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Machtwort im Schuh-Streit „Es geht um die Gesundheit“

17.08.2006 ·  Vor dem Schweden-Spiel war von Boykott die Rede, nun scheint der „Schuh-Streit“ in der Fußball-Nationalmannschaft beendet. In Zukunft sollen die Spieler die Schuhe ihres Vertrauens tragen dürfen.

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Nach dem drohenden Boykott der deutschen Fußball-Nationalspieler vor dem Länderspiel gegen Schweden (3:0) am Mittwoch in Gelsenkirchen erklärte Nationaltorwart Jens Lehmann, daß der Konflikt gelöst sei. Theo Zwanziger, geschäftsführender Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hat offenbar ein Machtwort im „Schuh-Streit“ gesprochen. Eine offizielle Einigung steht zwar noch aus, doch Lehmann und Kollegen verlassen sich auf das Wort von Zwanziger. Dieser bestätigte am Donnerstag, daß er bei den Spielern „insoweit im Wort“ stehe, daß es bis zum Irland-Spiel zu einer Entscheidung kommen wird.

Dann wollen die WM-Dritten ihre Schuhe und Torwart Lehmann zudem seine Handschuhe frei wählen dürfen. „Bislang haben wir die Zusage nur mündlich. Aber Dr. Zwanziger ist ein Mann, der zu seinem Wort steht. Wir wollen endlich in den Schuhen spielen, die wir auch in unseren Vereinen tragen. Es geht dabei nicht ums Geld. Es geht um die Gesundheit und es ist eine Entscheidung, die von der ganzen Mannschaft getragen wird“, meinte Lehmann, der bei der WM nach einer Woche Training in den Schuhen des DFB-Ausrüsters adidas eigenen Angaben zufolge „körperliche Probleme“ bekommen hatte.

Lehmann sollte zurücktreten

Der FC Arsenal hatte dem 36 Jahre alten Torhüter nach der Rückkehr von der WM sogar dazu geraten, wegen des Schuhmonopols seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft zu erklären. „Arsenal hat zu mir gesagt, du fährst lieber nicht mehr zur Nationalmannschaft. Es ist was anderes, wenn man 22 ist. Dann kommt man mit dem Wechsel der Produkte wahrscheinlich besser klar. Aber Miroslav Klose zum Beispiel hat genau die gleichen Probleme wie ich“, sagte Lehmann.

Lehmann und der „Fußballer des Jahres“ Klose hatten als Teil des Mannschaftsrats Zwanziger bei der Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes im Schloß Bellevue am Montag darüber in Kenntnis gesetzt, in Zukunft nur noch die Schuhe ihres Sponsors Nike tragen zu wollen.

Wohlfühlen statt verletzen

Vor allem Klose hatte mehrfach wiederholt, daß er bereits während der WM wegen der „unpassenden“ Schuhe ständig gespritzt werden mußte, um die Schmerzen zu ertragen. „Es ist viel geschrieben worden. Weltweit hat nur noch Österreich keine freie Schuhwahl, deshalb ist das längst überfällig. Die Schuhe sind unser Handwerkszeug. Wir wollen in den Schuhen spielen, in denen wir uns wohlfühlen und nicht verletzen“, sagte Dortmunds Christoph Metzelder. Der Abwehrspieler fügte hinzu: „Ich werde ab sofort in meinen Schuhen spielen, und das sind die meines Sponsors.“

Der bisherige Exklusivpartner adidas ist seit dem WM-Sieg 1954 Sponsor des DFB, dürfte einen finanziellen Abschlag geltend machen oder eine Neuformulierung des im Vorjahr bis 2010 verlängerten Vertrages fordern.

„Die Anfrage ist aufgenommen worden“

„Das ist jetzt Aufgabe des Präsidiums, das mit dem Partner zu klären“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff, der als Spieler selbst bei adidas-Konkurrent Nike unter Vertrag stand und lange vergeblich um Schuhfreiheit gekämpft hatte. Von einer Einigung sprach er im Gegensatz zu Lehmann aber noch nicht. „Die Anfrage der Spieler ist da, das ist vom DFB so aufgenommen worden.“

Bierhoff drängte darauf, daß vor dem Irland-Spiel alle Fragen geklärt sind, damit die Vorbereitung auf die erste EM-Qualifikationspartie nicht wie das Schweden-Spiel vom Wirbel um die Schuh-Frage gestört werde. „Wir wollen auf jeden Fall Klarheit haben mit den Spielern“, sagte der Teammanager.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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