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Russlands Doping-Skandal : „Die Fifa steckt den Kopf in den Sand“

  • Aktualisiert am

Grigorij Rodschenkow ist in den Vereinigten Staaten abgetaucht. Bild: dpa

Kronzeuge Grigori Rodschenkow könnte Licht ins Dunkel bringen im russischen Doping-Skandal. Doch interessiert das den Fußball-Weltverband? Nun gibt es scharfe Kritik vom Anwalt Rodschenkows.

          Der Fußball-Weltverband Fifa ist nach eigenen Angaben mit einem Anwalt der Welt-Anti-Doping-Agentur in Kontakt, der Verbindung zum russischen Doping-Kronzeugen Grigori Rodschenkow hat. Man habe sich mit dem Wada-Anwalt darauf verständigt, eine erste Analyse von neuen Informationen abzuwarten, „bevor wir spezifische Fragen an Doktor Rodschenkow übermitteln“, teilte die Fifa der Deutschen Presse-Agentur am Samstag auf Anfrage mit. Der Weltverband werde Rodschenkow „zu gegebener Zeit“ kontaktieren.

          Mit der Stellungnahme reagierte der Weltverband am Freitagabend auf Vorwürfe von Rodschenkows amerikanischem Anwalt Jim Walden, die Fifa bemühe sich nicht um Informationen des Whistleblowers, der auch über staatlich gedeckte Manipulationen bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi berichtet hatte.

          Spielplan der Fußball-WM 2018 in Russland

          Walden hatte zuvor die Fifa kritisiert. „Nicht ein einziges Mal haben sie angedeutet, dass die FIFA mit mir in Kontakt treten oder Informationen von Doktor Rodschenkow haben möchte“, sagte Walden. „Die Fifa steckt den Kopf in den Sand.“ Seine Kontaktdaten seien seit Monaten bekannt, die Fifa habe offenbar entschieden, sie nicht zu nutzen. Der Fußball-Weltverband habe auf eine Nachfrage nicht geantwortet, hieß in dem Bericht weiter. Auch nach der Reaktion auf seine Kritik blieb er dabei. Die Fifa habe bislang keinen Versuch unternommen, Rodschenkow über den Wada-Anwalt zu kontaktieren, mit dem er regelmäßig in Verbindung stehe, wurde Walden von AP zitiert.

          Die Fifa hatte am 8. Dezember angekündigt, die Vorwürfe gegen den russischen Fußball weiter zu verfolgen. Als Teil der Untersuchung werde auch ein Kontakt mit Rodschenkow angestrebt, dem in die Vereinigten Staaten geflohenen früheren Leiter des Moskauer Doping-Kontrolllabors. Bis zum 22. November sei dies nicht gelungen. Die Wada habe die Fifa informiert, dass Rodschenkow nicht verfügbar sei. „Das ist jetzt mehr als einen Monat her, und sie haben nicht mal angerufen“, sagte sein Anwalt Walden.

          Wegen der Anschuldigungen zu mutmaßlich staatlich orchestriertem Doping in Russlands Sport kündigte Vizeregierungschef Witali Mutko an, sein Amt als Chef des Fußball-Verbandes ruhen zu lassen. Als Organisator der WM 2018 war er danach zurückgetreten. Das IOC hatte den früheren Sportminister zuvor lebenslang für Olympia gesperrt.

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