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Holger Badstuber im Gespräch „Ich freue mich aufs Duell mit Ibrahimovic“

 ·  Holger Badstuber wird im WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden (20:45 Uhr) des öfteren auf Zlatan Ibrahimovic treffen. Im F.A.Z.-Interview spricht er über dessen geheime Schwächen und deutsche Defizite.

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© dpa Vergrößern Badstuber freut sich: „Angst habe ich sowieso nie“

Innenverteidiger in der Nationalelf, Außenverteidiger bei den Bayern - macht der Positionswechsel für Sie überhaupt einen erwähnenswerten Unterschied?

Zurzeit macht es für mich gar keinen Unterschied, auf diesen beiden Positionen zu spielen. Wenn ich bei Bayern nur für ein oder zwei Spiele wieder Außenverteidiger gespielt hätte, wäre das schwieriger. Aber ich habe jetzt zehn, zwölf Partien auf der linken Seite gemacht, ich weiß wieder genau, worauf es da ankommt. Andererseits tut es mir bei der Nationalelf auch wieder gut, als Innenverteidiger zu agieren, damit ich auch im Innenverteidiger-Gefühl bleibe. Es ist wichtig für mich, hier auf dieser Position zu spielen. Denn bei den Bayern werde ich in den nächsten Wochen als Innenverteidiger gefragt sein, wenn mit Alaba und Contento die Außenverteidigerpositionen wieder doppelt besetzt sein werden.

Bereiten Sie sich als Innenverteidiger auf einen Stürmerstar wie Zlatan Ibrahimovic noch besonders vor,suf den Sie am Diennstagabend (20.45 Uhr/ live in ARD und F.A.Z.-Liveticker) Sie müssten ja alles von ihm wissen?

Es ist ein Weltklassestürmer, einer der Besten. Auf so ein Duell freue ich mich. Ich bin aber auch reifer geworden und weiß, worauf es ankommt.

Was mag Ibrahimovic nicht?

Ich weiß es, verrate es aber nicht. Die Stärken und Schwächen eines Spielers werden ja analysiert, da weiß man, worauf man achten muss. Angst habe ich sowieso nie vor einem Gegner, Respekt natürlich. Ich vertraue mir und meiner Mannschaft. Und wenn ich dieses Vertrauen habe, gehe ich resolut in Zweikämpfe.

Von Vertrauen in die Nationalelf war zuletzt nicht so viel zu spüren. Wie haben Sie die Diskussion um das Team seit der EM bis zum 6:1 in Irland wahrgenommen - anregend, berechtigt, hysterisch?

Die Kritiken waren nach dem Ausscheiden berechtigt und nachvollziehbar, vielleicht einen Tick überzogen. Aber ich habe mich gleich auf die neuen Aufgaben konzentriert - und darauf, wo wir uns noch steigern können.

Und was hat sich für Sie bei der Nationalmannschaft seit Sommer verändert?

Ich bin erst 23 Jahre und stecke mir auch persönlich Ziele, wie ich mich verbessern kann. Daran arbeite ich mit Eifer, der Hunger ist drin in mir. Das ist aber auch bei anderen so, das spüre ich in der gesamten Mannschaft. Aber die Nachwirkungen der EM waren da. Das war bei der EM eine Erfahrung, die wir nicht vergessen werden.

Und das 6:1 gegen Irland nach dem trübem Spiel in Österreich - alles ganz normale Schwankungen eines Topteams?

Auch das schwache Spiel gegen Österreich haben wir gewonnen. Das ist auch eine Qualität. Wir waren da nicht gut, nachlässig. Es war noch früh in der Saison, da hatte der ein oder andere noch nicht die Form, die er jetzt besitzt. Wir haben die Fehler analysiert und an uns gearbeitet. Jetzt haben wir in Irland einen Anfang gemacht. Aber der Gegner war auch nicht so stark wie Österreich. Schweden ist unser stärkster Gruppengegner.

Wird man die Entwicklung des Teams, die Lehren, die aus der EM gezogen werden sollen, überhaupt in der WM-Qualifikation entdecken - oder erst in Brasilien?

Es ist ein stetiger Prozess, aber man darf die Qualifikation in dieser Hinsicht nicht überschätzen. Es zählt das Turnier - die WM in Brasilien. Man spürt jetzt vielleicht eine Entwicklung. Aber wenn wir bei der WM sind, müssen wir unsere Form konstant im Turnier zeigen. Das ist unsere Aufgabe, auf diesen Punkt arbeiten wir hin.

Souverän in der Qualifikation - aber nicht in der Lage, sich bei einem Turnier zu steigern. Wie lässt sich das Problem lösen?

Bei einem Turnier wie der EM war jedes Spiel ein Endspiel, in der Vorrunde hatten wir drei Gegner aus den Top Ten. Im Halbfinale hatten wir einen guten Gegner, der die Klasse hatte, uns zwei Tore einzuschenken. Daran müssen wir arbeiten. Wir müssen unser Verhalten in diesen entscheidenden Momenten verbessern. Jetzt müssen wir die Zeit dafür nutzen. Wir müssen auch wieder Freude daran haben, uns zu verbessern. Wir müssen unsere alte Stärke wiedergewinnen, das schnelle Umschalten. Da haben wir auf dem Platz eine große Freude ausgestrahlt, da hat man gespürt, dass wir den Gegner überrumpeln wollen. Das haben wir in der letzten Zeit vermissen lassen. Natürlich haben sich auch die Gegner auf uns eingestellt, aber jetzt müssen wir unser Spiel verfeinern, mit Geduld und Präzision. Das ist eine große Aufgabe. Ich habe ein gutes Gefühl, dass wir das in den nächsten ein, zwei Jahren schaffen.

Und wenn die Mannschaft gegen Schweden gewinnt, kann sich Manager Bierhoff schon auf die Quartiersuche in Brasilien machen?

Wir haben neun Punkte, das ist eine gute Basis. Ums Quartier muss ich mich nicht kümmern. Unsere Aufgabe ist es, jedes Spiel zu gewinnen. Das haben wir in der EM-Qualifikation gemacht. Das gleiche wollen wir jetzt wieder machen.

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