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Lewandowski muss bleiben Dortmunder Machtwort

Borussia Dortmund untersagt Robert Lewandowski einen sofortigen Wechsel zum FC Bayern. Damit verzichtet der BVB zwar auf viel Geld, sendet aber ein klares Signal an Profis, Berater und Konkurrenten.

© dpa Vergrößern In Klopps fürsorglichem Klammergriff: Lewandowski muss in Dortmund bleiben

Die Kontaktaufnahmen zwischen Robert Lewandowski und seinem neuen Traumklub liefen zuletzt nicht immer mit offenem Visier ab. Javi Martinez senste dem Polen im Pokal-Viertelfinale in die Beine. Franck Ribéry schlug ihm im Champions-League-Finale den Ellbogen ins Gesicht. Auch der Umgang der Bayern-Bosse mit dem Dortmunder Torjäger wirkte ein wenig fragwürdig, ja wie ein doppeltes Spiel: Der Klub tat alles, um den Spieler vom Wechsel zu überzeugen, aber kaum etwas, um den Wechsel zu forcieren.

Christian Eichler Folgen:  

Nun hat der Dortmunder Klub-Chef Hans-Joachim Watzke verkündet, dass man den Mittelstürmer entgegen dessen Wunsch „2013 sicher nicht nach München“ gehen lassen werde. Trotz zweier telefonischer Nachfragen habe immer noch kein schriftliches Angebot der Bayern vorgelegen. Das kennt man von denen anders, wenn sie sich einen Spieler wirklich in den Kopf gesetzt haben. So fragt sich nun, ob die Bayern wirklich jetzt schon Lewandowski wollten. Oder nur ein wenig Unruhe beim Rivalen vor dem Champions-League-Finale. Noch in der vergangenen Woche ging Lewandowski „davon aus, sofort zu meinem Wunschverein wechseln“ zu dürfen. Er hatte dem BVB früh mitgeteilt, dass er nach München wolle, und durfte erwarten, gemäß den üblichen Marktgepflogenheiten schon in diesem Sommer wechseln zu können. Denn nach Vertragsablauf 2014 bekommt der Klub keine Ablöse mehr für ihn.

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Dass die Dortmunder nun aber auf mindestens 25 Millionen Euro verzichten, ist ein Signal - eines, das ein Klub irgendwann einmal setzen muss, will er in die Kaste der Großen und Mächtigen der Branche vorstoßen: derjenigen Vereine, bei denen kein Spieler die Spielregeln bestimmt und denen kein Konkurrent so einfach einen Spieler wegnimmt.

Langfristig gewinnt man Autorität

Das erste Signal gab die Klub-Führung nach dem Schock des Weggangs von Mario Götze, indem sie erklärte, wie bisher nur der FC Bayern künftig keine Ausstiegsklauseln mehr in Spielerverträge aufzunehmen. Das zweite Signal ist nun das Nein zu Lewandowski. Kurzfristig verzichtet man damit auf viel Geld, langfristig gewinnt man mehr Autorität gegenüber Profis, Spielerberatern und Konkurrenten.

„Wir haben in der vergangenen Saison in der Champions League rund siebzig Millionen Euro eingenommen“, sagte Watzke der „Bild“-Zeitung. „Mit Robert ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass wir in der nächsten Saison wieder sehr viel Geld einnehmen werden. Vermutlich sogar mehr, als die Ablösesumme einbringen würde.“ Die Dortmunder nutzen ihre neue Liquidität dazu, dem Kampf um ihre besten Spieler ihre eigenen Regeln zu geben.

Kein neues Bayern-Glanzstück

Die Taktik der Bayern, die Dortmunder im eigenen Saft schmoren zu lassen, kein offizielles Angebot zu unterbreiten und das Mürbemachen des Rivalen den Boulevard-Verkündigungen der beiden Lewandowski-Berater zu überlassen, sieht jedenfalls nicht aus wie ein neues Glanzstück in der Geschichte großer Bayern-Transfers. Personell kann der Triple-Sieger es verkraften, den spielstärksten Mittelstürmer Europas erst 2014 zu bekommen - sofern der es sich bis dahin bei einem Angebot eines anderen europäischen Spitzenklubs nicht anders überlegt hat. Auch ohne Mario Gomez, der gehen darf, wenn er einen Klub findet, der über zwanzig Millionen Euro für ihn bezahlt, wird der neue Trainer Pep Guardiola beim Trainingsstart am 26. Juni genug offensive Optionen vorfinden.

Das gilt nun ebenso für Jürgen Klopp. Er kann zumindest noch ein Jahr auf seinen trefflichsten Einkauf zählen, der 2010 für 4,5 Millionen Euro von Lech Posen kam und seitdem in 98 Bundesligaspielen 54 Tore schoss. Lewandowski habe die Entscheidung „professionell aufgenommen“, so Sportdirektor Michael Zorc. Watzke erwartet bei dem Polen „jetzt vielleicht eine kleine Phase der Enttäuschung, danach wird er seine übliche Leistung abliefern, wie das ein Profi mit Charakter macht. Und Charakter, davon besitzt Robert eine ganze Menge“.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 10.06.2013, 17:13 Uhr

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