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Rot-Weiss Frankfurt : Baslers „Gefälligkeitsleistung“ in der Fünftklassigkeit

  • -Aktualisiert am

Wieder im Trainingsanzug: Mario Basler wird Trainer bei Rot-Weiß Frankfurt Bild: dpa

Ein Europameister wird Trainer bei Rot-Weiss Frankfurt - zunächst bis Weihnachten. Der Fünftligaklub hatte schon vor der Verpflichtung von Mario Basler Schlagzeilen produziert durch einen Sponsoringdeal mit einem „Saunaklub“.

          Am Mittwoch vertröstete Ersan Dincer auf diesen Donnerstag. „Ich bitte Sie, die Ruhe zu bewahren“, sagte der neue Vereinspräsident von Rot-Weiss Frankfurt mit ernster Stimme. Es müssen aufregende Stunden mit vielen Gesprächen und Telefonaten für den 44-Jährigen gewesen sein, denn beim Tabellenvorletzten der Fußball-Hessenliga kündigt sich Großes an. Zwei Tage vor dem Auswärtsspiel gegen Ederbergland stellen die Frankfurter ihren neuen Trainer vor, es soll Mario Basler werden. „Gehen Sie davon aus, dass er bei uns Trainer wird. Wir sind guter Dinge“, sagte das neue Verwaltungsratsmitglied Johny Baez dieser Zeitung. „Zwei, drei kleine Dinge fehlen noch, aber sie sind durchführbar.“

          Zu „99,9 Prozent“ ist er sich sicher, dass die Zusammenarbeit mit dem Europameister von 1996 zustande kommen wird. Der 48 Jahre alte frühere Bayern-Profi Basler wird auf Daniyel Cimen folgen, der sich im September zum finanzstarken Ligarivalen Watzenborn-Steinberg verabschiedet hatte.

          Der ehemalige Nationalspieler Basler in die Fünftklassigkeit? Zu einem Verein, der um das sportliche Überleben kämpft und wirtschaftlich angeschlagen sein soll? „Mario und ich sind seit vielen Jahren befreundet“, sagt Baez, der als Spielerberater tätig ist. „Er tut mir einen Gefallen.“ Dincer nennt es eine „Gefälligkeitsleistung“. Ein PR-Coup soll das Ganze nicht sein. Er sei „von klein auf Rot-Weiss‘ler“, sagt Baez. „Ich würde keinen holen, von dem ich nicht überzeugt bin, dass er der Mannschaft weiterhilft. Mario ist ein guter Trainer und wird den Jungs einen Schub geben.“

          Trikotsponsor ist ein Saunaklub

          Trotzdem soll Basler, der bis 2012 bei Rot-Weiß Oberhausen unter Vertrag stand und dann von Januar 2015 bis März 2016 Geschäftsführer Sport beim Oberligaverein Lok Leipzig war, erst einmal nur eine „Übergangslösung“ (Baez) sein und die Frankfurter bis Weihnachten anleiten. Ob sich das Engagement ausweiten lässt, hängt offenbar auch von der Finanzierung ab. Wie diese bis zum Jahresende gewährleistet sein wird, will Baez bei der Präsentation von Basler mitteilen. Ein externer Sponsor soll es nicht sein, womöglich kommen der oder die Gönner aus dem eigenen Verein. Die finanzielle Lage von Rot-Weiss sei „sehr angespannt“, sagte Dincer. Insolvenzgefahr bestehe jedoch keine.

          Mit dem gebürtigen Pfälzer Basler wollen sich die Frankfurter auch bei Sponsoren interessanter machen. Als Trikotsponsor haben sie in dieser Saison einen FKK-Saunaklub, der Hessische Fußball-Verband (HFV) genehmigte jüngst nach längerer Prüfung diese Werbung. Außerdem erhofft sich Rot-Weiss mit dem meinungsstarken Basler, der kein Blatt vor den Mund nimmt, einen Anstieg der Zuschauerzahlen.

          „Er wird es drei Monate machen, dann entscheidet der Mario“, sagt Baez. Basler schaute sich am Dienstag die 1:3-Niederlage gegen Spitzenreiter Lehnerz an. Das Potential der Mannschaft soll für ihn erkennbar gewesen sein. „Unser Leistungsvermögen spiegelt nicht unseren Tabellenplatz wider“, sagt Dincer. 30 Jahre ist der ehemalige Rot-Weiss-Spieler schon im Klub, der Donnerstag wird ein besonderer Tag für ihn.

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