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Löws Verlängerung Zack, zack, drin

20.07.2010 ·  Plötzlich ging alles ganz schnell: Das Löw-Team bleibt im Amt. Teamgeist und Vertrauen waren Schlüsselworte der WM - sie gelten immer noch. Und die Party wird weitergehen.

Von Jörg Hahn
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„Wegen mir bitte keine Extrawürste“, lässt ein Reiseunternehmen Joachim Löw in einem sympathischen Werbespot sagen. Extrawürste, um das Bild aufzugreifen, hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nicht auf den Grill legen müssen, um Bundestrainer Löw samt Assistent Hans-Dieter Flick, Torwarttrainer Andreas Köpke sowie Teammanager Oliver Bierhoff für zunächst weitere zwei Jahre zu binden – bis nach der Europameisterschaft 2012 in Polen und in der Ukraine. Plötzlich ging alles ganz schnell, ganz leicht – wie einer der kürzlich zu sehenden, phantastischen Spielzüge der Nationalelf gegen England oder Argentinien muss der Öffentlichkeit die Einigung vorkommen: Zack, zack, drin.

Die eben noch wegen der ausgefallenen Jubelfeier mit den Nationalspielern verstimmten Fans dürfen feiern: Löw hat es ernst gemeint, als er gegen Ende der WM sagte, dass er großen Spaß an der Arbeit mit dieser jungen, entwicklungsfähigen Mannschaft, „seiner“ Mannschaft, habe und sich noch nicht am Ende des Wegs sehe. Punktsieger aller DFB-Trainer ist Löw ja schon (nach der Drei-Punkte-Regel hat er alle Vorgänger deutlich übertrumpft), und die Chancen stehen wirklich nicht schlecht, dass nach zwei dritten WM-Plätzen (einer davon an der Seite Jürgen Klinsmanns) und Rang zwei bei der Europameisterschaft auch noch ein Titelgewinner aus ihm wird. Es gehört nicht viel dazu, Fanfeste gewaltigen Ausmaßes auf deutschen Straßen und Plätzen bei der EM in zwei Jahren vorherzusagen. Die Party kann und wird weitergehen.

Teamgeist und Vertrauen sind immer noch Schlüsselworte

Vergessen die düsteren Tage zu Jahresbeginn. War vor gut einem halben Jahr noch von größenwahnsinniger Boni-Banker-Mentalität bei Löw und Co. die Rede, als Details aus den schließlich gescheiterten und auf die Zeit nach der WM in Südafrika vertagten Vertragsverhandlungen – durch Indiskretionen – bekannt geworden, so konnte am Dienstag glaubhaft der Eindruck einer Einigung im Geist von Freundschaft und Fair play vermittelt werden.

Reden wir in diesem Zusammenhang über Oliver Bierhoff, der die ersten Gespräche an die Wand gefahren hatte; der Manager ließ schon während der WM-Endrunde erkennen, was er alles unternommen hatte den zurückliegenden Wochen und Monaten, um das belastete Vertrauensverhältnis zwischen Verband und Nationalmannschaftsführung wieder herzustellen. Bierhoff ist von Maximalforderungen abgerückt. Am Ende der Pressekonferenz am Dienstag in Frankfurt wirkte niemand auf dem Podium, weder Löw und Bierhoff, noch DFB-Präsident Theo Zwanziger und DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach, so, als wären für den neuen Zwei-Jahres-Vertrag Zugeständnisse oder gar Verrenkungen notwendig gewesen, die demnächst wieder als Ballast oder gar Sprengstoff für die Beziehung wirken könnten. Finanziell, administrativ und vor allem sportlich sind alle Reizthemen (gerade auch die Dissonanzen mit Sportdirektor Matthias Sammer) angesprochen und offenbar gelöst worden.

Teamgeist und Vertrauen waren zwei Schlüsselworte der WM – sie gelten offensichtlich immer noch. Das ist gut für den DFB und den deutschen Fußball. Und wenn sich jetzt Zwanziger in Kürze entschließt, im Oktober wieder als DFB-Präsident zu kandidieren, wird das Jahr 2010, das für den Verband so bedrückend begann, als ein Jahr der Extraklasse in Erinnerung bleiben.

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Jahrgang 1961, verantwortlicher Redakteur für Sport.

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