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Löw im Interview „Wir sind noch lange nicht auf der Überholspur“

13.09.2007 ·  Bundestrainer Joachim Löw nach dem 3:1 im Testspiel gegen Rumänien im Interview über den schwachen Start , die „hervorragende Moral“, Podolskis Comeback und seine Kriterien bei der Auswahl der Nationalspieler.

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Bundestrainer Joachim Löw nach dem 3:1 im Testspiel gegen Rumänien im Interview über den schwachen Start , die „hervorragende Moral“, Podolskis Comeback und seine Kriterien bei der Auswahl der Nationalspieler.

Wie bewerten Sie den Erfolg gegen die hoch eingeschätzten Rumänen?

Aufgrund einer kämpferischen und spielerischen Steigerung in der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel verdient gewonnen. Man muss aber auch feststellen, dass wir in der ersten Halbzeit nicht so ins Spiel gefunden haben. Rumänien war sehr spielstark, sehr raffiniert und sehr kompakt und konterstark. In der zweiten Halbzeit war die Moral hervorragend, und wir hatten den Mut, rauszugehen, das Spiel noch zu drehen und noch eine Schippe draufzulegen. Das war imponierend, mit welcher Energie wir die Rumänen niedergefightet haben.

Wieso kam die Mannschaft in der ersten Halbzeit so schwer in Tritt? War es schwer, für ein Testspiel die richtige Einstellung zu finden?

An der Einstellung hat es nicht gefehlt. Es gab wieder einige Veränderungen. Es ist nicht möglich, bei jedem Spiel nochmal einen draufzusetzen. Aber man muss sagen, Kompliment an die jungen Spieler. In der ersten Halbzeit hat mir das Tempo gefehlt, dadurch war unser Spiel nicht so kombinationssicher und nicht so flüssig. Wir haben eine Weile gebraucht, um uns auf Mutu einzustellen. Dann haben sich auch die Stürmer besser gelöst.

Und Patrick Helmes und vor allem Lukas Podolski hatten doch noch einen schönen Kölner Abend.

Sie haben eine Halbzeit gebraucht, um sich abzustimmen. Lukas hat nach einer langen Verletzung eine Halbzeit gebraucht. Es war sein erstes Pflichtspiel von Beginn an nach seiner Verletzung. Das hat man gemerkt. Er brauchte ein paar Minuten. In der zweiten Halbzeit hat er sich befreit, dann war er brandgefährlich und hat ein Tor gemacht.

Wie sehen Sie die Entwicklung der Mannschaft auf dem Weg zur EM 2008 und auch darüber hinaus?

Wir sind noch lange nicht auf der Überholspur. Wir müssen langfristig die Spieler ausbilden. In den letzten Monaten haben wir einige Spieler nach vorne gebracht. Das ist absolut richtig. Aber wir müssen über die nächsten zehn Jahre jedes Jahr vier, fünf Spieler haben, die vehement nachdrängen. Ich denke, dass wir das weiterhin optimieren müssen. Die Breite ist größer geworden. Das heißt nicht, dass wir in irgendeiner Form nachlassen könnten. Es gibt in Spanien, Frankreich, Italien Spieler, die schon in jungen Jahren eine große Klasse haben.

Sie sagen, dass Ihnen der Charakter eines Spielers wichtig ist. Wie kann man den Charakter schulen?

Wichtig ist mir, gewisse Spieler auszusuchen, die einen gewissen Charakter mitbringen. Die Spieler, die bei uns sind, sind lernwillig. Sie versuchen umzusetzen, was wir sagen. Sie wollen vorankommen, sie gehen respektvoll miteinander um, man kann auch kritisch mit ihnen sprechen. Voraussetzung ist, dass die Spieler diesen Willen mitbringen, sich zu verbessern.

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