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Kommentar Verantwortung des Fußballs

13.11.2008 ·  DFB-Präsident Theo Zwanziger bekennt sich zur sozialen Verantwortung des Fußballs. Bei aller Bereitschaft zur Arbeit gegen Gewalt gibt es aber noch immer große Probleme, die der Fußball nicht alleine lösen kann.

Von Michael Horeni
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Elf Freunde sollt ihr sein – ganz so wie zu Herbergers Zeiten ging es im Sportausschuss des Bundestages zwar nicht zu, als das Thema „Extremismus und Gewalt im Fußball“ am Mittwoch auf dem Spielplan stand. Aber auffällig war schon, wie von den Regierungsparteien bis zur Linken sowie den Experten aus den verschiedenen Bereichen doch ein gemeinsames Verständnis für den Umgang mit Gewalt, Rechtsextremismus und Rassismus aufschien.

Dass bei manchen Hooligans „Repression“ das letzte Mittel ist, stand dabei genauso wenig außer Frage wie das Bestreben nach „Prävention“ in all den viel häufigeren Fällen, wo sich Rassismus, Antisemitismus oder Sexismus geradezu ventilhaft im Fußball entladen.

Zwanziger steht für soziale Verantwortung des Fußballs

Eine solche von breitem Konsens – trotz mancher Differenzen in Detailfragen – getragene Anhörungsrunde wäre vor wenigen Jahren noch nicht möglich gewesen. Dies liegt nicht zuletzt an DFB-Präsident Theo Zwanziger, der es versteht, die soziale Verantwortung des Deutschen Fußball-Bundes sowohl gegenüber der Politik als auch bei den Interessengruppen der verschiedenen Fanvereinigungen glaubhaft zu vermitteln. Zur Vertrauensbildung trägt auch bei, dass ein DFB-Präsident nun öffentlich eingesteht, dass der Fußball selbst einen Teil der Gewalt verursacht und ihn durch seine Strukturen begünstigen kann.

Auch dass Gewalt in all ihren Spielarten im Verband kein Thema mehr nur für eine „Task Force“ ist, sondern als dauerhaftes Problem entsprechend behandelt wird, führt dazu, dass der Sportausschuss-Vorsitzende Danckert ohne Widerspruch den DFB-Präsidenten mit den Worten verabschiedete, „dass die schwierigen Themen beim DFB in besten Händen liegen“.

Überzeugungsarbeit innerhalb der Verbände

Auch Fanvertreter stellten fest, dass sich der DFB um „180 Grad“ gedreht habe. Die von Zwanziger gewürdigten Erfolge der Fanprojekte und seine Bereitschaft, den Fußball auch als Sozialarbeit zu begreifen, haben den Verband weit tiefer gesellschaftlich verankert als in der Vergangenheit. Aber auch im eigenen Haus muss Zwanziger vielfach noch Überzeugungsarbeit leisten, vor allem in den Landesverbänden und an der Basis.

Denn trotz der offenen Haltung des Präsidenten ist noch lange keines der drängenden Probleme gelöst – weder die große Gewaltbereitschaft (vor allem im Osten) noch die zahlreichen Diskriminierungen aller Art und die Schwierigkeiten bei der Integration auch beim vielfach erfolgreichen Integrationsmodell Fußball.

Dass der Fußball diese großen gesellschaftlichen Fragen nicht alleine lösen kann, versteht sich von selbst. Seit der DFB seine Verantwortung jedoch annimmt und selbst aktiv wird, kann der Verband auch die Hilfe und die Unterstützung der Politik und der Gesellschaft nun seinerseits weit offensiver einfordern. Mehr als ein Anfang ist durch verschiedene Projekte längst gemacht – aber der Weg ist weit, und der Fußball wird ihn nicht alleine gehen können.

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