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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Lionel Messi Das achte Weltwunder spielt Fußball

 ·  Lionel Messi stellt mit seinen fünf Toren gegen Leverkusen einen Rekord in der Champions League auf. Auch die Huldigungen an den Argentinier erreichen einen weiteren Höhepunkt.

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© REUTERS „Alles was er berührt, verwandelt sich in Gold“

Messi, Messi, Messi, Messi, Messi: Daniel Schwaab hat das Phänomen namens Leo Messi auf sich zu kommen sehen, aber er hat es nicht zu fassen bekommen. „Wenn du ungestüm draufgehst“, schilderte der Innenverteidiger von Bayer 04 Leverkusen seine Erfahrungen mit dem argentinischen Wunderkicker des FC Barcelona, „lässt er dich alt aussehen, wenn er sich ganz komisch in dich reindreht, lässt er dich ins Leere laufen.“

Am Mittwochabend ist Messi Schwaab und allen anderen Leverkusenern immer wieder entwischt, so lange und so oft, bis er seinen Beitrag von fünf Toren zum 7:1 des FC Barcelona über die Werkself geleistet hatte. Ein Scherzbold aus der Bayer-Gefolgschaft fasste den für den Bundesliga-Fünften aussichtslosen, deprimierenden Fußballabend so zusammen: „Gegen Barca haben wir nur 1:2 verloren, gegen Messi aber 0:5.“

Der beste Spieler der Welt, dreimal nacheinander „Weltfußballer des Jahres“, in der weltbesten Mannschaft: Diese Mischung war zuviel für die Werkself, die eigentlich ins Nou-Camp-Stadion gekommen war, um sich nach dem 1:3 im Achtelfinalhinspiel (mit einem Messi-Tor) respektabel aus der internationalen Fußball-Adelsklasse zu verabschieden. Messi hat es an seinem Galaabend nicht erlaubt, als ihn die Lust am Spiel zu einem Tor nach dem anderen antrieb und er alle Widerstände lässig ignorierte.

Als es dann passiert war und Bayer eine der höchsten Bestrafungen aller Bundesligaklubs in der Geschichte der europäischen Pokalwettbewerbe hinnehmen musste (0:8 verlor Mönchengladbach einmal bei den Glasgow Rangers, 1:8 Köln gegen Dundee), schwärmten auch die Rheinländer von einem Angreifer, dem schon sämtliche Superlative in der Welt des Fußballs zuteil geworden sind. Trainer Robin Dutt erklärte den kleinen Unterschied so: „Ohne Messi ist Barcelona die beste Mannschaft der Welt. Mit ihm kommt sie aus einer anderen Galaxie.“

Messi hat mit seinen 24 Jahren schon 49 Treffer in der Champions League erzielt und wird, wenn er so weiter macht, bald auch in dieser Rangliste die Nummer eins sein. Sein Coach Pep Guardiola, der ein wunderbares Kollektiv der Passkünstler mit Kapitän Xavi vorneweg, Beschleunigungsartisten und schwebeleichten Vollstrecker formiert hat, pries seinen Allerbesten nach dessen Torfestival: „Lionel ist einzigartig. Er gehört neben di Stefano, Cruyff, Maradona und natürlich Pele zu den Größten. Nur Messi selbst entscheidet, wann er vom Thron steigt.“

Der Argentinier ist derzeit in der Form seines Lebens. Im letzten Länderspiel gegen die Schweiz (3:1) gelang Messi sein erster „Dreierpack“ für Argentinien, in der spanischen Meisterschaft traf er gegen den FC Valencia gleich viermal - insgesamt für Barcelona schon 228 Mal. Am Mittwoch huldigten ihm 76 000 Fußballliebhaber im Nou Camp, darunter 4000 Bayer-Fans, die sich der Magie des Naturereignisses auch nicht entziehen mochten. Aus Madrid twitterte Falcao, der kolumbianische Stürmerstar von Atlético: „War das Champions League? Oder war das Playstation?“ Es war mehr, es war die gigantische Messi-Show.

Er ist ein Außerirdischer

Die spanische Presse überschlug sich am nächsten Morgen mit ihren Hymnen auf den Argentinier. Dem großen Rivalen Real Madrid nahe stehende „AS“ druckte gleich eine Liebeserklärung. „Eines Tages wird er aufhören zu spielen, und wir werden anfangen, uns an ihn zu erinnern. Eines Tages werden wir unseren Nachfahren erzählen, dass wir ihn haben spielen sehen. Wir werden versuchen, ihn zu beschreiben und dafür werden wir eine Sintflut von Adjektiven benötigen. Aber ganz sicher wird es ein Lächeln auf unser Gesicht zaubern.“

Für die Zeitung „Sport“ ist Messi „kein Fußballer. Er ist ein Außerirdischer. So sehr man sich auch müht, es gibt keine Worte, um Leo Messi zu beschreiben. Alles was er berührt, verwandelt sich in Gold. Er ist ein Geschenk Gottes. Er ist das achte Weltwunder.“ „La Vanguardia“ schrieb: „Man kann diese Kunst gar nicht mehr beschreiben. Kann man denn pure Schönheit noch beschreiben? Nein, man kann sie nur genießen.“ Und was sagte Messi zu seinem Auftritt? „Es ist schön, fünf Tore zu machen. Und es wird schwer werden, das zu wiederholen. Das Wichtigste ist aber, dass wir weitergekommen sind.“ Der beste Fußballspieler der Welt ist und bleibt gleichzeitig einer der bescheidensten.

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