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Ligapokal Giovanni Trapattoni besiegt die müden Bayern

27.07.2005 ·  Ohne Michael Ballack und Oliver Kahn mußte der FC Bayern im Halbfinale des Ligapokals eine Niederlage gegen den VfB Stuttgart hinnehmen. Beide Teams konnten zehn Tage vor Bundesligastart nicht überzeugen.

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Giovanni Trapattoni hat dem FC Bayern bei seiner Rückkehr nach München ein Bein gestellt und mit dem VfB Stuttgart den Einzug ins Ligapokalfinale geschafft. Die vom ehemaligen Bayern-Trainer betreuten Schwaben setzten sich am Dienstag abend beim deutschen Fußball-Rekordmeister mit 2:1 (1:1) durch und erhielten sich die Chance auf den ersten Gewinn dieses Cups.

Vor 50.000 Zuschauern in der Allianz Arena in München erzielten Thomas Hitzlsperger (21. Minute) und Martin Stranzl (90.) die Tore für die Gäste. Roy Makaay hatte zur Bayern-Führung getroffen (18.).

Deisler spielt für müden Ballack

Als Generalprobe für den Bundesligastart am 6. August treffen die Stuttgarter im Finale um den Ligapokal und 1,8 Millionen Euro für den Sieger am Dienstag in Leipzig auf den Gewinner des Spiels FC Schalke 04 gegen Werder Bremen. Die Halbfinal-Partie findet an diesem Mittwoch (20.30 Uhr) in Gelsenkirchen statt.

Am Dienstag überzeugten weder Bayern noch Schwaben. „Man merkt, daß die Mannschaften nicht hundertprozentig fit sind. Viele Nationalspieler sind erst seit einer Woche wieder im Training“, sagte Münchens Manager Uli Hoeneß, dessen Team kurz nach Mitternacht zur PR-Reise nach Japan aufbrach.

Im ersten Pflichtspiel in der Arena kam Sebastian Deisler zentral anstelle des wegen Müdigkeit überraschend nicht aufgebotenen Michael Ballack zum Einsatz, mehr Impulse setzte aber Bastian Schweinsteiger. Mit einer Flanke leitete er auch das verdiente 1:0 durch Makaay ein. Der schwache Kopfball des völlig freistehenden Niederländers rutsche Stuttgarts Torhüter Timo Hildebrand durch Arme und Beine (18.).

Schwaches Niveau

Die Freudengesänge waren noch nicht ganz verhallt, da zappelte der Ball nach einem 30-Meter-Gewaltschuß von VfB-Neuzugang Hitzlsperger schon im gegenüberliegenden Netz. Der Ex-Münchner überrumpelte Torhüter Michael Rensing, der den am Rücken verletzten Oliver Kahn ansonsten gut vertrat. „Das sind die Bälle, die ein Torwart halten muß“, kritisierte Hoeneß den jungen Schlußmann.

Rückkehrer Trapattoni, der in München bei seinen zwei Engagements - 1994/95 und von 1996 bis 1998 - neben Meistertitel und DFB-Pokal 1997 auch den Ligapokal gewinnen konnte, war am Spielfeldrand ständig unterwegs. Den größten Temperamentsausbruch zeigte der in München vor allem wegen seiner Wutrede berühmte Italiener nach einem brutalen Foul von Owen Hargreaves an Christian Tiffert (27.). Tiffert mußte mit einer Knieverletzung vom Platz, der rotgefährdete Hargreaves wurde später durch Neuzugang Ali Karimi bei dessen Debüt ausgewechselt (46.).

Beide Teams gingen danach zaghafter zur Sache, das Spiel verflachte. Nach dem Seitenwechsel sank das Niveau weiter, Ballack fehlte an allen Ecken und Enden. Der VfB war die gefälligere Mannschaft. München agierte kraftlos. Hildebrand hielt einen schwach geschossenen Handelfmeter von Makaay (82.). Dem Ex-„Löwen“ Stranzl gelang das verdiente Siegtor.

Bayern München - VfB Stuttgart 1:2 (1:1)
Bayern München: Rensing - Sagnol, Lucio, Ismael, Lizarazu - Schweinsteiger (80. Pizarro), Hargreaves (46. Karimi), Deisler (59. Demichelis), Salihamidzic - Makaay, Santa Cruz
VfB Stuttgart: Hildebrand - Stranzl, Meira, Delpierre, Magnin - Meißner (43. Zivkovic), Soldo, Hitzlsperger - Cacau, Gomez (77. Tomasson), Tiffert (30. Gentner)
Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne)
Zuschauer: 50.000
Tore: 1:0 Makaay (18.), 1:1 Hitzlsperger (21.), 1:2 Stranzl (90.)
Besonderes Vorkommnis: Makaay scheitert mit Handelfmeter an Hildebrand (81.)
Gelbe Karten: Hargreaves, Ismael, Lucio / -

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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