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Marco Reus im Gespräch „Wir Spieler sind keine Roboter“

Marco Reus ist der Aufsteiger unter den deutschen Fußballprofis. Nach einem bewegten Jahr spricht der Borusse im FAZ.NET-Interview über die Probleme der Nationalelf, Titelambitionen in der Champions League und 50 Paar Schuhe.

© dapd Vergrößern Marco Reus: Erfolgsjahr 2012, aber noch kein Gedanke ans Champions-League-Finale

Marco Reus ist 2012 der Aufsteiger in der Bundesliga und wurde zum „Fußballer des Jahres“ gewählt. So zierlich er erscheinen mag: der 23 Jahre alte Stratege von Borussia Dortmund hat sich auf hohem Niveau etabliert. Nicht nur für seinen Ausrüster gehört er zu den internationalen Stars der Liga. In Dortmund wie in der Nationalelf ist Reus fester Bestandteil der Mannschaft, obwohl Könner wie Mesut Özil und Mario Götze für seine Position im offensiven Mittelfeld zur Verfügung stehen.

Vor einigen Monaten hatte Reus noch den Aufschwung in Mönchengladbach vorangetrieben, bei einem Außenseiter der Liga, der nach langer Zeit in den Europapokal zurückgekehrt ist. Inzwischen hat er die Borussia gewechselt und ist als Leistungsträger mit dem BVB unter die besten sechzehn Mannschaften des Kontinents aufgestiegen, obwohl die Westfalen in der schwersten Champions-League-Gruppe mit den Landesmeistern Real Madrid, Manchester City und Ajax Amsterdam spielten. Dass Dortmund so weit gekommen ist, hängt auch mit dem Zusammenspiel von Reus und Götze zusammen. Beide verstehen sich gut und verkörpern den Dortmunder Vorstoß ins europäische Establishment. An diesem Mittwoch trifft der BVB im letzten Pflichtpiel des Jahres (20.30 Uhr / Live im DFB-Pokal-Ticker bei FAZ.NET) im Pokal-Achtelfinale auf Hannover 96.

Wie viele Paar Fußballschuhe besitzt ein Nationalspieler wie Sie?

Im letzten Jahr bei Borussia Mönchengladbach waren es etwa vierzig, fünfzig Paar, die sich innerhalb von ein paar Monaten angesammelt hatten. Über meinem Spind war genug Platz, auch für Schuhe, die ich noch gar nicht getragen hatte. Jetzt in Dortmund ist es ungefähr die gleiche Menge.

Tragen Sie immer das gleiche Modell?

Ja, der Schuh ist immer der gleiche, aber bei den Stollen und Nocken unterscheiden sie sich. Da gibt es alle möglichen Varianten.

Wie wichtig ist der heutige High-Tech-Schuh für die Arbeit, für Schusstechnik und Schnelligkeit?

Schon wichtig, aber das ist mehr eine Kopfsache. Viele Fußballspieler entscheiden sich für einen Schuh, weil sie denken: Dieser Schuh bringt mir Glück, mit dem habe ich ein Tor geschossen, deshalb möchte ich nächstes Mal wieder damit spielen. Für mich ist am wichtigsten, dass ein Schuh bequem ist und ich mich wohl darin fühle. Er muss vor allem leicht sein, es darf sich nicht anfühlen, als wäre ein Stein drin.

Auf dem Weg zu Titeln? Reus und Trainer Jürgen Klopp (rechts) © dapd Vergrößern Auf dem Weg zu Titeln? Reus und Trainer Jürgen Klopp (rechts)

Lässt das Interesse, neue Modelle auszuprobieren, irgendwann nach?

Nein, aber das Gute ist ja, dass ich am Prozess mitwirken kann und Ideen an meinen Ausrüster weitergeben kann, wie der Schuh aussehen sollte und wo man noch etwas ändern kann. Aber wenn es vorgeschrieben ist, dann muss ich die aktuellen Schuhe tragen.

Der Ausrüster kann Ihnen Vorschriften machen?

Wenn es neue Varianten von Schuhen gibt oder neue Farben, dann schon. In pinkfarbenen Schuhen würde ich allerdings ungern spielen. Aber wenn es sein muss, gehört auch das dazu.

Borussia Dortmund hat in der schwersten Gruppe der Champions League souverän den Gruppensieg errungen. José Mourinho, der Trainer von Real Madrid, traut dem BVB sogar zu, den Wettbewerb zu gewinnen. Steht Dortmund auf einer Stufe mit den Großen des europäischen Fußballs?

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