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Löw ohne WM-Bedenken Seitenhieb auf Hoeneß

28.01.2010 ·  Die Weltmeisterschaft in Südafrika ist für den deutschen Fußball ein sensibles Thema. Auch Verantwortliche der Bundesliga, zuletzt Uli Hoeneß, äußerten ihre Besorgnis. Aus Joachim Löws Sicht erscheint diese sehr einseitige Perspektive ziemlich oberflächlich.

Von Michael Ashelm, Stuttgart
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Die Weltmeisterschaft in Südafrika ist für den deutschen Fußball ein sensibles Thema. Manch ein Wortführer der Branche schätzt die Veranstaltung wegen des Sicherheitsproblems oder zu erwartender Organisationsmängel als hochriskant ein und hält die Vergabe ans Kap für einen großen Fehler. Auch Verantwortliche der Bundesliga, zuletzt Uli Hoeneß, der Präsident des FC Bayern München, äußerten ihre Besorgnis.

Aus der Sicht des Bundestrainers erscheint diese sehr einseitige Perspektive ziemlich oberflächlich. So zumindest war Joachim Löw am Donnerstag zu verstehen. Er fliegt am 6. Juni mit seiner WM-Auswahl mit einem positiven Gefühl nach Südafrika. „Ich spüre schon jetzt meine Vorfreude. Das wird eine unglaublich stimmungsvolle und farbenfrohe WM“, sagte Löw am Donnerstag bei einer Veranstaltung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Stuttgart, welche auf das erste Weltturnier auf dem schwarzen Kontinent einstimmen sollte. Verglichen mit der WM vor vier Jahren im eigenen Land dürften zwar „manche Dinge nicht gleich so funktionieren“, sagte der Bundestrainer, warb aber mit Blick auf das Gastgeberland zu Recht um „Geduld und Toleranz“. „Es ist etwas ganz Besonderes, wenn man den Stolz der Afrikaner für diese Veranstaltung spürt.“

Beckenbauer springt Südafrika

Folglich wurde das Sicherheitsthema in Stuttgart unaufgeregt behandelt. Nur so viel: Der DFB steht im regen Austausch mit dem Internationalen Fußball-Verband (Fifa) sowie dem Bundeskriminalamt, bislang sind zum Schutz der Mannschaft während des Turniers drei feste Sicherheitskräfte vorgesehen, eine mehr als sonst. „Die Polizei in Südafrika sähe es sicherlich nicht gerne, wenn wir bei der Sicherheit unseren eigenen Weg gingen“, sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff. Ein Mehreinsatz für die Sicherheit der Nationalelf scheint aufgrund der vorgesehenen Maßnahmen nicht nötig zu sein.

Ein wenig anders könnte sich die Situation für die Fans außerhalb der besonders gesicherten Teamhotels darstellen. Ein Vertreter der deutschen Botschaft in Südafrika ließ allerdings durchblicken, dass die schwerwiegenden Sicherheitsbedenken trotz allen Risikos nicht unbedingt geteilt werden. Eine Art Machtwort sprach dann der ebenfalls angereiste Franz Beckenbauer. Er sprang den Südafrikanern zur Seite und sagte mit einem Seitenhieb auf Uli Hoeneß und dessen harsche Kritik am WM-Ausrichterland: „Das kommt wohl von seiner Unkenntnis. Auch bei uns ist nicht alles hundert Prozent sicher. Wir müssen den Südafrikanern eine Chance geben. Sie können es“, sagte der Fußballkaiser.

„Mission Titelgewinn“

Sportlich beginnt für das deutsche Team die unmittelbare Vorbereitung auf das WM-Turnier mit Leistungstests am 11. oder 12. Mai. Bis dahin muss Löw vorläufig 30 Spieler nominieren, spätestens am 1. Juni ist gegenüber der Fifa der endgültige 23er-Kader anzuzeigen. Ob er den internen Wettbewerb um die WM-Plätze dazwischen verschärft und sich erst im letzten Moment auf seine definitive Auswahl festlegen wird, wusste der Bundestrainer noch nicht.

Am 13. Mai findet in Aachen ein Benefizspiel gegen Malta statt, danach folgen Tests gegen Ungarn (29. Mai in Budapest) und Bosnien-Hercegovina (3. Juni in Frankfurt). Nach dem ersten Trainingslager auf Sizilien vom 14. bis 21. Mai folgt vom 22. Mai bis 2. Juni der die unmittelbare WM-Vorbereitung in Südtirol. Wohin die Schweißarbeit im Vorfeld führen soll, steht auf der neuen Internetseite der Nationalmannschaft: „Mission Titelgewinn“.

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Jahrgang 1965, Sportredakteur.

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