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Interview mit Klinsmann „Nationalspieler müssen Zeichen setzen“

01.08.2005 ·  Vor dem Start in die 43. Saison der Fußball-Bundesliga hat Bundestrainer Jürgen Klinsmann die Nationalspieler in die Pflicht genommen. „Wir erwarten, daß sie mehr arbeiten als ihre Kollegen. Daß sie zeigen, daß sie mit aller Macht zur WM wollen.“

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Vor dem Start in die 43. Saison der Fußball-Bundesliga hat Bundestrainer Jürgen Klinsmann die Nationalspieler in die Pflicht genommen. „Wir erwarten, daß sie mehr arbeiten als ihre Kollegen. Daß sie zeigen, daß sie mit aller Macht zur WM wollen.“

Herr Klinsmann, was erwarten Sie von der am Freitag beginnenden 43. Bundesliga-Saison?

Wie die meisten Fußball-Fans hoffe ich auf spannende Spiele und guten Fußball. Ich wünsche mir eine verletzungsfreie Saison für die Spieler und glaube, daß uns die neue Saison einen Vorgeschmack auf die Weltmeisterschaft geben wird. Ich bin mir sicher, daß in den vielen neuen Stadien eine klasse Atmosphäre herrschen wird und wir von einem Zuschauer-Boom sprechen werden.

Kann Bayern München der Titel streitig gemacht werden?

Bayern ist auch für mich Favorit. Aber ich glaube nicht, daß es ein Alleingang wird. Schalke 04 hat in der vergangenen Saison lange mitgehalten und sich gut verstärkt. Andere Mannschaften wie Werder Bremen, der VfB Stuttgart, Hertha BSC Berlin oder Bayer Leverkusen sind in der Lage, ganz oben mitzuspielen.

Das Abschneiden der Bundesliga auf internationaler Ebene war zuletzt wenig erfreulich. Besteht Hoffnung auf bessere Zeiten?

Auf jeden Fall. Das war eine Momentaufnahme. Und im Europapokal entscheiden auch Nuancen. Bayern München ist in der neuen Saison absolut in der Lage, die Champions League zu gewinnen.

Kann die Bundesliga von der Nationalmannschaft etwas lernen?

Es wäre vermessen zu behaupten, daß Trainer wie Giovanni Trapattoni oder Felix Magath von uns etwas lernen könnten. Jeder hat seine Aufgabe und seinen Stil. Ich hoffe, daß wir miteinander dafür sorgen, daß die Weltmeisterschaft ein großes Fußballfest wird, und ich wünsche mir, daß alle an einem Strang ziehen.

Was erwarten Sie speziell von Ihren Nationalspielern in der WM-Saison?

Wir erwarten von den Nationalspielern, daß sie sich weiterentwickeln. Daß sie präsent sind, sich anbieten und zeigen, daß sie mit aller Macht zur Weltmeisterschaft wollen. Daß sie mehr arbeiten als ihre Kollegen, daß sie selbstverantwortlich Zeichen setzen und zeigen, warum sie Nationalspieler sind. Wir hoffen auch, daß sich noch möglichst viele Spieler für die WM aufdrängen.

Haben die Spieler, die beim Konföderationen-Pokal dabei waren, einen Bonus für das nächste Länderspiel am 17. August gegen die Niederlande, oder wird es neue Gesichter geben?

Sie haben generell einen kleinen Bonus, weil sie einen starken Confed Cup gespielt haben, verbunden mit viel Arbeit und Aufopferungsbereitschaft. Allerdings müssen wir gemeinsam mit den Bundesligatrainern in zwei Wochen schauen, wie fit unsere Nationalspieler schon zu Beginn der Saison sind und dementsprechend dann den Kader für dieses Spiel benennen.

Hätten auch Sie Michael Ballack zum Fußballer des Jahres gewählt?

Natürlich. Er hat den FC Bayern zum Double geführt und das ganze Jahr über enorm starke Leistungen auch in der Nationalmannschaft gezeigt. Er wurde im vergangenen Jahr zum beispielhaften Leader der Nationalelf.

Wäre Matthias Sammer als Sportdirektor vorstellbar?

Personaldiskussionen führe ich nicht in der Öffentlichkeit.

Sie waren am 29. Juli exakt ein Jahr als Bundestrainer im Amt. Wie lautet Ihr Fazit?

Ich bin sehr zufrieden mit dem ersten Jahr. Wir haben unsere Etappenziele erreicht: Identifikation mit den Fans, eine neue Spielphilosophie, neue junge Spieler, Begeisterung, Schwung, Imagegewinn und Verständnis für unsere Arbeit. Wir befinden uns absolut im Zeitplan und werden diesen Weg weiter gehen. Die Mannschaft kann aber noch viel mehr und ich bin davon überzeugt, daß wir eine sehr schlagkräftige und schwungvolle Mannschaft ins WM-Turnier 2006 schicken werden.

Quelle: FAZ.NET mit Material von sid
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