenen Samstag reagiert. Eine Sicherheitskonferenz mit Vertretern der Stadt Leipzig, der Polizeidirektion, des Regierungspräsidiums, der Leipziger Verkehrsbetriebe, des Sächsischen Fußball-Verbandes und des 1. FC Lok Leipzig legte am Mittwochabend einen Maßnahmenkatalog fest.

Derweil haben Polizei und Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen derzeit sieben Verdächtige aufgenommen. Ihnen werde schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen, sagte der Leipziger Kripo-Chef Uwe Matthias am Donnerstag. Neben drei bereits bei den Krawallen am Samstag Festgenommenen wurde ein Verdächtiger aus dem Raum Torgau identifiziert, drei weitere Personen wurden anhand der erlittenen Hundebisse ermittelt. Nach acht noch nicht identifizierten Personen wird mit Fahndungsfotos gesucht. Bei den Krawallen entstand laut Polizei ein Sachschaden in Höhe von 56.000 Euro an der Polizeiausrüstung und weiteren 15.000 Euro im Umfeld.

„Nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“

Unterdessen hat Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußball- Bundes (DFB), Kritik an der Absage von mehr als 60 Spielen durch den Sächsischen Fußballverband zurückgewiesen. „Man kann jetzt nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, sagte Zwanziger am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Bremen. Die Spielabsagen seien in erster Linie als Zeichen der Solidarität für die Polizeibeamten zu verstehen. „Wir müssen damit ein deutliches Zeichen setzen“, sagte Zwanziger. Mehrere Vertreter von anderen Landesverbänden hatten die Absage als Reaktion auf die schweren Krawalle von Leipzig kritisiert.

„Maßnahmen wie die Absage eines Spieltags richten sich in erster Linie an die Zuschauer, die glauben, sie würde das alles nichts angehen“, sagte Zwanziger. Der DFB-Chef machte aber auch deutlich, dass die Maßnahme nicht das alleinige Mittel gegen Gewalt von Hooligans sein könne. Er nannte erneut sichere Stadien und Fanprojekte als Voraussetzungen für gewaltfreie Fußballspiele in Ostdeutschland.

Zusätzlicher Mitarbeiter für Fanprojekt

Ein Großteil der Sofortmaßnahmen des in Leipzig beschlossenen Sicherheitspaketes betrifft den 1. FC Lok. So verpflichtet sich der Vorstand dazu, die Ermittlungsbehörden umfassend bei der Aufklärung der Straftaten des Wochenendes zu unterstützen und alle ihm bekannten Gewalttäter zu benennen. „Ich werde Namen nennen, alle“, sagte Lok- Vorsitzender Steffen Kubald der „Leipziger Volkszeitung“, fügte aber auch hinzu: „Wissen Sie überhaupt, in welche Gefahr ich mich da begebe? Ich habe ein Kind.“

Ein konsequentes Stadionverbot für alle bekannten Gewalttäter des 1. FC Lok wurde ausgesprochen, dessen Umsetzung in allen Stadien vom Leipziger Fußballverband überprüft wird. Entsprechend dem Gewerberecht werden beauftragte Sicherheitsunternehmen sowie vom Verein eingesetzte Ordner auf Zuverlässigkeit geprüft. Diese Maßnahme wurde erforderlich, nachdem es auch Kritik am Ordnungs- und Sicherheitsdienst des Clubs gegeben hatte.

Die Stadt Leipzig prüft zusammen mit den Partnern die Durchsetzung möglicher vorbeugender Maßnahmen wie Aufenthalts- und Betretungsverbote und Meldeauflagen gegen polizeilich bekannte Gewalttäter bei sicherheitsrelevanten Spielen. Außerdem sollen die Inhalte des Fanprojektes mit der Stadt, der Sportjugend Leipzig und dem sächsischen Fußballverband schnellstmöglich konzeptionell überarbeitet werden. Die Stadt erneuerte ihre Zusage, einen zusätzlichen Mitarbeiter für das Fanprojekt einzustellen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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