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Korruptionsprozeß Alpine-Chef zu Bewährungsstrafe verurteilt

06.02.2006 ·  Im zweiten Korruptionsprozeß um den Bau der Münchner Allianz Arena ist der Chef des Baukonzerns Alpine, Dietmar Aluta-Oltyan, verurteilt worden. Das Landgericht München I sprach ihn wegen Bestechung schuldig.

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Im zweiten Korruptionsprozeß um den Bau der Münchner Allianz Arena ist der Chef des österreichischen Baukonzerns Alpine, Dietmar Aluta-Oltyan, zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und 1,8 Millionen Euro Geldbuße verurteilt worden. Das Landgericht München I sprach den 61jährigen am Montag wegen Bestechung im geschäftlichen Verkehr schuldig.

Aluta-Oltyan hatte Schmiergeldzahlungen von 2,8 Millionen Euro an Karl-Heinz Wildmoser junior für Informationen aus dem Vergabeverfahren eingeräumt. Der mitangeklagte Alpine-Finanzchef wurde zu zehn Monaten Haft auf Bewährung und 450.000 Euro Bewährungsauflage verurteilt. Über das Strafmaß hatten sich die Beteiligten nach den Worten der Vorsitzenden Richterin Huberta Knöringer bei Vorgesprächen geeinigt. Das Urteil ist rechtskräftig.

Wildmosers „zumindest vorgegebene“ Wichtigkeit

Aluta-Oltyan versicherte in dem Prozeß, das Bestechungsgeld sei von der Schweizer Niederlassung der Alpine gezahlt worden und nicht in den Angebotspreis für die Allianz Arena eingerechnet gewesen. Den Vorwurf der Beihilfe zur Untreue ließ das Gericht fallen. Wildmoser junior soll als ehemaliger Geschäftsführer der Münchner Stadion GmbH Insider-Informationen weitergegeben haben.

Er wurde im vergangenen Mai wegen Bestechlichkeit und Untreue zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Über seinen Revisionsantrag hat der Bundesgerichtshof noch nicht entschieden. Beweggrund für die Schmiergeldzahlungen waren laut Aluta-Oltyan die damalige Funktion Wildmosers und dessen „zumindest vorgegebene“ Wichtigkeit bei wirtschaftlichen Entscheidungen über das Projekt Allianz Arena.

„Alpine hatte immer das günstigste Angebot“

Er bedaure sein „Fehlverhalten“, das nach österreichischem Recht lediglich die Übertretung einer Verwaltungsvorschrift sei und nur auf Antrag benachteiligter Konkurrenten verfolgt werde, sagte der Chef eines Konzerns mit fast zwei Milliarden Euro Jahresumsatz und rund 8.200 Mitarbeitern. Er ärgere sich inzwischen über die Geldzahlungen, „weil ich heute weiß, daß die Alpine immer das günstigste Angebot hatte und auch das überzeugendere Modell“. Über die 2,8 Millionen-Zahlungen streiten die Beteiligten in zwei Zivilprozessen, beide gehen in dieser Woche weiter.

Aluta-Oltyan ist Ende 2005 im Interesse öffentlicher Aufträge aus dem Alpine-Vorstand ausgestiegen und seither abseits des operativen Geschäfts für die Holding tätig. Die 340 Millionen Euro teure Allianz Arena wurde Ende Mai 2005 kurz nach der Verurteilung von Wildmoser junior offiziell eröffnet. Am 9. Juni bestreitet die deutsche Nationalmannschaft gegen Costa Rica in dem Stadion das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2006.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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