Home
http://www.faz.net/-gtl-74ifr
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Luiz Adrianos Skandaltor Uefa eröffnet Verfahren

Luiz Adrianos Skandaltor in der Champions League erregt weiter die Gemüter. Der Stürmer aus Donezk gibt sich unbeeindruckt ob der Kritik. Nun eröffnet die Uefa ein Verfahren gegen ihn.

© dpa Vergrößern „Ich freue mich sehr. Wir haben gewonnen“: Luiz Adriano (links) versteht die Aufregung nicht

Unsportlicher geht es nicht: Mit seinem Skandaltor beim 5:2-Sieg von Schachtjor Donezk gegen den FC Nordsjælland hat der Brasilianer Luiz Adriano für große Empörung gesorgt. „Die Bösen haben den Sieg zusammengeklaut“, schrieb die Zeitung „B.T.“ am Mittwoch. Nordsjællands Sportchef Jan Laursen schäumte: „Ich bin schockiert. Da quasseln sie uns alle die Ohren voll mit Fairplay und Respekt. Und dann sowas.“

Was war passiert? Nach einem für den Gegner gedachten Abspiel aus der eigenen Hälfte sprintete Adriano los und schob den Ball zum Entsetzen der verdutzten Dänen ins Netz. „Eine Unsportlichkeit, die ihresgleichen sucht“, kritisierte TV-Experte Lothar Matthäus.

Mehr zum Thema

Die Europäische Fußball-Union eröffnete am Mittwoch ein Disziplinarverfahren gegen den Spieler. Dem Brasilianer droht wegen eines Verstoßes gegen die Verhaltensregeln eine Bestrafung. Der Fall soll nach Uefa-Angaben in der kommenden Woche verhandelt werden.

Der Gescholtene schien auch einen Tag nach dem Spiel unbeeindruckt von der Aufregung zu sein. „Ich freue mich sehr. Wir haben gewonnen“, sagte Adriano vor dem Abflug der dänischen Zeitung „Ekstra Bladet“. Er betonte, er sei glücklich über alle Tore, „auch über das erste“.

155403898 Der unschuldige Torschütze: Noch nie etwas von Fair-Play gehört? © AFP Bilderstrecke 

Aber nicht allein sein umstrittener Treffer brachte die Dänen in Wallung: Adrianos Teamkollegen wollte ihnen im Gegenzug freie Bahn für das geschenkte Tor ermöglichen, doch Taras Stapenenko grätschte dem zunächst unbehelligt auf das Gäste-Gehäuse zusteuernden Nicolai Stockholm den Ball weg. „Die Hälfte der Donezk-Spieler wollte das so, die andere Hälfte nicht“, erregte sich Stockholm.

Donezk-Trainer Mircea Lucescu war der doppelt unfaire Auftritt seiner Elf sichtlich unangenehm. „Ich entschuldige mich für das Tor, das so viele Diskussionen ausgelöst hat“, sagte der Rumäne. Adriano habe ihm gesagt, er hätte den Ball an seinem Fuß gesehen, das habe seinen Stürmer-Instinkt geweckt und er habe geschossen, berichtete Lucescu von einem Gespräch mit seinem Stürmer. „Wir wollten dem Gegner sofort die Gelegenheit für ein Tor im Gegenzug geben. Aber das hat einer unserer Spieler verhindert“, meinte der Coach weiter.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Mario Götze Vom WM-Helden zum Prügelknaben

Ribéry fehlt, Robben auch – und die Bayern brauchen gegen Barcelona mindestens drei Tore. Ist das die Chance für Götze? Trainer Guardiola zögert. Steht der WM-Held nicht in der Münchner Startelf, wäre es ein fatales Signal. Mehr

12.05.2015, 08:39 Uhr | Sport
Griechenland Die Krisenkinder von Athen

Fabriken stehen still, Geschäfte bleiben geschlossen - viele junge Griechen sind mit der Wirtschaftskrise aufgewachsen. Mehr als die Hälfte der 15- bis 24-Jährigen ist ohne Arbeit. Mehr

25.01.2015, 15:41 Uhr | Gesellschaft
Eurogoals Was sind schon 37 Jahre?

Mit wehenden Haaren stürmten die Gladbacher in den 70er Jahren durch den Europapokal der Landesmeister. Sie gewannen nichts - außer die Herzen. Jetzt spielen sie endlich wieder in der Champions League. Mehr Von Achim Dreis

18.05.2015, 12:21 Uhr | Sport
Nach Donezk-Spiel Pep Guardiola: Bin nicht unzufrieden

Vor dem Champions-League-Spiel gegen Schachtjor Donezk hatte die Bayern-Spitze ein Krankenhaus besucht. Nach dem 0:0 lobt Trainer Pep Guardiola den Gegner. Mehr

18.02.2015, 12:27 Uhr | Sport
0:2 in Köln Was ist nur mit Schalke los?

Mit einem 2:0-Sieg über Schalke sichert sich Aufsteiger Köln ein weiteres Jahr in der Bundesliga. Die Königsblauen indes liefern keine Argumente für die Europapokal-Qualifikation – und hat nun einen besonderen Rivalen im Nacken. Mehr

10.05.2015, 19:28 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 21.11.2012, 19:49 Uhr

Umfrage

Niederlagen in Serie: Verzerrt Bayern München den Wettbewerb in der Bundesliga?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Aufrecht in die zweite Liga

Von Peter Penders

Aus dem Denkzettel für verfehlte Vereinspolitik in Stuttgart und Hamburg wird nichts, es erwischt doch die kleinsten Klubs Paderborn und Freiburg. Wehmütig, aber nicht geknickt sollten sie in die zweite Liga gehen. Mehr 5