15.07.2006 · In Italien haben Hunderte von Fans gegen die Urteile im Fußballskandal protestiert. Alle vier Vereine lehnten das Urteil ab und kündigten rechtliche Schritte dagegen an. Der frühere Juventus-Manager Moggi wirft dem Gericht Betrug vor.
Mit Wut und Empörung haben italienische Fans auf die Urteile in einem der größten Fußballskandale in der Geschichte des Landes reagiert.
Etwa 400 Lazio Rom-Anhänger versammelten sich am Freitagabend vor dem Tagungsort des Sportgerichts in der italienischen Hauptstadt, um gegen die Entscheidung zu protestieren. „Es ist ein ungerechtes Gerichtsverfahren, da Juventus Turin der einzige Schuldige ist, aber alle anderen dafür zahlen müssen, wie immer“, sagte ein Fan. „Ich weiß nicht was wir jetzt machen sollen, aber ich denke nicht, daß es hier in Rom einfache Tage werden.“ Einige Anwälte, die die Clubs in dem Fall vertreten hatten, wurden von den Fans heftig beschimpft. Auch in Turin und Florenz protestierten wütende Anhänger gegen den Zwangsabstieg ihrer Clubs.
Alle vier Vereine lehnten das Urteil ab und kündigten rechtliche Schritte dagegen an. Der Lazio-Präsident erklärte seine Bereitschaft, notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof zu gehen. Alle Angeklagten haben die Vorwürfe bestritten. So auch Juves Ex-Generaldirektor Luciano Moggi. Alles sei regulär abgelaufen, sagte er der Nachrichtenagentur Ansa. „Kein Spiel wurde manipuliert, kein Schiedsrichter unter Druck gesetzt. Juventus, die anderen Clubs und vor allem die Fans wurden mit diesem Urteil betrogen.“
Justizminister Clemente Mastella hatte vor wenigen Tagen eine Straffreiheit für die vier angeklagten Clubs vorgeschlagen. Auf diese Weise könne verhindert werden, daß die bei der WM siegreichen Nationalspieler für Vergehen von Funktionären bestraft würden, hatte er erklärt.
Der italienische Verband steht bei dem Verfahren unter Zeitdruck, da er bis zum 27. Juli seine Champions-League- und Uefa-Cup-Teilnehmer benennen muß. Sollte das Urteil bestehen bleiben, würden Inter Mailand und der AS Rom direkt in die Champions League nachrücken, Palermo und Chievo Verona in die Champions-League-Qualifikation. Eine Entscheidung, mit welchen Vereinen bei einem Zwangsabstieg von Juve, Lazio und Florenz die Lücke in der Serie A aufgefüllt werden soll, gibt es noch nicht.
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |