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Mario Gomez Die loyale Teilzeitkraft

 ·  Auf Mario Gomez ist Verlass: Er schießt beständig seine Tore und verbreitet keine Unruhe, wenn er auf der Bank sitzt. Denn im Kurzpasskunstwerk ist nur noch selten Platz für ihn. An Angeboten mangelt es nicht.

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© REUTERS Vergrößern Weiß mit Druck umzugehen: Mario Gomez schultert Arjen Robben

Wie der Matchwinner führte sich Mario Gomez nicht auf. Als seine Mannschaftskollegen in der Bayern-Fankurve des Berliner Olympiastadions den 3:2-Pokalsieg über den VfB Stuttgart ausgelassen feierten, zu dem er mit seinen Treffern zum 2:0- und 3:0-Zwischenstand einen wesentlichen Beitrag geleistet hatte, da stand er mit einem Bierglas in der Hand 30, 40 Meter entfernt auf dem Spielfeld, neben den Ersatzspielern.

Erst als die Siegermannschaft nach einigen Minuten mit Trainer Jupp Heynckes begann, eine Polonaise zu bilden, ging der Torjäger gemessenen Schrittes auf die Gruppe zu und fügte sich als Letzter in die Reihe. Und auch auf dem Festbankett spät in der Nacht hielt Gomez ein wenig Abstand, betrat die Örtlichkeit ein paar Sekunden nach den Mitspielern.

Die Szenen beschreiben die Gesamtsituation des Mario Gomez in der Bayern-Gemeinschaft. Einerseits ist der 26 Jahre alte Stürmer mit seinen Toren ein wichtiger Bestandteil. 19 Tore in den 32 Begegnungen der drei Triple-Wettbewerbe klingen zwar nicht außergewöhnlich gut. Dennoch spielte kein Bundesligaprofi effektiver als er, weil Gomez sein Berufsleben in dieser Saison als Teilzeitkraft bestreitet.

„Killer werden immer gebraucht“

Nur in sechs Partien erlebte er sowohl den Anpfiff als auch den Abpfiff auf dem Spielfeld. So kommt die herausragende Quote von 79 Minuten für ein Tor heraus. Schon die Erfolgsbilanz zeigt, dass der Deutsche mit spanischen Wurzeln nicht richtig dazu gehörte. Als Gomez nach einer langen Verletzungspause zum Saisonstart wieder fit wurde, setzte ihn Heynckes nur dann ein, wenn er meinte, dass sein Stürmer Nummer 1, Mandzukic, eine Pause benötigte.

© F.A.Z., Impire AG Vergrößern FAZ.NET-Torvideo: Gomez drückt ihn rein

Für einen Profi mit den Ansprüchen und dem Selbstverständnis eines Mario Gomez ein schwer zu ertragender Zustand. Doch der Nationalspieler, der auch bei Bundestrainer Joachim Löw keine Stammplatzgarantie hat, ließ sich nicht hängen. In den ersten Wochen nach seiner Verletzung, als er noch nicht erwarten musste, den erfolgreichen Mandzukic nicht wieder verdrängen zu können, setzte er sich in Interviews noch launig mit seiner Situation auseinander.

In der vergangenen Saison habe er immer gespielt und keinen Titel geholt, da würde er gerne Joker bleiben, wenn dabei der Champions-Leage-Titel herausspringen würde, sagte er. In dieser Phase betonte der Stürmer auch, dass er sich um seine Zukunft keine Sorgen mache: „Killer werden immer gebraucht.“

Seit einigen Wochen spricht Gomez so gut wie nicht mehr mit den Medien. Was sollte er auch sagen? Dass er unzufrieden ist, wäre die Wahrheit gewesen, hätte aber vielleicht Unruhe in die Mannschaft gebracht und ihn zum Egoisten gestempelt. Aber Gomez ist kein Egoist und auch kein Lügner. Es blieb ihm nichts übrig als zu schweigen und innerlich ein bisschen auf Distanz zu den Bayern zu gehen.

Dass er an seiner Lage in München zu knabbern hat, ließ er über seinen Berater Uli Ferber im April kommunizieren: „Natürlich ist Mario nicht glücklich über die Situation. Und es ist auch klar, dass das kein Dauerzustand sein kann. Mario verhält sich absolut sauber, ist loyal und immer bereit. Er hätte es verdient, wenn der Trainer auf ihn setzt“, sagte Ferber damals.

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