Home
http://www.faz.net/-gtl-780su
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Kampf gegen Rassismus Spiele sollen sofort unterbrochen werden

Die Europäische Fußball-Union bringt bei ihrer Exekutiv-Sitzung einen gemeinsamen Kampf gegen Rassismus und Spielmanipulationen im Fußball auf den Weg. Wolfgang Niersbach ist zudem einer der Kandidaten für die Uefa-Exekutive.

© dpa Vergrößern Kevin-Prince Boateng hat genug - diese Bilder könnte es demnächst öfter geben

Fußball-Spiele in Europa sollen künftig bei rassistischen Vorfällen sofort unterbrochen werden. Das ist die wichtigste Forderung, die die Europäische Fußball-Union Uefa sowie Vertreter der europäischen Vereine, Ligen und Spielergewerkschaften am Donnerstag in zwei gemeinsamen Aktionen gegen Rassismus und Spielmanipulationen erhoben haben.

Zugleich legte die Uefa-Exekutive am Donnerstag in Sofia das Bewerbungsverfahren für die Europameisterschaft 2020 endgültig offiziell fest und nominierte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach wie erwartet als Kandidaten für das Exekutivkomitee.

Dieses wird am 24. Mai 2013 in London neu gewählt. Aus der Exekutive ausscheiden wird dann der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger, sein Nachfolger Niersbach stellt sich ebenso neu zur Wahl wie David Gill, Vorstandschef von Manchester United, und Portugals Verbandschef Fernando Gomes.

Player Boateng of Italian soccer club AC Milan addresses the media after a meeting with FIFA President Blatter in Zurich © REUTERS Vergrößern Der Spieler des AC Mailand verließ nach rassistischen Beleidigungen den Platz

Die Uefa sprach nach ihrer Exekutiv-Sitzung von einer „wichtigen Demonstration der europäischen Fußball-Einheit“. „Es ist unsere Pflicht, gegen Rassismus zu kämpfen“, sagte ihr Präsident Michel Platini.

Konkret beschloss die Exekutive in der bulgarischen Hauptstadt eine Resolution gegen Rassismus und einen Aktionsplan zur Bekämpfung von Spielmanipulationen. Beides wird von den Dachverbänden der Vereine (ECA), Ligen (EPFL) und Spielergewerkschaften (FIFPro Division Europe) unterstützt und beinhaltet auch ausdrücklich eine Bitte um Hilfe der Staaten.

„Das betrifft Leute, die nichts mit Fußball zu tun haben“

„Wir müssen den Fußball mit allen Mitteln schützen und dürfen kein Mitleid gegenüber denen zeigen, die die Regeln brechen - egal, ob Spieler, Schiedsrichter oder Offizielle. Da gibt es keine Toleranz“, sagte Platini. Auch beim Thema Rassismus gelte: „Das betrifft Leute, die nichts mit Fußball zu tun haben. Das müssen wir an zwei Fronten bekämpfen - mit Erziehungsprogrammen mit internationalen Organisationen und mit Sanktionen.“

Die Uefa forderte Schiedsrichter ausdrücklich dazu auf, Spiele bei rassistischen Vorfällen sofort zu unterbrechen. Gleichzeitig hielt sie die nationalen Verbände und die Ligen dazu an, in solchen Fällen noch härtere Strafen einzuführen.

„Wir neigen dazu, beide Eisen im Feuer zu haben“

Auf der Tagesordnung stand in der bulgarischen Hauptstadt auch die Verabschiedung der Regeln für das Bewerbungsverfahren zur EM 2020. Die Spiele der in insgesamt 13 europäischen Städten stattfindenden EM-Endrunde sollen in zwölf Standardpakete mit je drei Gruppenspielen und einer Achtel- oder Viertelfinal-Begegnung sowie ein Paket mit den Halbfinals und dem Endspiel unterteilt werden.

Mehr zum Thema

Pro Land wird es nur einen Austragungsort geben. Auch die Halbfinals und das Endspiel finden im selben Stadion statt. Jeder Nationalverband kann maximal zwei Bewerbungen einreichen - eine für ein Standardpaket und eine für das Halbfinal- und Endspielpaket. „Wir neigen dazu, zunächst beide Eisen im Feuer zu haben“, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach in einem „Kicker“-Interview zu einer möglichen Kandidatur.

„Zwei sichere Heimspiele sind sehr reizvoll, aber wir können auch so selbstbewusst sein, unserer Mannschaft den Halbfinal-Einzug zuzutrauen. Wir bereiten bis 30. August beide Optionen vor, dann müssen wir im Präsidium entscheiden.“ Das Bewerbungsverfahren für die EM 2020 beginnt im April 2014.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Champions-League der Frauen Frankfurt kann für das Finale planen

Was soll da schon noch passieren? Die Fußballspielerinnen des 1. FFC Frankfurt gewinnen das Hinspiel im Halbfinale der Champions League gegen Kopenhagen 7:0. Der Sieg hätte noch höher ausfallen können. Mehr

19.04.2015, 16:07 Uhr | Sport
Fußball DFB will EM 2024 nach Deutschland holen

Folgt 2024 das nächste Sommermärchen – 18 Jahre nach der WM 2006? Wolfgang Niersbach rechnet sich für die deutsche Bewerbung für die EM große Chancen aus. Mehr

17.12.2014, 10:59 Uhr | Sport
Leichtathletik-WM 2021 Eugene erhält Zuschlag ohne Bewerbung

In sechs Jahren wird die Leichtathletik-WM zum ersten Mal in den Vereinigten Staaten stattfinden. Die Stadt Eugene erhielt den Zuschlag, weil sie dem Weltverband IAAF ein finanziell lukratives Gesamtpaket geboten hat. Auf ein Bewerbungsverfahren wurde danach verzichtet. Mehr

16.04.2015, 17:28 Uhr | Sport
Ferguson Obama will gegen Rassismus vorgehen

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, hat die offenbar starken rassistischen Vorgehensweisen in der Kleinstadt Ferguson verurteilt. Er drohte damit, dass wenn keine Veränderungen stattfänden, habe das Justizministerium die Möglichkeit rechtlicher Schritte. Mehr

07.03.2015, 12:03 Uhr | Politik
Champions League Die Angst der Bayern vor dem Kamikaze-Spiel

Nach dem 1:3 in Porto braucht der FC Bayern mindestens ein 2:0 zum Einzug ins Halbfinale der Champions League. Vor der Partie gibt es zwei gute Nachrichten aus dem Münchner Lager – und eine schlechte. Mehr

20.04.2015, 14:13 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 29.03.2013, 14:39 Uhr

Ausgemachte Sache

Von Peter Penders

Seine 25. Meisterschaft hat der FC Bayern sicher. Doch eigentlich ist dieser Titel nur ein Nebenprodukt für das ganz große Ziel: Den Sieg der Champions League. Mehr 17 5