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Veröffentlicht: 10.08.2017, 13:29 Uhr

ARD-Aus des Fußball-Experten Die verbalen Querschläger des Mehmet Scholl

Über Doping wollte Mehmet Scholl in der ARD nicht reden. Nun trennen sich der Fußball-Experte und der TV-Sender. Sonst ist Scholl nie um einen Spruch verlegen – was nicht allen gefiel und für Ärger sorgte.

© Picture-Alliance Nicht bei allen kommen die Sprüche von Mehmet Scholl gut an.

Nach neun Jahren beenden die ARD und Fußball-Experte Mehmet Scholl ihre Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung. Auslöser war ein Streit über einen Doping-Beitrag. Der ehemalige Nationalspieler war bei den Halbfinal-Partien des Confed Cups zwischen Deutschland und Mexiko sowie Chile und Portugal nicht einverstanden mit einem Bericht über mögliches Doping in der russischen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM vor drei Jahren. In der Konsequenz war Scholl einfach nicht zu den beiden Sendungen erschienen.

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Schon zuvor polarisierte der frühere Nationalspieler mit seinen lockeren Sprüchen. In Erinnerung blieben vor allem zwei verbale Querschläger aus seiner Tätigkeit als ARD-Experte im Fernsehen:

„Vielleicht kommt Cristiano Ronaldo ja wirklich in den Knast. Dann mache ich mir Sorgen, dass er zu Miss September wird.“

Das sagte Scholl während des Confed Cups über den portugiesischen Superstar Cristiano Ronaldo, dem wegen möglicher Steuervergehen eine Gefängnisstrafe droht. Lustig fanden das nicht alle.

„Ich hatte zwischendurch Angst, dass er sich wundliegt und mal gewendet werden muss.“

Fünf Jahre zuvor kritisierte Scholl während der EM 2012 den deutschen Nationalspieler Mario Gomez für mangelnde Laufarbeit. Später entschuldigte sich Scholl für diesen Spruch.

© Opinary

Viele schätzten Scholl für seinen Wortwitz und seine lockere Herangehensweise. Doch ab und zu schoss er über das Ziel hinaus. Als gutbezahlter Experte eines öffentlich-rechtlichen TV-Senders stand er bei verbalen Querschlägern besonders im Fokus. Als Scholl noch Spieler beim FC Bayern und in der Nationalelf war, gingen die lockeren Sprüche eher durch. Hier eine Auswahl:

„Gesundheit!“ (Scholl bei der EM 2000 auf die Frage, was er zum rumänischen Spielmacher George Hagi sagt)

„Weil ich in diesem Alter mit dem Rauchen aufgehört habe.“ (Auf die Frage, warum Scholl die Rückennummer 7 trägt)

„Ich werde nie Golf spielen. Erstens ist das für mich kein Sport, und zweitens habe ich noch regelmäßig Sex“ (Scholl über seine Planungen nach dem Karriereende)

„Es war eng.“ (Scholl auf die Frage, wie es war, als der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl die Kabine der Nationalmannschaft besuchte)

„Mein Körper besteht aus 68 Kilogramm stahlharter Erotik.“ (Scholl über sich selbst)

„Vor dem Krieg und vor Oliver Kahn.“ (Scholl auf die Frage, was ihm Angst bereite)

„Als ich Single war, wurde unter allen Frauen in München eine Umfrage gemacht, ob sie sich vorstellen könnten, etwas mit Mehmet Scholl zu haben. 70 Prozent antworteten: Nie wieder!“ (Scholl in „Inas Welt“ über seine wilde Münchner Vergangenheit)

„Ich hatte noch nie Stress mit meiner Frau. Bis auf das eine Mal, als sie mit aufs Hochzeitsfoto wollte.“ (Scholl über die Probleme des Ehelebens)

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