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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Länderspiel-Glosse Ich bin dann mal krank

 ·  Diese Woche mehren sich wieder die muskulären Beschwerden und andere auffällige Ausfälle vorhersehbar vorübergehender Art. „Freundschaftsspiel-Verletzungssyndrom“ nennen das die Engländer.

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© dpa Lieber einmal aussetzen: Robin van Persie leidet an einer Oberschenkelverletzung

Wer kennt das nicht? Beschwerden, die immer zur selben Jahreszeit kommen. Bei Fußballprofis, jedenfalls richtig guten, ist das zum Beispiel oft Mitte November der Fall. Dann heißt es: muskuläre Beschwerden. Weil sich zerebrale Unpässlichkeiten auch nicht so gut anhören.

Man versteht sie ja, die kostbaren Kickerbeine. Sensibel, wie sie sind, vermögen sie sich so gut in die Hirne ihrer Herren einzufühlen, dass sie immer gerade vor sogenannten Freundschaftsspielen zu zwicken beginnen. Schließlich soll man auf seinen Körper hören, und der sagt: Wer braucht nach zehn englischen Wochen am Stück, nach 19 Liga-, Pokal-, Champions-League- und Länderspielen im Drei- bis Viertagesrhythmus von Ende August bis Mitte November, eine freiwillige Zugabe? Etwa das dritte Deutschland-gegen-Holland-Spiel in zwölf Monaten? Oder eine Reise nach Gabun? Oder Panama?

Cristiano Ronaldo hat allerdings guten Grund dafür, den Trip nach Schwarzafrika mit Portugal zu schwänzen. Sein Gegenspieler Ballesteros rammte ihm am Sonntag beim Sieg von Real Madrid gegen Levante den Ellbogen so heftig vors Auge, dass die Braue aufplatzte und so heftig blutete, als wär’s eine Showeinlage beim Wrestling. Dagegen ist Vicente del Bosque klug genug, seine Spieler gar nicht erst zu echten oder falschen Verletzungen zu zwingen. So verschont der Trainer des Weltmeisters Spanien Spieler wie Xavi, Xabi Alonso oder Torres auch ohne Krankenschein.

Bei anderen Partien gibt es dagegen so viele auffällige Ausfälle, und zwar solche vorhersehbar vorübergehender Art, als solle hier die These bestärkt werden, dass auch Männer ihre Tage haben. Die Engländer beklagen sieben Absagen, die Deutschen sogar zehn (darunter sechs von Spielern, die am Wochenende noch aktiv waren). Bei den Holländern fallen die Stars Sneijder und van Persie aus. So erwartet die Zeitung „Volkskrant“ eine Partie zwischen „Holland B und Deutschland C“.

Natürlich sind, dies zur Ehrenrettung, viele wirklich krank oder verletzt. Das Tröstliche für die anderen ist, dass ihre Zipperlein wie von allein bis zum Wochenende verschwinden werden. Die englische Zeitung „Guardian“ nannte es mal das „Freundschaftsspiel-Verletzungssyndrom“. Ach, wenn das doch nur genauso einfach wäre mit allen Plagen, die den Menschen im November so befallen. Man könnte sich manche Praxisgebühr sparen. Gern hätte man sie auch einmal als Nichtfußballer, die saisonale DiMiDo-Blessur: Dienstag zwickt’s, Mittwoch ruht’s, Donnerstag geht’s schon wieder.

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Jahrgang 1959, Sportkorrespondent in München.

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