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Kompetenzstreit im DFB Zwanzigers Machtwort

18.06.2009 ·  Theo Zwanziger will den Kompetenzstreit in der sportlichen Führung seines Verbandes schlichten. Der DFB-Präsident hat Bundestrainer Löw in einer Telefonkonferenz den Rücken gestärkt und Sportdirektor Sammer zur Vernunft gerufen.

Von Michael Horeni
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DFB-Präsident Theo Zwanziger hat im Kompetenzstreit um die Zuständigkeit für die U21 zwischen Sportdirektor Matthias Sammer und der Nationalmannschaftsführung mit Bundestrainer Joachim Löw und Manager Oliver Bierhoff (siehe: DFB: Bierhoff und Sammer vor dem großen Knall ) ein Machtwort gesprochen. In einer Telefonkonferenz mit Löw, Sammer, Bierhoff, Generalsekretär Niersbach und Mediendirektor Stenger stärkte Zwanziger die Position des Bundestrainers und stoppte die weitergehenden Ansprüche Sammers.

„Der Bundestrainer muss entscheiden können, was er braucht, um die A-Nationalmannschaft zu entwickeln. Der Sportdirektor hat daher auch eine dienende Funktion. Mir ist es wichtig, dass der Bundestrainer, wenn er bei der U21 eingreift, den Konsens mit dem Sportdirektor findet. Wenn er nicht gefunden wird, hat der Bundestrainer zu entscheiden. Da gibt es keine Alternative“, sagte der DFB-Präsident.

Zwanziger veranlasste ein Gespräch zwischen Sammer und Löw

Zwanziger veranlasste ein Gespräch zwischen Sammer und Löw, das unmittelbar vor der Partie gegen Finnland stattfand, in dem der Bundestrainer und der Sportdirektor selbst einen gemeinsamen Weg für die weitere Zusammenarbeit suchen sollten. „Ich versuche, die Menschen zusammenzubringen. Solange ich glaube, dass ein Thema beherrschbar ist, sollte man nicht dazwischen funken“, sagte Zwanziger. Löw signalisierte dem Präsidenten nach dem Gespräch, dass nach der Kompetenzklärung durch den Verband Einvernehmen zwischen ihm und Sammer herrsche. „Nach der EM werde ich das Thema aber noch mal nacharbeiten“, kündigte Zwanziger an.

An seiner Verärgerung über den Vorstoß des Sportdirektors in dieser Zeitung (siehe: Matthias Sammer: „Wir machen noch große Fehler mit unseren jungen Profis“) ließ der Präsident keinen Zweifel. „Mir hat das nicht gefallen. Wir haben in diesem Jahr mit der U21-EM und dem entscheidenden WM-Qualifikationsspiel in Moskau große Aufgaben vor uns. Da gibt es Wichtigeres, als Kompetenzfragen in den Raum zu stellen.“ Die U21 habe zudem von Löw alle Möglichkeiten bekommen, bei der EM ein gutes Turnier zu spielen. Der Bundestrainer sei scharf kritisiert worden, weil er bei der Asienreise auf wichtige Spieler wegen der EM verzichtet habe. Zu Sammers Vorstoß sagte er: „Das war absolut unnötig. Da werden öffentlich nicht mehr Erfolge und inhaltliche Fragen diskutiert. Es wird dann nur gefragt: Vertragen die sich noch? Wenn man drei starke Persönlichkeiten hat, die mir alle sehr wichtig sind, ist es wichtig, dass die Chemie stimmt.“ Der DFB-Präsident betonte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit zwischen Löw und Sammer in der Vergangenheit. Differenzen bestehen jedoch zwischen Bierhoff und Sammer.

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Jahrgang 1965, Korrespondent für Sport in Berlin.

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