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Länderspiel gegen Norwegen Bühne frei für zwei Debütanten

 ·  Kaltstart in ein anstrengendes Fußballjahr: Der Bundestrainer gibt die Besetzungsliste für das Spiel am Mittwoch um 20.30 Uhr gegen Norwegen schon vorzeitig bekannt. Die erstmals ins Aufgebot berufenen Mesut Özil und Andreas Beck werden zum Einsatz kommen.

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Hat Bundestrainer Joachim Löw die Geheimniskrämerei grundsätzlich aufgegeben, oder zeugt seine Auskunftsbereitschaft in Personalfragen lediglich vom geringen Stellenwert des ersten Länderspiels des Jahres? Für den Test gegen Norwegen , der an diesem Mittwoch (20.30 Uhr/FAZ.NET-Länderspiel-Liveticker) in Düsseldorf stattfindet, verkaufte der Deutsche Fußball-Bund bis zum Dienstagmittag 39.000 Eintrittskarten. 10.000 sind noch zu haben – in allen Kategorien. Vielleicht lockt ja eine zuverlässige Besetzungsliste wie im Theater zusätzliche Interessenten an.

Löw kündigte René Adler als Torwart an, Mario Gomez als Sturmpartner von Miroslav Klose, Torsten Frings als Rückendeckung für Michael Ballack im Mittelfeld sowie zwei Debütanten: Die erstmals ins Aufgebot berufenen Mesut Özil von Werder Bremen und Andreas Beck von der TSG Hoffenheim werden gegen Norwegen zum Einsatz kommen. Beck teilt sich mit Andreas Hinkel die Rolle des rechten Außenverteidigers, beide sollen jeweils eine Halbzeit dem Publikum vorspielen. Özil wird eher kürzer die Bühne betreten, im letzten Akt.

Berufung ins A-Team durch konstant gute Leistungen

Solche Details offenbart Löw sonst nicht. Aber die Begegnung ist nun mal kein Ernstfall, sondern der Kaltstart in ein anstrengendes Fußballjahr. Die WM-Qualifikation wird von einer Asienreise unterbrochen und der Junioren-Europameisterschaft in Schweden, die der Deutsche Fußball-Bund sehr ernst nimmt. „Wir wollen mit der stärksten Mannschaft in Schweden antreten und deshalb auf einige mögliche Kandidaten für die Asien-Reise verzichten“, erklärte der Bundestrainer.

Zu diesen Kandidaten zählen neben Marko Marin (Mönchengladbach) und Serdar Tasci (Stuttgart) auch die Debütanten von Düsseldorf. Der 20 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler Özil und sein 21 Jahre alter Außenverteidigerkollege Andreas Beck haben sich die Berufung ins A-Team durch konstant gute Leistungen in dieser Saison verdient. Beide profitierten dabei von einem Vereinswechsel. Der spielintelligente und technisch beschlagene Özil erhielt in Bremen das Vertrauen, das er „auf“ Schalke nicht genoss. Er dankte es Trainer Schaaf nicht nur mit spektakulären Pässen, sondern auch mit mehr taktischer Disziplin.

Begeistert von den Fortschritten seines Strebers

Der talentierte Beck legte in Hoffenheim seine Schwächen im Stellungsspiel und im Zweikampf ab, die den VfB bewogen hatten, seinem Transfer zuzustimmen. Was er in Hoffenheim gelernt und in Stuttgart noch nicht gekonnt habe, wurde der Blondschopf gefragt. Die erste kurze Antwort: „Eine ganze Menge.“ Die Ergänzung: „Offensiv und defensiv. Man hat sehr viel individuell mit mir gearbeitet, gerade gegen den Ball.“ Beck gehört zu den Musterschülern seines Trainers. Ralf Rangnick zeigt sich begeistert von den Fortschritten seines Strebers. „Andreas ist hochintelligent und unglaublich wissbegierig. Er fragt ständig nach, wie er sich verbessern kann“, lobt Rangnick, der die Entwicklung des Außenverteidigers noch lange nicht als abgeschlossen ansieht.

Beck hat Glück, seine Entwicklung wird nicht gerade durch überaus starke Konkurrenz blockiert. Auf seiner Position fehlt Bundestrainer Löw noch eine überzeugende Lösung. Alle vorhergehenden Kandidaten hatten ihre Schwächen: Clemens Fritz (Bremen) war zuletzt völlig außer Form, Arne Friedrich (Berlin) fehlt es an Offensivkraft, Hinkel (Celtic Glasgow) ist gerade erst halbwegs von seiner großen Karrierekrise genesen, und Gonzalo Castro (Leverkusen) hat Defizite in Sachen Zuverlässigkeit.

„Ich will jede Minute genießen“

Beck könnte zu einer Dauerbesetzung werden, wenn er sich gegen Norwegen bewährt. Vor allem sein Spielverständnis in der Offensivbewegung macht ihn interessant. In der WM-Qualifikation heißen die nächsten Gegner Liechtenstein und Wales, Mannschaften, die versuchen werden, ein Unentschieden zu ermauern. Da würde es helfen, über den rechten Flügel schwungvoll Angriffe einleiten zu können, wie es Philipp Lahm auf links versteht. „Beck spielt relativ offensiv, er entspricht damit unserer Spielweise“, begründete Löw dessen Wahl. Der Bundestrainer suchte sich die Skandinavier als Testspielgegner aus, weil sie so ähnlich agierten wie Liechtenstein und Wales: „Ich erwarte eine verstärkte Defensive. Die Norweger haben viel Erfahrung im Toreverhindern.“

Außenverteidiger Beck setzt dagegen auf seine jugendliche Unbekümmertheit: „Ich will jede Minute genießen“, sagt er. Dass das Länderspiel für die Zuschauer zu einem Genuss werden kann, dafür haben die Organisatoren die Voraussetzung geschaffen. Das Dach des Düsseldorfer Stadions wird geschlossen. DFB-Pressesprecher Harald Stenger kündigte an: „Es werden Innentemperaturen von 16 bis 18 Grad herrschen.“ Ein geheiztes Theater ist mindestens ein so guter Grund für den Kartenkauf wie eine zuverlässige Besetzungsliste.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:
Deutschland - Norwegen (Mittwoch, 20.30 Uhr in Düsseldorf/ARD)
Deutschland: Adler (Bayer Leverkusen/24 Jahre/3 Länderspiele) - Beck (1899 Hoffenheim/21/0), Mertesacker (Werder Bremen/24/52), Westermann (Schalke 04/25/9), Lahm (Bayern München/25/52) - Schweinsteiger (Bayern München/24/62), Frings (Werder Bremen/32/78), Ballack (FC Chelsea/32/89), Trochowski (Hamburger SV/24/18) - Klose (Bayern München/30/87), Gomez (VfB Stuttgart/23/20)
Norwegen: Knudsen (Stabaek IF/34/3) - Högli (Tromsö IL/24/3), Hangeland (FC Fulham/27/49), Waehler (Aalborg BK/22/5), Bertelsen (Viking Stavanger/24/3) - Skjelbred (Rosenborg Trondheim/21/7), Andresen (Valerenga Oslo/32/41), Grindhelm (SC Heerenveen/25/22) - Riise (Lilleström SK/25/11), Pedersen (Blackburn Rovers/27/45) - Helstad (UC Le Mans/31/32)
Schiedsrichter: Messner (Österreich)

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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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