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Mario Basler im Gespräch Rekordeckballtorschütze

08.03.2009 ·  Er war Fußball-Nationalspieler, zwei Mal Deutscher Meister und galt immer als etwas eigenwillig. Heute pokert er im Fernsehen und ist Präsident des pfälzischen Amateurvereins ATSV Wattenheim, bei dem er gelegentlich noch mitkickt. Mario Basler im Gespräch.

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Er war Nationalspieler, mit Bayern München zwei mal Deutscher Meister, bei Werder Bremen Torschützenkönig und galt immer als etwas eigenwillig. Heute trainiert Mario Basler Eintracht Trier und ist nebenbei Präsident des vorderpfälzischen Amateurverein ATSV Wattenheim, für den er auch spielberechtigt ist. Der 40-Jährige im Gespräch mit FAZ.NET.

Herr Basler, gelernt ist gelernt, oder?

Wieso?

Sie haben am Mittwoch für den Landesligaklub ATSV Wattenheim, dessen Präsident Sie sind, in einem Pokalspiel gegen den Oberligaklub Niederauerbach einen Eckball direkt verwandelt.

Für so ein Tor braucht man aber auch viel Glück.

Warum so bescheiden? Sie haben das Kunststück eines Eckballtors schon öfter vollbracht . . .

Ja, das stimmt. In der Bundesliga habe ich so drei Tore gemacht.

Dann dürften Sie ewiger Rekordeckballtorschütze sein. Pierre Littbarski hat angeblich nur zwei Treffer von der Eckfahne aus erzielt.

Das habe ich nicht überprüft, könnte aber sein. Rekordeckballtorschütze klingt jedenfalls gut.

Was ist das Geheimnis des deutschen Eckenkönigs?

Das Geheimnis ist eigentlich nur, dass man eine gute Schusstechnik braucht, um einen Ball direkt aufs Tor ziehen zu können.

Eigentlich erscheint es ja als hoffnungsloses Unterfangen, einen Ball von der Eckfahne aus direkt ins Tor zu schießen. Was macht so einen Ball gefährlich?

Für den Torwart ist es extrem schwer, weil vor ihm im Fünfmeterraum ganz viele Spieler rumwuseln. Und dann kommt der Ball mit viel Effet an, so dass der Keeper sich schnell mal bezüglich der Länge des Balls verschätzt.

Brauchen Sie Mut, einen Eckball direkt aufs Tor zu schießen?

Warum Mut?

Weil man wohl schon egoistisch veranlagt sein muss. Die mitgelaufenen Mitspieler sind doch sicher böse, wenn der Ball auf dem Netz landet, oder?

Nein, das ist akzeptiert in der Mannschaft, dass ich den ein oder anderen Ball direkt aufs Tor ziehe.

Sie galten nie als laufstarker Spieler. Der Verdacht liegt nahe, dass Sie nun im gesegneten Fußballer-Alter von 40 Jahren in Wattenheim nur wegen ihrer Standards mitspielen dürfen.

Das stimmt nicht. Ich bin sicher nach einer dreimonatigen Pause nach einem Bänderriss nicht in Top-Verfassung, für 90 Minuten in der Innenverteidigung reicht es aber immer. Gegen Niederauerbach habe ich übrigens nur einen Eckball und einen Freistoß geschossen.

Sie arbeiten eigentlich als Trainer beim Regionalligaklub Eintracht Trier. Üben Sie da auch direkte Eckbälle mit ihren Spielern?

Nein, das kann man nicht lernen. Entweder hat man das Talent oder eben nicht.

Ist das auch die Erklärung dafür, warum es in der Bundesliga seit Pierre Littbarski und Ihnen so gut wie keine Eckballtore mehr gibt?

Eckbälle werden meines Erachtens in der Bundesliga sehr schlecht ausgeführt. Die meisten verfolgen die Strategie, den Ball kurz zu schlagen, damit er verlängert werden kann. Meistens wird der Ball dann schon am kurzen Pfosten abgewehrt. Da wäre es sicher gefährlicher, den Ball mal wieder aufs Tor zu ziehen.

Hatten Sie eigentlich Mitleid mit dem gegnerischen Torhüter, der sich nun sicher Hohn und Spott anhören muss?

Nein, der hat das sportlich genommen und anschließend richtig gut gehalten und Niederauerbach den unverdienten Sieg gesichert. Da braucht er keinen Spott zu fürchten.

Die Fragen stellte Daniel Meuren.

Quelle: F.A.S.
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